Schon der Titel suggeriert etwas besonderes. Zumindest für den filmhistorisch und filmhandwerklich interessierten Leser, der auch Edgar Reiz zu verorten mag.
Es gibt ein neues Werk von Edgar Reiz. Heimat ist wörtlich sein Lebenswerk. Nun findet ein viertes Werk seinen Weg in die Kinos.
“ Als in der Mitte des 19. Jahrhunderts Hungersnöte, Armut und Willkürherrschaft die Menschen niederdrückten, sind Hunderttausende aus Europa ins ferne Südamerika ausgewandert. Etwas besseres als den Tod findet man überall, das war ihre bittere Erkenntnis und ihre Hoffnung. Vor dem Hintergrund dieses unvergessenen Dramas, entfaltet Edgar Reitz in seinem neuen Kinofilm DIE ANDERE HEIMAT die Chronik einer Sehnsucht: Wieder ist das fiktive Dorf Schabbach Schauplatz und Universum zugleich. Hier erleben wir die Geschichte zweier Brüder, die in ihrem Dorf erkennen, dass nur ihre Träume sie retten können.
Jakob, der jüngere Bruder lässt alle Grenzen, die einem Bauernjungen in dieser Zeit gesetzt sind, hinter sich. Er liest jedes Buch dessen er habhaft werden kann, er studiert die Sprachen der Urwald-Indianer, er entwirft Pläne für die romantischsten Abenteuer in den Wäldern Brasiliens und beschreibt seinen Aufbruch aus dem Hunsrück in einem erstaunlichen Tagebuch, das nicht nur seine Geschichte und seine Gedanken wiedergibt, sondern das Lebensbild einer ganzen Zeit. In den Strudel von Jakobs Träumen werden alle gesogen, die ihm begegnen: Seine von Mühsal und Arbeit geplagten Eltern, sein kampfbereiter Bruder Gustav und vor allem das schöne Jettchen, die Tochter eines verarmten Edelsteinschleifers und ihre beste Freundin, das Florinchen, ein Engel voller Liebesverlangen. Was kann es in dieser kargen Bauernwelt schöneres geben, als Jakobs Erzählungen zu folgen und mit ihm Pläne zu schmieden für ein glücklicheres Leben jenseits des Weltmeeres? Die Sehnsucht der jungen Menschen droht immer wieder zu zerbrechen: An der Unwissenheit der Zeit, an Krankheiten, Tod und Naturkatastrophen, die über das Land hereinbrechen. Die Familie droht unter der Last der Schicksalsschläge zu zerbrechen. Neun Kinder hat Margaret, die Mutter Jakobs geboren, nur drei von ihnen überleben. Mitten im Sommer zerstören Eis und Schnee die Ernte, der Hunger lässt die Menschen an Tuberkulose erkranken. Da gibt es nur noch die eine Rettung: der Traum von einer besseren Welt. Jakobs Träume suchen das Abenteuer, das Fremde, die Freiheit in der Wildnis Südamerikas. Die Rückkehr des Bruders Gustav aus dem preußischen Militärdienst gibt den Anstoß für Ereignisse, die die Liebe zwischen Jakob und Jettchen jäh erschüttern und Jakobs Leben in eine völlig unerwartete Richtung lenken.“
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http://www.spiegel.de/kultur/kino/kinoepos-die-andere-heimat-von-edgar-reitz-a-923618.html
http://www.sueddeutsche.de/kultur/edgar-reitz-was-man-sieht-ist-abschied-1.1784363