Es ist wirklich beschämend, was die Regierung in punkto Corona Politik und neues Infektionsschutzgesetz geleistet hat. Und ja, auch wenn ich Karl Lauterbach unverändert für fähig halte, hier hat er leider versagt und das muss auch so klar artikuliert werden. Er hätte sich auf den von ihm geschaffenen Expertenrat berufen können und knatsch mit den FDP Fritzen riskieren müssen. Er hat gekniffen, wider besseren Wissens. Schade um ihn.
Aber wirklich blamabel ist das was die FDP hier aufführte. Wer wie diese Partei vor 6 Monaten in einer Glaskugel zu sehen glaubte was heute Tatsache ist und was faktisch eben schlicht nicht stimmt, der muss sich sagen lassen heuchlerisch zu sein und ebenso zu handeln. Es ist keine Kunst im Oktober vorauszusagen das am 20. März Frühlingsbeginn ist, aber den Zustand einer Pandemie vorherzusagen ist schlicht nicht möglich. Von niemandem.
„Triebkraft für den Beschluss ist die FDP, die schon im Oktober letzten Jahres genau zu wissen vorgab, dass die Pandemie am 20. März 2022 zu Ende sein würde und die nun trotz der verheerenden Lage darauf besteht. Es ist pure Ideologie, die hier am Werk ist. Die FDP möchte ihr brachiales Konzept von Freiheit dem ganzen Land aufdrängen. Freiheit in der in letzter Konsequenz sozialdarwinistischen Lesart der Liberalen heißt, rücksichtslos sein zu können und nicht frei in der Lesart der Aufklärung, nämlich frei dazu, auf andere Rücksicht zu nehmen. Nicht umsonst waren die Demonstrationen von schwurbelnden sogenannten „Querdenkern” in letzter Zeit rückläufig. Mit der FDP sitzen sie ja an den Hebeln der Macht. Nur die Wortwahl ist etwas gefälliger.
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In der Gesamtschau ist die Bilanz der Ampelkoalition in der Corona-Politik katastrophal, ein größeres Versagen wäre kaum möglich gewesen. Eine besonders tragische Rolle nimmt dabei Karl Lauterbach ein, von dem sich viele Menschen, besonders jene mit besonderen Risiken, einen Fürsprecher und Beschützer gegen die Rücksichtslosigkeit von Maskenverweigerern und Corona-Leugnern versprochen hatten.
Doch in den vergangenen Tagen wurde vollends klar, dass es zwei Karl Lauterbachs gibt: Einen, der auf Twitter vor den Corona-Gefahren warnt und einen, der als Bundesgesundheitsminister die FDP gewähren lässt – aus Gründen, die nichts mit Infektionsschutz und viel mit Machterhalt zu tun haben. Der Kontrast zwischen Lauterbachs Twitter-Warnungen und seinem realen Handeln machen ihn zur tragischen Figur – und zu einem Gesundheitsminister, der in einer entscheidenden Phase seiner Aufgabe nicht gerecht wird.“