B&B = Bali und Bangkok
Flug: Emirates
4 x A380. Die Flüge von MUC nach Dubai waren besser, weil ich jeweils einen Platz neben mir frei hatte. Die Flüge von und nach BKK waren rumpelvoll. Wobei ich hinwärts im Oberdeck saß. Da der Flug aber 3:30 h startete wollte ich einfach nur schlafen. Es gelang mir leidlich und was am Oberdeck generell der Kick sein soll hat sich mir nicht erschlossen.
Wie immer war es scheußlich kalt in den Maschinen. Werde es nie verstehen, weshalb die Fluggesellschaften zig Decken austeilen anstatt anständige Temperaturen einzustellen.
Wetter:
In Bangkok jeweils heiss und trocken. Kein Tropfen Regen, meist heiteres bis leicht bewölktes Wetter.
In Bali anfangs auch immer heiteres Wetter, wobei die Luftfeuchtigkeit etwas höher liegt und es sich insgesamt dadurch im vgl. zu Bangkok etwas anstrengender anfühlt (bei Aktivitäten). Die letzten Tage (Ende November) in Ubud schlug dann das Wetter um und die Regenzeit setzte ein. Das war dann mit heftigem Regen verbunden, der an einem Tag auch nur für 2 Stunden aufhörte. Also mit 25 Grad immer noch angenehm warm, aber trüb und regnerisch. Für mich kein Urlaubswetter, da Unternehmungen eigentlich nich möglich sind.
Ich würde daher empfehlen, Bali bis einschließlich Oktober zu besuchen, dann ist sicher noch Trockenzeit und mann läuft nicht Gefahr im Dauerregen zu versauern.
Hotels:
Die Hotels hatte ich alle vorgebucht. Zum Inaya Putri Bali habe ich bereits eine separate Hotelkritik geschrieben.
Das im internen Ranking zweitbeste Hotel der Reise war das Artotel in Sanur. Stylish, modern, schöner Pool am Dach mit Blickrichtung Meer, gutes Frühstück und vergleichsweise ruhig gelegen.
Das Hotel in Nusa Lembogan war das Naturale Villas. Es war insgesamt die einfachste Unterkunft. Für die zwei Nächte sicherlich vollkommen ausreichend. Da Nusa Lembogan im Hinblick auf Nachtleben sehr bescheiden war, vermisste ich etwas den fehlenden TV für Abendstunden. Daher war früher Zapfenstreich und langes Schlafen angesagt. Das Frühstück ist einfacher Natur, sicher nicht zum fettwerden. Es ist eine kleine eher familäre Unterkunft fast direkt am Mushroom Beach.
In Ubud war ich im Hotel Ubud Tropical Garden. Ich hatte einen Deluxe Room im ersten Stock, was sicherlich die beste Wahl war. Die Superior Zimmer liegen im Gebäude direkt an der viel befahrenen Monkey Road und es dürfte doch erheblich laut dort sein. Besonders der Blick über den Pool zu einem direkt dahinter liegenden Reisfeld ist sehr schön. Das Frühstück ist ausreichend gut und wird entweder am Pool oder direkt auf dem Balkon serviert (meine Variante). Das Restaurant wird derzeit renoviert. Die Lage ist gut, letztlich erstreckt sich Ubud über mehrere Kilometer an denen sich Shops, Restaurants, Massagen etc. befinden. Daher ist es eigentlich egal wo in Ubud man absteigt. Es findet sich immer eine gute Infrastrukur in der Nähe. Zum Ubud Market sind es ca 15 Minuten zu Fuss.
In Bangkok war ich zu Beginn und am Ende in zwei verschiedenen Hotels. Zu Beginn im Park Plaza (Asoke). Die Lage ist gut, allerdings ist doch ein bisschen Lärm trotz gut isolierter Fenster im Zimmer zu hören. Alle Zimmer gehen zur Straße raus, sodass keine Wahlmöglichkeit besteht. Frühstück ist super, bis auf einen Tag ging es sehr beschaulich zu und es gibt richtig guten Kaffee (Unterschied zur Plörre teilw. in Bali bzw. im Galleria 10). Was aber leider nicht funktionierte war die Klospülung, das konnte auch trotz mehrstündiger Reparatur nicht behoben werden und ich musste/konnte dann in ein anderes Zimmer umziehen. Der Pool am Dach ist o.k., auch kein Designerstück aber dafür sehr ruhig. Oft war ich alleine und erst am späteren Nachmittag kamen vereinzelt andere Gäste.
