Dr. Dressler und die rote Couch

Heute wurde mir übel mitgespielt. Natürlich von einer Frau, nein eigentlich mehreren. Dabei bin ich doch ein Mann und so sensibel…na ja…wie eigentlich alle Männer, nur eben sensibler als alle. Überdurchschnittlich…:p

Ich habe schon vor Wochen gefragt, gewartet, wieder gefragt, gehofft, wieder gewartet und letztlich vergeblich gehofft. Auf eine Antwort. Von einer Frau M. Dann kam eine Antwort ohne Inhalt auf die Frage, aber von Frau E, die sich vermutlich als mittlerweile zweite Pressesprecherin von Frau M. ein kleines zusätzliches Einkommen sichert. Die hatte vermutlich (Temporär?)Gehirnschwurbel und die Frage längst vergessen. Wie auch Frau M. Die hat sich gefreut, vermutlich über das Vergessen. Gehirnschwurbel als Freudenspender.

Das macht mich fertig. Äscht. Also habe ich Soforthilfe in Anspruch genommen. Ich rief die Telefonseelsorge an. Der allseits bekannte Dr. Dressler nahm nach dem zweiten Klingeln das Gespräch entgegen. Ich war so verzweifelt, aber auch so wütend. Er eröffnete mir drei Optionen zur kurzfristigen Aufarbeitung als sog. „Ventillösung“:

1. Puffbesuch
2. Amoklauf
3. Sport

Ziffer 1 schied aus ökonomischen Gründen leider aus, schließlich habe ich keinen Goldesel im Gärtchen stehen.

Bei Ziffer 2 war ich um Stunden zu spät gekommen, denn ein unflätiger Junger Mann aus Mittelfranken hätte mich um die mir dann wohlverdiente mediale Aufmerksamkeit gebracht.

Also blieb Ziffer 3 und ich erinnerte mich an mein Vorhaben, am Samstag bei einem Laufwettbewerb in DGF teilzunehmen. Dort werde ich also meine Körperhitze via Laufschuhsohle auf den Asphalt ableiten.

Natürlich ist dies, wie Dr. Dressler mahnend anmerkte, allenfalls eine kurzfristige Entlastung. Er riet mir dringend, mich unmittelbar einer tiefenpsychologischen Desensibilisierungspsychotherapie mit Farbtherapieuntertonierung zu unterziehen.

Gesagt getan: ich quetsche das letzte Fünchen Elektronenatom aus meinem altmodischen Handtelefon und rief hier an: Frau Dr. Couch nahm mein Gespräch nach dem dritten schrillen Klingelton entgegen. Bereits an ihrer Stimme erkannte ich die Strenge der Hochsteckfrisur, die ihr Haupt kleidete. Auf ihrer Couch würde ich Erleichterung erfahren, dass spürte ich vibrationsalarmdurchströmt durch den Draht. Da war ich mir sicher, so sicher wie Susanne…ähhh…Rosa heisst.

Natürlich prahlte sie bereits nach wenigen Sätzen mit ihrem Dissersationsthema, welches für lange herbeigesehnte Gespräche sorgen wird, hoch über Discounterwerbeschreibengesprächsniederungen:

„Das Amt: geistgewirkter Christusdienstin der Communio Sanctorum – Zukunftsweisende Elemente im Werk des spanischen Kontroverstheologen Bartolomé Carranza de Miranda“

Sie verordnete mir zunächst einmal 234 Einheiten a 90 Minuten, wobei die Therapie unverzüglich bereits nächste Woche beginnen sollte und auch Intensivtherapeutische Einheiten an Wochenenden vorsieht. Uff, das wird hart, zumal damit Kollisionen mit bereits im Terminplan eingespeicherten Ereignissen praktisch unumgänglich sein werden.

Vielleicht nehme ich auch erst einmal einen roten Schonbezug mit. Schon fürsorglich wie ich mitdenke oder?

Bezüglich der Gesprächslautstärke am Ort des Geschehens bin ich mir noch vollkommen unschlüssig. Ich orientiere mich aber an der Geschichte mit Lisa…Lisa…komisch…:??:…wieso nennen sich alle Psychotherpeutinnen Lisa…auch mal bedenkenswert…aber erst nach den 234 Einheiten, schön jetzt alles der Reihe nach. Ab in die Praxis … die mit der rosa Couch…:oops:

Dieser Beitrag hat 4 Kommentare

  1. no sister

    die ganze Geschichte hättest du dir sparen können, wenn du auch die Telefongespräche zwischen verschiedenen Damen kontrolliert hättest. Schriftlich ist da nicht alles festgehalten worden

  2. Boccuse

    Sparen tut in diesen Tagen nicht einmal der Staat, also (er)spare ich (bei) Menschen mit Gehirnschwurbel auch die Wahrheiten des Lebens nicht (aus). Für alles andere lasse ich Wolfgang und den Chor antreten:

    Es grüßt
    Big Brother

  3. Boccuse

    Für die es noch nicht trotz Raffrollos im Hause „gerafft“ haben:
    der Text hat zwei Farben: um es nicht zu verkomplizieren, verzichte ich auf eine entsprechende detaillierte Bennnung, sagen wir einfach hell und dunkel.

    An den wenigen Stellen, wo der Text (plötzlich ?) heller erscheint, lässt sich potzendonnernochmal darauf klicken und es eröffnet sich eine neue Welt (für die Spitzenexperten des Netzes: LINK).

    Der dort hinterlegte Wissensfundus führt gelegentlich zu Wissenszuwachs, Verständnishorizontserweiterung und möglicherweise langfristig zur Erleuchtung (mangels Studien bislang keine statistische Signifikanz!)

    Immer für Aufklärung sorgend
    I. Kant

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