Bergsommerfrische 2022 – Touren

Hier nun kurze Berichte und Bilder zu den absolvierten Touren. Wie hier bereits geschrieben, es wurden insgesamt 1,5 Radtouren und 6 Wanderungen.

Meine Grundüberlegungen leiteten sich davon, dass ich mich nicht durch eine einzige große Bergfahrt muskulär so abschießen wollte, dass ich 2-3 Regenerationstage benötigen würde. Daher bezog ich die Bergbahnen in mein Konzept dahingehend mit ein, dass ich mir ggf. die Abstiege verkürzen würde, da diese besonders muskulär belastend sind. Bergauf ist es mehr eine Herz-Kreislauf Belastung, das lässt sich konditionell und willentlich bewerkstelligen.

Sonntag 07.08.2022: Großes Degenhorn (2946 m)

Auffahrt mit der Bergbahn direkt ab Hotel bis zur Brunnalm auf ca. 2050 Meter.

Da im Gebiet Bauarbeiten angezeigt waren, bin ich nicht den direkten normalen Aufstiegsweg über die Mooseralm gegangen, sondern zunächst den Weg hinab Richtung Brunnalm bis zum Sessellift Weissspitzbahn. Letztlich fanden am Sonntag aber keine Bauarbeiten statt und so störte ich sicher niemanden.

Weiter oben dann über die Talstation der neuen Sesselbahn weglos am Hang entlang immer weiter hinein in das Tal. Irgendwann weit hinten traf ich dann auf den Weg der von der Mooseralm kommt und auch auf den der im Tal von der Brunnalm hochkommt. Danach weiter bis zur Ochsenlenke.

Es geht von dort dann nicht den direkten Grat hoch zum Gipfel des Großen Degenhorns sondern erst etwas aufwärts und dann abwärts zum Degenhornsee und dann im weiten Rund hinauf zum Gipfel. Kletterschwierigkeiten gibt es keine. Den Gipfel hatte ich für mich alleine, denn da der Weg von meiner Seite aus offiziell gesperrt war war überhaupt nichts los. Nur von der Seite der Volkzeiner Hütte ist ein Zustieg problemlos möglich.

Gesamtgehzeit 4:25 h und ca. 1100 Höhenmeter

Montag 08.08.2022: Gorner (2702 m) – Rotenkogel (2762 m)

Wieder ein trüber Morgen, daher eine Art Notprogramm, da sich sonst eine Tagestour nicht ausgegangen wäre. Mit dem Auto nach Kals am Großglocker und dort in die örtliche Bergbahn hoch zur Adlerlounge (2426 m) gestiegen. Einen Plan was ich machen wollte hatte ich nicht, daher entschied ich mich spontan für den Weg zum Gorner. Generell war die Sicht bescheiden, daher sah ich den Wegverlauf auch nur rudimentär. Die vergleichsweise wenigen Höhenmeter hinauf sollten machbar sein.

Ab dem Gorner hinüber zum Rotenkogel sollte der Weg angeblich schwarz, also ausgesetzt und schwierig sein. Letztlich war es ein guter Bergsteig, ein bisschen trittsicherheit kann nicht schaden, aber wirkliche Schwierigkeiten gab es auch hier nicht. Der Weg geht eigentlich immer am Grat entlang, hat mann einmal die Höhe von ca. 2700 Metern erreicht.

Gipfel Rotenkogel
tolle Aussicht

Gesamtgehzeit 1:45 h und ca. 300 Höhenmeter

Dienstag 09.08.2022: Rennradtour Dolomitenrundfahrt – Lienz – Oberdrauburg – Gailbergsattel – Lesacher Tal – Kartitscher Höhe – Pustertal – Lienz

Gesamt: 115,0 km, 5:02 h, 1870 Höhenmeter

https://www.dolomitensport.at/de/dolomitenradrundfahrt/strecke-und-hoehenprofil

Keine Bilder, da Handy ausser Betrieb.

