Hier nochmal klar formuliert: eine Wirtschaftsministerin die lügt, Fakten verdreht oder verschwurbelt, die in einer fossilen Steinzeit gedanklich verharrt und dem Land und den Menschen schadet braucht niemand. Daher muss Gas Kathi – die Reiche nur für Reiche – die schwarze 0 – sofort als Ministerin ersetzt werden.
Hier Auszüge aus einem hervorragenden Artikel von Christian Stöcker, fast möchte ich ihn jedermann ausgedruckt unter das Kopfkissen legen.
https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/energiepolitik-primaerenergie-und-systemkosten-diese-woerter-sollten-sie-hellhoerig-machen-a-85384083-0339-4b1a-93ab-7d3669a95510
„»Primärenergie«, das ist die ganze Energie, die in irgendetwas hineingesteckt wird, so weit ist die intuitive Deutung des Begriffs korrekt. Nehmen wir ein Auto mit Dieselmotor: Die »Primärenergie«, die in dieses Auto hineinfließt, um es zu bewegen, steckt im Diesel. Ein Liter Diesel hat dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt zufolge ungefähr 37.400 Kilojoule Brennwert – eine Größe, mit der hierzulande kaum jemand etwas anfangen kann.
Einfacher zu verstehen und ins Verhältnis zu setzen ist es so: Ein Liter Diesel entspricht vom Brennwert her etwa zehn Kilowattstunden. Zum Vergleich: Ein modernes, nicht allzu kleines Elektroauto kommt mit 20 Kilowattstunden Strom, abhängig von Temperatur und Fahrweise, auf der Autobahn etwa 100 Kilometer weit.
Ein vergleichbar großes und schweres Auto schafft mit der gleichen Menge »Primärenergie« in Form von Diesel nicht die gleiche Strecke. Oder kennen Sie ein Diesel-SUV, das nur zwei Liter auf 100 Kilometer verbraucht?
Woran liegt das? An der miserablen Energieausbeute von Verbrennungsmotoren. Alles in allem verpuffen vier Fünftel der eingesetzten »Primärenergie«, vor allem als Wärme. Deshalb kann man, wenn man das möchte, im Motorraum eines Verbrenners während der Fahrt in Alufolie Essen garen.
Wenn man also einen Dieselmotor durch einen Elektromotor ersetzt, muss man nicht die Energiemenge des eingesetzten Diesels ersetzen, sondern viel weniger. Verbrennungsprozesse sind Energieverschwendung, und zwar immer. Elektromotoren sind drei- bis viermal so effizient wie Verbrenner.
Wenn in Energiedebatten also darauf hingewiesen wird, dass ja nur ein vermeintlich geringer Prozentsatz unseres »Primärenergieverbrauchs« derzeit mit erneuerbaren Energien abgedeckt werde, dann ist das im Zweifel bewusste Irreführung. Wir müssen ja nur die 20 Prozent ersetzen, die das Auto bewegen, nicht die 100 Prozent, die in den Tank fließen. Trotzdem hört man von Leuten, die Elektrifizierung und Erneuerbaren skeptisch gegenüberstehen, ständig das Wort »Primärenergie«.
Was ist mit »Systemkosten« also gemeint? Wenn man ein Stromsystem auf überwiegend erneuerbare Energien umstellt, dann muss man investieren. Man braucht Photovoltaikanlagen, Windkraftwerke, Stromnetze, Speicher, Smartmeter und einige Back-up-Kraftwerke für die wenigen Tage und Wochen im Jahr, zu denen es wirklich gar keinen Strom aus Sonne und Wind gibt. Man braucht ein anderes, schlaueres Stromsystem. Das ist vergleichbar mit dem Hausbesitzer, der die kaputte Gasheizung durch eine Wärmepumpe plus Solaranlage und Batterie ersetzt. Das kostet erst mal Geld, spart aber dann laufende Kosten. Dauerhaft.
Die größten »Systemkosten« des deutschen Energiesystems haben viel mit der »Primärenergie« zu tun: Die Rede ist von den 70 bis 80 Milliarden Euro , die wir Jahr für Jahr ins Ausland überweisen, ob nach Russland, in die USA oder nach Katar, um dort fossile Brennstoffe einzukaufen. Diese fossilen Brennstoffe werden anschließend verbrannt. Dann sind sie weg. Das sind echte Kosten, keine Investitionen.
Kein Euro, der für Benzin ausgegeben wird, macht den nächsten Liter billiger. Aber jeder Euro, den wir in unsere Energieinfrastruktur stecken, wird – wenn wir es richtig anstellen – mittelfristig dazu beitragen, dass der Strom in diesem Land billiger wird.
Einen teuren, den Strompreis hebenden Kubikmeter Gas kann man nur einmal verbrennen, dann ist er weg und zugleich mehr CO₂ in der Atmosphäre. Das sind »Kosten«. Eine Leitung, die zu einem privat gebauten Batteriespeicher führt, kann viele Jahre lang billigen Strom transportieren. Das sind Investitionen, die sich lohnen.“