Gestern war ich zur Begutachtung der Wunde und Nachbesprechung bei Dr. Tinkl in Hausen. Jetzt bin ich bis einschließlich 07. Juli 2023 krankgeschrieben, also weitere 2 Wochen. Die Fäden werden am Montag den 26. Juni 2023 gezogen. Xarelto muss ich solange nehmen, bis eine normale Belastungssituation des Fusses wieder gegeben ist.
Formal ist es mir nach Rücksprache mit Dr. Dr. Sunshinne doch erlaubt, 2 Wochen nach der OP, also ab kommenden Mittwoch, den Fuß voll zu belasten. Mein interner Fahrplan ist grob so, die kommende Woche noch vom Gas zu gehen, also wenig zu belasten um dann eine Woche lang konzentriert an meiner Reha zu arbeiten. Also eine langsame kontinuierliche Steigerung der Belastung vorzunehmen..
Ein kleiner Ausflug in die Vergangenheit:
Morgen findet die Challenge Roth 2023 statt, das letzte Mal mit Sebastian Kienle und einem ansonsten hochkarätig besetzten Starterfeld. Nach einigen Jahren wo ich das Rennen nicht gezielt verfolgt habe, werde ich morgen die Berichterstattung wohl live mitverfolgen.
Meine letzte Teilnahme ist exakt 10 Jahre her und fand im Juli 2013 statt.
Hier nochmal der Rennbericht:
14.07.2013
Challenge Roth Staffel
Dies war meine vierte Teilnahme als Staffelradler bei der Challenge Roth. Wie es war? Hart…
Es ist kein Schleck Sub 5 zu fahren. Der Grat zwischen möglicher maximaler Belastung und Überlastung und dadurch bedingten Krämpfen ist extrem schmal. Zunächst jedoch die nackte Zahl:
04:54:44 h
Die Zeit spiegelt das wieder was ich zu leisten im Stande bin. Zur Einschätzung später mehr, zunächst zum Rennverlauf:
Das ganze Drumherum lief ab wie in den letzten Jahren auch. Vorstartnervosität inkl.. Das hat aber durch den mehrfachen Besuch einer niedlichen Engzelle den Vorteil soviel Flüssigkeit ausgeschüttelt zu haben, dass der Tank auch bis Rennende nicht wieder so voll ist, dass ein Stop notwendig ist. Auch das habe ich nun zum dritten Mal geschafft.
Etwas später als geplant kam Tobias angeflitzt. Chip ab- und wieder anmontiert und ab ging es. Bis Eckersmühlen ging es sogar deutlich ruhiger zu als in den Vorjahren. Hinter Eckersmühlen sah ich vor mir eine erste große Gruppe von Männern schön geordnet beieinander beim Sonntagsausflug mit dem Rad…
Ich konnte aber erstaunlicherweise gut daran vorbeiziehen und gleich am ersten Anstieg hinter Wallesau überholte ich Belinda Granger. Exakt bei de Überfahrung der A9 überholte ich dann Julia Gajer, fast auf den Meter exakt an der selben Stelle wie 2012. Bedingt durch den West-Nordwest Wind war die Strecke Seligenstadt bis Greding extrem schnell. Die Meßmarke bei KM 37 durchfuhr ich nach 57: 10 Minuten. So schnell war ich dort noch nie.
Ich lag also auf Kurs 4:50 h oder sogar leicht darunter. Auf der Höhe hinter dem Kalvarienberg fing dann leichter Gegenwind an. Die Abfahrt war wie gewohnt nicht die schnellste, aber dafür sicher.
In Eysölden ca. bei KM 60 fuhr ich ein wenig für die Zuschauer schneller als nötig und merkte gleich, dass ich es muskulär nicht übertreiben sollte, wollte ich ohne Krämpfe durchkommen. Ich fummelte auch nacheinander zwei Salztabletten aus meiner Satteltasche und aß sie.
Allen euphorischen Schilderungen des Solarer Berges zum Trotz hier etwas Wasser in den Wein geschüttet. Als vergleichsweise schneller Radfahrer kommt bei der Auffahrt der Punkt, wo das Zuschauerspalier so eng ist, dass der langsamste Radler der sich am Berg befindet die Geschwindigkeit auf fast einem Kilometer limitiert. Ich bin da extrem vorsichtig fahrend, weil ich ohnehin direkt am Hinterrad des Vordermanns klebe und keinen Sturz möchte. Ich könnte den Berg definitiv wesentlich schneller hochfahren wenn ich freie Bahn hätte.
Runde 1 war dann nach 2:17 h rum. Sehr flott und immer noch nach Marschtabelle 4:50. Runde 2 war dann aber insgesamt deutlich zäher. Ich bin mit einem anderen Staffelradler oft parallel gefahren (Nr. 4223 Roland), der hatte ziemlich exakt mein Tempo. Mal war er vorne dann wieder ich. Bis nach Greding benötigte ich exakt 60 Minuten, war also 3 Minuten langsamer als in Runde 1. Es lief dann natürlich nicht mehr so locker, vielleicht fehlte auch der letzte Wille bzw der Wille auf jeden Fall keinen Krampf zu bekommen bewahrte mich davor mehr zu versuchen.
Auch auf dem Stück bis zum Solarer Berg verlor ich im Vergleich zu Runde 1 wieder 3 Minuten. An der Verpflegungstelle Weinsberg nahm ich die erste Isoflasche auf, musste jedoch feststellen das diese nur zu einem Drittel gefüllt war und noch nicht mal zugeschraubt war, weshalb mir die Suppe beim Trinkversuch ins Trikot lief. Deshalb musste ich am Solarer Berg nochmal nachtanken. Dort ging ich nach 4:17 h durch.
Mir war schon klar dass es zu einer neuen Bestzeit damit nicht reichen würde. Ich wollte es einfach kontrolliert nach Hause fahren. Runde 2 in 2:24 h und damit ganze 7 Minuten langsamer als Runde 1. Erst hinter Eckersmühlen packte mich noch einmal der Ergeiz und ich brettere den in Sichtweite vor mir fahrenden Staffelkollegen nieder. Die Einzelstarter lockern sich dort alle für den Lauf, ich zog voll durch.
Was mir auffiel: ich hatte im Ziel an den Armen eine komplette Salzkruste auf der Haut. Getrunken habe ich insgesamt ca. 2 Liter + 400 g Gelbrei (ein Fünftel blieb zurück). Wahrscheinlich war dies einfach zu wenig, könnte auch diese Krampfneigung erklären, die ich sonst nicht kenne. Als ich so am ausspannen war und auf der Wiese lag hatte ich dann einen kurz ganz fießen Krampf.
Vielleicht klingt es nicht so ganz heraus, aber ich bin voll zufrieden mit dem Rennen. Ich habe das auf den Asphalt gebracht was ich kann. Dieses 4:5x Niveau ist leistungsmäßig der Bereich in dem ich mich bewege.
Ich werde in einem weiteren Beitrag noch etwas mehr statistische Aufarbeitung betreiben, auch die ganze Staffel einordnen. Meine Radzeit ist die 30. schnellste von 317 Männerstaffeln.
Mein Tacho zeigte 181,1 Kilometer an. Schnitt 36,9 km/h.