Dazu bin ich nach Lienz auf den Parkplatz des Dolomitenbads gefahren und habe dort meine Karre abgestellt. Leicht knifflig erstmal aus Lienz herauszukommen, denn der Wegweiser der korrekt ist lautet „Kärnten“. War mir nicht ganz klar, ich hatte etwas mit Drau Radweg erwartet.

Kurz vor Oberdrauberg endet der Radweg im Schotter, daher wieder ein Stück retour und auf die Bundesstraße gewechselt. Der Anstieg zum Gailbergsattel ist für mich perfekt. Gleichmäßiger Anstieg ohne Rampen und gut zu drücken.

Runter geht es mäßig steil bis es nach Kötschach rechts ab ins Lesachtal geht.

Es folgen 39 Kilometer bis zur Kartitscher Höhe. Diese liegt zwar nur auf 1530 Meter und daher wären es eigentlich nicht mehr als ca. 800 Höhenmeter, aber die Strecke ist mit 19 (!!!) Zwischenabfahrten mental fies. Schlechter Asphalt, teilweise enge Straßenführung und immer rauf und oben angekommen wieder alles runter. So geht es zermürbend immer dahin. Es erinnerte mich an die Riviera, wo vom Strand unten es immer ein Cap XY hochging und auf der anderen Seite dann zum nächsten Strand genauso wieder runter. Das Tal an sich ist wunderschön, aber es zieht sich doch in die Länge, was erstmal so nicht zu vermuten ist. Es rollt einfach gar nicht.

In Maria Luggau angekommen war dann eine Umleitung ausgeschildert. Also brav ins Tal hinab nur um festzustellen, dass es eine Schotterstrecke ist. Das ist nun so gar nicht mein Ding, daher wieder hochgekurbelt und in den Ort reingefahren. Da war zwar wegen einer Brückenerneuerung gesperrt, aber eine Behehlfsbrücke half weiter. Danach wurde die Straße bis zur Höhe viel breiter, besser und rollte gut aufwärts mit angenehmer Steigung. Endlich kam dann die Kartitscher Höhe, wobei es keine besondere Aussicht von oben gibt. Es rollte dann prächtig abwärts ins Pustertal und eigentlich war dann nur noch ausrollen bis nach Lienz angesagt. Eigentlich.

Denn nachdem ich in Tassenbach auf den Drau Radweg gestoßen bin begann das Desaster. Ich hatte im ersten Bericht dazu bereits ausführlich geschrieben, daher hier keine Wiederholung. Aber es war dann entgegen meiner Hoffnung kein Vergnügen und ich war heilfroh in Lienz ohne Sturz oder Unfall wieder retour zu sein.

Mittwoch 10.08.2022: Staller Sattel – Obere Steinzgeralm – Rote Wand

Eigentlich war für diesen Tag die Dolomitenrundfahrt geplant. Aber als ich am Staller Sattel oben ankam musste ich feststellen, dass entgegen den Ankündigungen die Abfahrt nach Italien doch weiterhin wegen des Unwetters und den Folgen gesperrt war. Daher musste ich flexibel entscheiden und hatte die Wahl zwischen dem Almerhorn auf der Nordseite und der Roten Wand auf der Südseite. Die Entscheidung fiel dann zugunsten der Roten Wand.

Der Weg geht gemütlich los bis zu einer Verzweigung bei der ich mich entscheiden musste welche Variante ich bevorzugen würde. Ich entschied mich für den Abzweig nach rechts hinauf auf eine kleine Anhöhe. Oben angekommen musste ich leider feststellen, dass der Weiterweg die gewonnene Höhe sofort wieder vernichtete, denn es ging Richtung Steinzgeralm stetig wieder bergab bis auf ca. 2050 Meter. Danach vereinigte sich der Weg mit dem Aufstieg vom Antholzer See und ging kontinuierlich aufwärts. Das letzte Stück wurde steiler und felsiger, aber letztlich unschwierig.