Am Ende der Reise bin ich in Bangkok im Hotel Galleria 10 abgestiegen. Den Laden kannte ich bereits aus 2015. Das Zimmer ist etwas kleiner als das im Park Plaza, ausreichen dennoch. Frühstück ist im Erdgeschoß und stets etwas wusselig, aber trotzdem gut. Was nicht so schön ist ist der Pool. Eigentlich ist er zu klein und es gibt nur eine handvoll Liegen die eigentlich immer als ich dort war schon belegt sind. Es gibt zwar noch ein paar andere Sitzmöglichkeiten, aber so richtig lesen und Beine hochlegen ist dort nicht möglich. Das erachte ich als den größten Schwachpunkt des Hotels. Ansonsten ist die Lage ruhig und gut, nicht weit zur Suk und optional schnell entweder nach Asoke oder Nana. Letztlich ist das Galleria 10 auch um ca. 20 Euro günstiger gewesen als das Park Plaza.
Bali 2018:
Dies war mein dritter Aufenthalt auf Bali. Jeweils im Abstand von 13 Jahren: 1992 das erste Mal, 2005 das zweite Mal. Die 2005er Reise ging als „Max-Schautzer-Gedächtnisreise“ in die Chroniken ein.
Letztlich war der Sprung von 1992 auf 2005 größer als von 2005 auf 2018. 1992 war Bali für mich auf meiner ersten Flugreise überhaupt so etwas wie ein kleines Paradies. Es war damals möglich sich mit dem Fahrrad auf der Insel umzusehen. Ich erinnere mich noch an einen Ausflug von Kuta nach Uluwatu oder auch von Ubud aus rauf und runter kreuz und quer durch die Lande. Heute bei dem Verkehr völlig undenkbar. Die ganze Insel ist ein Dauerstau. Jedenfalls in den touristischen Ecken, der Rest ist dann eben auch nicht mehr so interessant.
Ich hatte mich im Vorfeld lange damit beschäftigt wo ich Strandurlaub machen sollte. Letztlich bin ich in Nusa Dua hängengeblieben und habe es nicht bereut. Mein Vergleich mit Sanur als möglicher Alternative ist eindeutig: Nusa Dua ist deutlich attraktiver was Strand/Schwimmen und entspannen anbelangt. Es stimmt, es handelt sich bei Nusa Dua um einen faktisch artifiziellen Ort. Alles ist nicht natürlich gewachsen, die Nobelhotels sind alle in den letzten 20 Jahren entstanden und die ganze Ortschaft ist kein orginäres Bali. Aber letztlich ist doch die Frage für einen Strandurlaub ob ich z.B. im Meer baden kann. Und das geht dort und in Sanur eben nicht oder nur sehr eingeschränkt. Der Strand in Sanur ist eine einzige Enttäuschung. Man sieht dort auch niemanden im Wasser. Was hilft mir das tollste Hotel mit super Pool wenn ich nicht im Meer schwimmen kann und der Strand verdreckt ist und/oder faktisch tagsüber meist Ebbe ist.
Das Preisniveau in Nusa Dua ist deutlich höher als im Rest von Bali. Es gibt aussserhalb der Hotelanlagen schon Restaurants wo es günstiger ist als in den großen Hotels. Aber es ist immer noch teurer als durchschnittlich im Rest von Bali.
Ubud wird gerne als ein Hort der Ursprünglichkeit von Bali gesehen. Stimmt zum Teil, wobei der Kommerz natürlich auch dort längst die Oberhand gewonnen hat. 1992 war ich am Ubud Market noch abends auf Bierbänken gesessen und habe von einen kleinen Warung nebenan gegessen und dort dem Travellerdasein gefrönt. Mittlerweile ist alles zugebaut.
