Selten war sich das Feuilleton im Vorfeld eines Fernsehfilms so einig. Der ab morgen im ZDF startende Dreiteiler „Unsere Mütter, unsere Väter“ ist ein Pflichttermin.
Frank Schirrmacher wirbt mit folgenden Worten:
Und er hat Recht. In meinem Leben ist die Generation meiner Großeltern mit dem Tod meiner Oma im November 2012 ausgestorben. In den letzten Tagen habe ich einiges über die Zeitphase in Breslau (dort lebte meine Familie mütterlicherseits) ab Januar 1945 gelesen.
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Erst wenn man eine Ahnung davon erhalten hat, wie die Zustände in jener Phase der Flucht waren, kann man ermessen, welche (Über)Lebensleistung meine Oma mit ihren 24 Jahren damals vollbracht hat, die vier ihr anvertrauten Kinder (1, 5, 9 und 12 Jahre) und sich das Überleben zu sichern.
Was aber viel schwerer zu verstehen ist, das ist eine Figur, die als junge Krankenschwester sogar russischen Kriegsgefangenen beisteht und dennoch, in einem nachgerade unfassbar routinierten Prozess, die jüdische Mit-Krankenschwester denunziert. Eine Figur, die die Entmenschlichung des Krieges durchschaut, sich den Parolen entzieht und dennoch auf die Idee kommt, Kriegsgefangene zum selbstmörderischen Aufspüren von Minen einzusetzen. …
Dieser Film, den Nico Hofmann produziert und dessen vorzügliches Drehbuch Stefan Kolditz geschrieben hat, besitzt in seiner unbestreitbaren Wucht und Monstrosität die Chance, den letzten Zeitgenossen noch einmal inmitten ihrer Familie die Zunge zu lösen. Er leitet, das haben Vorabkritiken mit Recht hervorgehoben, eine neue Phase der filmisch-historischen Aufarbeitung des Nationalsozialismus ein.
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http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/unsere-muetter-unsere-vaeter/unsere-muetter-unsere-vaeter-im-zdf-die-geschichte-deutscher-albtraeume-12115192.html