Der Gipfel bietet eine fantastische Aussicht.

Antholzer See
Panoramablick vom Gipfel Rotwand

Nachdem ich gerne Rundtouren absolviere, bin ich über die Süd-, bzw. Südostseite wieder abgestiegen, was sich etwas in die Länge zog, aber völlig unschwierig war.

Gesamtgehzeit ca. 4 h, ca. 1000 Höhenmeter

Donnerstag 11.08.2022: Bergduathlon – Sexten – Thurntaler

Der Tag stand im Zeichen zweier Disziplinen: Radfahren und Wandern, daher Duathlon.

Zunächst stand eine Fahrt mit dem Auto nach Silian an, dies liegt im Pustertal kurz vor der Grenze nach Italien. Dort parkte ich an der Seilbahntalstation. Von dort ging es zunächst mit dem Rennrad auf den Drau Radweg Richtung Innichen. Allerdings verging mir nach wenigen Kilometern komplett der Spass, weil wieder die entgegenkommenden rücksichtlosen Italiener auf 2 Rädern mich mehrfach komplett umgenietet hätten, wäre ich nicht so geistesgegenwärtig gewesen und hätte ich ständig Achtung gerufen. Selten so bescheuerte Pappnasen auf Radwegen erleben müssen. Daher bin ich dann in Arnbach auf die Bundesstraße gewechselt, was akzeptabel war und bin dort auch geblieben, obwohl auch ein Schild kam für Radfahrer gesperrt. War mir aber egal.

In Innichen angekommen ein einziger Tumult an italienischen Touristen, ein einziger Stau durch den ganzen Ort und ich beschloss nicht weiter nach Toblach zu fahren und auch die Option mit dem Misurinasee lies ich fallen.

Bin dann weiter nach Sexten gefahren, aber der Verkehr war so hoch, dass Radfahren kein Spass war. In Sexten dann wieder Stau durch den ganzen Ort, rücksichtslose Italiener die auf Teufel komm raus auf Zentimeterabstand überholen, was mich echt in Rage brachte. Am liebsten hätte ich ein Tapziermesser als Abstandshalterung am Rad angebracht.

Die Auffahrt zum Kreuzbergpass lies ich ebenfalls weg und bog Richtung Fischleinboden ab und fuhr dort bis zum Parkplatz. Eigentlich hatte ich mich darauf gefreut, links und rechts der Strecke immer mal wieder in die Landschaft blicken zu können, aber das war völlig unmöglich, weil die Fahrt stets hochkonzentriert zu erfolgen hatte. Insofern war der Ausflug nicht der Knüller und nicht das Erlebnis mit Erinnerungsauffrischung was ich mir erhofft hatte. Auch auf der Rückfahrt bin ich nach 2 Km hinter Innichen wieder auf die Bundesstraße gewechselt.

46 km in 1:47 h

Wieder zurück in Silian am Auto habe ich dann die Disziplin gewechselt. Fliegender Wechsel in der Wechselzone Auto.

Es ging dann mit der Silianer Bergbahn hoch zur Station Gadein auf 2090 m. Auch hier hatte ich keinen exakten Tourenplan sondern folge dem Rundwanderweg um den Thurntaler. Der Gipfel des Thurntaler ist gleichzeitig die Bergstation des Sesselliftes, also wenig attraktiv. Insgesamt war auch hier wenig los. Die Rundtour endete dann wieder an der Bergstation.

Gehzeit ca. 1:30 h und 300 Höhenmeter

Freitag 12.08.2022: Wetterkreuz – Langschneid (2688 m)

Eine Tour die ich direkt vom Hotel aus startete. Ohne Warmlaufen in der Ebene ging der Weg straks aufwärts und zwar recht steil ohne Flachpassagen bis mann kurz unterhalb des Wetterkreuzes aus dem Wald heraustritt und zum ersten Mal eine freie Sicht erhält. Zuvor sind es allenfalls kurze Blicke hinunter ins Tal nach St. Jakob in Defereggen. Auch hier war der Weg einsam und ich überholte nur einen einzigen Wandersmann.