Was allerdings dennoch möglich ist sind kleine Wanderungen ohne viel Aufwand ins direkte Hinterland. Also Start direkt nahe dem Zentrum. Es waren zwei solcher Wanderungen die ich unternommen habe. Zum einen den Subak Juwuk Manis Weg und dann den Campuhan Ridge Walk.
Es sind keine spektakulären Wanderungen, aber sowie mann die Straßen hinter sich gelassen hat taucht man in eine verzaubernde ursprüngliche Landschaft ein und kann abschalten und genießen. Unterwegs oder am Ende der Strecke laden Warungs zur Erfrischung ein. Wobei die Touren insgesamt alle recht kurz sind, also im Bereich von einer Stunde. Es ist also kein tagesfüllendes Programm.
Neben der Hauptinsel habe ich einen Abstecher auf bzw. nach Nusa Lembogan und Nusa Penida unternommen. Letztere Insel im Rahmen eines Tagesausflugs von Nusa Dua aus. In Nusa Lembogan war ich zwei Nächte.
Nusa Lembogan hat mich insgesamt etwas enttäuscht. Der Mushroom Beach an dem ich mein Quartier hatte ist als Badestrand nicht so toll. Zum einen ankern die ganzen Boote dort und dann ist der Zugang zum Meer auch mit Steinen durchsetzt. Was generell fehlt ist eine Infrastruktur mit Liege und Sonnenschirm. Mitterlweile bin ich aus dem Alter raus wo ich mich mit einem Handtuch bewaffnet einfach so in den Sand legen möchte. Schon weil ich nicht gegrillt werden will. Die Strände die ich auf Nusa Lembogan gesehen habe, also Mushroom, Dream Beach, Sandy Bay und der Hauptstrand bei Jungu Batu haben mich alle nicht begeistert. Teilweise lässt sich aufgrund der Wellen dort nicht baden. Und/oder es ist gar nicht so sauber.
Am Mushroom Beach ist nachts auch tote Hose. Das hatte ich mir etwas anders vorgestellt. So nach 20 Uhr ist fast schon Totenstille. Gut zum entpannen und für Pärchenurlaub, aber allein doch etwas öde. Zum Glück waren es nur 2 Abende/Nächte. Ansonsten würde ich mich dort langweilen.
Nusa Lembogan ist also insgesamt keine Insel die mann unbedingt gesehen haben muss.
Bei Nusa Penida ist das anders. Das liegt aber in meinen Augen an einer einzigen Attraktion die es allein wert ist die Insel in Augenschein zu nehmen: Kelingking Beach. Ich werde gesondert darauf eingehen. Daneben gibt es noch einige Attraktionen wie Angel Billabong, Broken Bay und die Crystal Bay. Das sind nur die Punkte die ich bei meinem Tagesausflug gesehen habe und die Aufzählung ist daher nicht vollständig. Die Straßen auf Nusa Penida haben es allerdings in sich. Ich wollte dort weder selbst mit KFZ noch mit Roller unterwegs sein. Es scheint sich zwar in den letzten zwei Jahren einiges bzgl. Asphaltierung getan zu haben, dennoch gibt es viele Abschnitte die mehr Wanderweg als den Fahrstraße sind. Insofern verfährt man bei einem Tagesausflug viele Stunden im Auto, da die Sehenswürdigkeiten alle an der Küste liegen und dorthin nur jeweils Stichstraßen führen. Das limitiert die zeitlichen Möglichkeiten bei einer Tagestour. Es ist faktisch nicht möglich alle Ziele an einem einzigen Tag anzusteuern. Dazu ist die Insel einfach zu groß.
Höhepunkte:
Es gibt klar zwei Höhepunkte der gesamten Reise. Das mit Abstand spektakulärste war der Kelingking Beach auf Nusa Penida. Die zweitschönste Sache war mein Schnorchelerlebnis mit Mantarochen am Manta Point, ebenfalls vor Nusa Penida.