Blick zum Gipfel Langschneid von Wetterkreuz aus

Nach dem Wetterkreuz (2230 m) geht es dann am Grat (breit) entlang hoch zur Langschneid. Ein guter Wanderweg. Der Wind blies beim Aufstieg kühl von Osten, daher zog ich etwas langärmliges an. Oben am Gipfel auf der windabgeandten Seite war es gut auszuhalten.

Den Abstieg vollzog ich über die Ragötzlenke (2492 m) und die Brugger Alm ( 1818 m). Leider musste ich dann zur Brunnalm Bergbahnstation wieder ca. 250 Höhenmeter bergauf wandern, was aber keine Probleme verursachte.

Insgesamt eine einfache runde Wanderung, die insbesondere, da ohne Autonutzung möglich war, Spass machte.

Gehzeit 3:45 h, Aufstiegshöhenmeter 1550, Abstiegshöhenmeter 900

Samstag 13.08.2022: Weißer Knopf – Blauspitze (2575 m)

Diese Tour machte ich am Abreisetag. Dazu fuhr ich schon ein Stück der Strecke nach Hause und zwar bis Matrei. Dort parkte ich wiederum an der Talstation der Goldriedbergbahn. Da meine Osttirol Card 7 Tage Gültigkeit besass, war auch diese Fahrt inkl..

Die Bergstation liegt auf ca. 2100 Meter. Von dort führt eine breite geschotterte Fahrstraße erst leicht bergan und dann wieder leicht hinunter zum Kals-Matreier Törl mit der gleichnamigen Hütte.

Der Weiterweg führt dann auf einem breiten Rücken hinauf zur Kalser Höhe, dort zeigt sich der Weiße Knopf links und die Blauspitze rechts, getrennt durch einen längeren Grat. Der Weg führt nun etwas umständlich hinauf zum Weißen Knopf, wobei in diesem Wegabschnitt bereits Trittsicherheit kein Schade ist. Oben angekommen überlegte ich, ob ich wirklich den Grat hinüber zur Blauspitze gehen sollte. Vor mir war ein Paärchen, wobei sie auch etwas zweifelte. Da gesellte ich mich einfach dazu, innerlich dazu bereit auch umzukehren wenn es zu haarig werden sollte. Es wurde dann allerdings nicht schwieriger, klar, abschüssig und schmal wie der Weg nun einmal war sollte man auf einem solchen Abschnitt schon geübt und trittsicher sein. Aber es lässt sich schon machen.

Gipfel Blauspitze
Grat zwischen Blauspitze und Weißem Knopf
Blick vom Weißen Knopf auf den Aufstiegsweg vom Kals-Matreier Törl
Links Weißer Knopf – Rechts Blauspitze

Die Tour auf die Blauspitze war technisch und mental sicher die anspruchsvollste. Froh bin ich, dass ich sie durchgezogen habe, denn ob ich noch jemals die Chance dazu gehabt hätte?

Gesamtgehzeit 3:05 h, ca. 500 Höhenmeter

Fazit:

Muskulär bin ich ausgezeichnet durch die ganze Woche gekommen. Die reichhaltige Verpflegung habe ich durch reichliche Aktivität und Energieverbrauch kompensiert, sodass es gewichtsmäßig 0 auf 0 ausging. Natürlich gibt es noch jede Menge Touren die einen zweiten Aufenthalt ausfüllen würden. Wobei es radtechnisch in der Ecke nicht viel zu holen gibt. Daher müsste ganz klar der Fokus auf Wanderungen liegen. Die eine Bergbahn im Tal ist Segen und Fluch zugleich. Landschaftlich sind unverbaute Berge einfach schöner weil natürlicher. Andererseits sind Bergfahrten aus dem Tal auf Gipfel an die 3000 Meter dort gleich mal längentechnisch anspruchsvolle Unternehmungen.