Der Kelingking Beach ist mit Sicherheit der eindrücklichste Strand den ich je gesehen und besucht habe. Im Vorfeld habe ich viele Bilder und Videos gesehen. Hier gilt jedoch: nichts im Vergleich zum Erleben vor Ort. Es ist schlicht der Hammer. Der spektakuläre Blick hinab, der blendend helle Strand und das klare Wasser in vielen Farbschattierungen.
Das Ganze wäre aber allenfalls die Hälfte wert, gäbe es da nicht einen atemberaubenden Weg hinab zum Strand. Den ersten Teil des Weges kann mann von oben einsehen, er verläuft am schmalen Kamm entlang. Gesäumt und gesichert wird der Pfad von Bambusstecken links und rechts des Weges, die einen unterschiedlichen Eindruck bzgl. Absicherung hinterlassen. Bei mir hat der Sicherheitsaspekt den Vorrang erlangt und ich bin extra mit Turnschuhen besohlt extrem zögerlich und vorsichtig hinabgeschlichen um keinesfalls nur einen Zentimeter zu rutschen. Das hat insgesamt zu einer extremen Verkrampfung im gesamten Körper, aber besonders natürlich in den Oberschenkelmuskeln geführt. Immer wieder kommen einem auch Leutchen von unten entgegen, natürlich an Stellen wo ein Ausweichen oft nur schwierig möglich ist.
War der erste einsehbare Teil schon knifflig, geht es im zweiten nun sichtbaren Teil ans eingemachte. Der Weg macht eine 130 Grad Kurve und eigentlich geht es nur senkrecht nach unten. Kaum vorstellbar das da ein Weg runterführen soll. Aber es gibt ihn. Es ist teilw. verdammt steil und erinnert eher an einen ungesicherten Klettersteig, sieht mann von den Bambussteckerle ab.
Letztlich kam ich dann unten fix und foxi und komplett vor Schweiß triefend an. Aber: ich habe es nicht bereut. Es ist genial. Die Wellen und die Brandung ist heftig. Aber einige Wagemutige trauten sich dann doch ins Wasser. Und dazu gehörte auch ich. War einfach toll, die Wellen waren heftig aber toll. Beim rausgehen hat mich die Strömung ein paar mal umgeworden und das Ergebniss war eine von Sand prall gefüllte Hose. Das rauszuspülen habe ich nicht wirklich geschafft und die letzten Sandreste habe ich dann erst abends im Hotel rausgespült.
Hoch war der Weg zwar anstrengend aber vgl. ungefährlich und in 15 Minuten geschafft.
Kelingking Beach gehört zu den neudeutsch formuliert „Must Do and See“ Sachen, wenngleich ich konzidieren muss, ich würde es nicht empfehlen den Weg runter zu machen. Denn ich hätte ein arg schlechtes Gewissen, wenn doch was passieren würde. Ist der Weg auch nur ein wenig feucht steigt das Risiko enorm an. Aber ich möchte es nicht missen es gemacht zu haben.
Das zweite Highlight war mein Schorcheln mit Manta Rochen.
Es war nicht so perfekt wie im Video, aber doch sehr eindrucksvoll. Es waren nur insgesamt eine Handvoll Rochen anwesend, die auch recht schnell wieder verschwanden, die Vielzahl an schnorchelnden Touris scheint nicht dazu beizutragen die Fische an Ort und Stelle festzunageln. Dennoch war es mein erstes Mal mit Mantarochen und beeindruckend.
In etwa kann mann es sich so vorstellen wie in dem Video unten.
Was ich nicht vergessen werde:
Die 8 Tage üblen Muskelkaters nach dem Auf- und Abstieg zum Kelingking Beach. Ich dachte wirklich irgendwann ich hätte mir einen Muskelbündelriss oder sonstwas eingehandelt weil ich wirklich tagelang übelst mit Muskelkater geplagt war und sich auch keine Besserung einstellte. Ich bin es von Wanderungen gewohnt Muskelkater mit nach Hause zu bringen, wobei der zweite Tag nach der Belastung meist schlimmer ist als der eigentlich Tag danach. Aber das so etwas derart lange andauert hat mich doch ratlos gemacht. Zumal die Belastung effektiv nur 30 Minuten war, das war die Zeitdauer des Abstiegs zum Strand.