Hier zunächst einige Anmerkungen, Fakten und die Hotelkritik. Die Touren die ich unternommen habe kommen in einem zweiten Bericht.
Mein Aufenthalt im Hotel Jesacherhof im Defereggental dauerte vom 06. bis zum 13. August 2022.
Ich hatte direkt beim Hotel die Pauschale „Deferegger Almsommer“ gebucht. Das kostete 1059 Euro für 7 Tage und zusätzlich 2 Euro Ortstaxe. Das ergibt 153 Euro pro Tag. Dazu die Getränke von 38 Euro und Trinkgeld von 30 Euro. Je nach Route sind es 163 bzw. 169 Kilometer. Dazu kommen dann die Fahrten vor Ort, das waren ca. 300 Kilometer. Das ergibt überschlägig Fahrtkosten von ca. 300 Euro. Dazu kommt dann noch die Osttirol Card für 7 Tage für 73 Euro und die Felbertauernstraße 2×11 Euro.
Summarisch: 1537 Euro
Letztlich ist es eine menge Geld, aber es gilt es auch einzuordnen, was an Gegenwert erhalten wird. Klar, die Margarete in Nauders kostete pro Tag nur 75 Euro, also die Hälfte und war auch 4 Sterne. Aber hier war es ein vorzügliches Doppelzimmer, top modern und renoviert und eine Verpflegung die allererste Sahne war, aber ich greife der Hotelkritik vor.
Geplant hatte ich eigentlich für den Anreisetag mit dem Rennrad vom Taleingang bei Huben bis hinauf zum Staller Sattel zu fahren. Das Wetter lies mich bereits vorab den Plan fallen lassen. Letztlich auch gut, denn folgendes zur Strecke ins Defereggental. Es gibt in Fahrtrichtung aufwärts also ins Tal hinein eine ca. 1 Kilometer lange Galerie, die kurvig ist und wo ein überholen bzw. überholt werden schwierig ist, also eine potentiell unangehme Strecke. Dann gibt es aktuell eine Baustelle, die auch wieder ca. 1 km lang ist mit Ampelschaltung, Bauaktivität, einer Passage mit einspuriger Fahrbahn, einer Galerie und einem Tunnelstück wo es finster ist. Allein diese Passage aufwärts in der Grünphase zu schaffen ist unmöglich. Also wird es schwierig überhaupt vernüftig dort aufwärts durchzukommen. Daher gut das der Plan nicht durchgeführt wurde.
Alternativ wollte ich den Staller Sattel vom Hotel aus fahren (ca. 15 km und 650 Höhenmeter). Aber alle morgen waren mit 10-15 Grad viel zu kalt um mich wohlzufühlen loszufahren. Und nach einer Bergtour wären die Beine nicht mehr frisch genug. Also habe ich letztlich auf diese Tour auch verzichtet.
Auf was ich auch verzichtet habe ist die Pustertaler Höhenstraße. Dieser Streckenabschnitt zwischen Abfaltersbach und Leisach im Pustertal auf osttiroler Seite war eigentlich fest eingeplant mit dem Rennrad. Allerdings war dafür als Rückfahrt von Abfaltersbach nach Lienz strikt der Drau Radweg geplant, den auf der Bundesstrasse ist viel zu viel los. Aber dieser Radweg ist eine Vollkatastrophe für Rennradfahrer. Ich bin ihn von Tassenbach nach Lienz gefahren, am Tag als ich die Strecke der Dolomitenradfundfahrt gefahren bin. Das sollte eigentlich nur das ausrollen auf den letzten 30 km sein. Aber was dort abging habe ich so noch nicht erlebt. Ein Radweg der von italienischen Familien, Clans, Paaren, Traumtänzern, des radfahrens unfähigen und grob fahrlässig andere gefährenden Typen nur so bevölkert ist. Im Minutentakt eine gefährliche Situation nach der anderen. Es geht fast stetig abwärts, daher haben die Pappnasen auch eine relevante Geschwindigkeit drauf, ich jedoch auch nach 2000 Höhenmetern immer noch einen Tacken mehr. So rücksichtslos habe ich andere selten hierzulande auf einem Radweg erlebt und wenn ich es gleich mit den italienischen Aufofahrern zusammenfassen darf, dieses Volk und seine Bewohner sind sowohl auf 2 als auch auf 4 Rädern eine stete Gefährung und ich kann das wirklich beurteilen nach 50 Jahren Erfahrung. Und weil die Erfahrung leider so war wie sie war habe ich beschlossen diesen Radweg kein zweites Mal fahren zu wollen und Alternativen gibt es nicht. Daher kein Pustertaler Höhenweg.
Insgesamt war der Urlaub daher wanderlastig mit 1,5 Radtouren und 6 Wanderungen. Interessant auch mein Formanstieg beim Wandern, denn den sonst üblichen Muskelkater hatte ich überhaupt nicht. Was darauf schliessen lässt, dass meine Form überragend ist, in beiden Disziplinen. Daher hatte ich auch an meinem Bergduathlon Tag keinerlei Probleme. Dieser bestand aus einer Radtour von Silian nach Sexten Moos und retour und danach einer Wanderung rund um den Thurntaler. Meine unbescheidene Art lässt mich schreiben, dass ich am liebsten derzeit nicht mehr arbeiten möchte und alles an Touren machen möchte von denen ich immer schon träumte. Innsbruck und retour an einem Tag, 555 Kilometer nonstop was bei meinem Alter naheliegt, selbst mehr Höhenmeter würden wieder gehen.
Hotelkritik Alpinhotel Jesacherhof:
Ich kann natürlich viel vergleichen, insbesondere die Hotels aus den letzten Jahren, dem Kohlerhof, Sonnblick, Forer, Gois etc.. Der Jesacherhof ist absolut empfehlenswert.
Das Zimmer war ein 30 qm grosses Doppelzimmer Zirbe-Hochgall. Modern mit tollem Grohe Bad Inventar, großem TV, bequemem Bett und Sofa nebst Balkon Richtung Westen. Das was mir nicht ganz perfekt gefallen hat war der Ausblick. Dieser ging direkt auf die Talstation der Bergbahn, den Parkplatz und den Intersport Laden. Da das Tal insgesamt vergleichsweise schmal ist, ist ein Panoramablick auch nicht möglich, daher natürlich keine Kritik am Hotel, sondern nur Beschreibung der Tatsachen.
Was ich nicht beurteilen kann aber wohl auch von vielen badebemäntelten Gästen die so rumchlurchen goutiert wird ist der Wellnessbereich. Da keine Nutzung erfolgte kann ich diesen Bereich nicht beurteilen, es gibt aber einen Außenpool mit Liegewiese und diversen Schnickschnack im Inneren. Aber für mich gilt sie immer: meine Wellnessoase ist die Natur, die Berge, die Weite, der Raum, die Luft.
Die kulinarische Versorgung ist absolut erste Sahne. Ich musste jeden morgen eine Träne verdrücken, den für Mom wäre das Frühstücksbuffet der absolute Traum gewesesen. Da hat wirklich nichts gefehlt. Wo ich sonst oft kritisiere, das zu wenig Gebäckstücke oder süsses vorhanden ist, hier war die Auswahl wirklich wahnsinn. Natürlich gibt es jede Menge Schnickschnack den ich nicht brauche, trotzdem zur Kenntnis nehme, so die Cerealien und den Grünkrams. Dazu gab es einen extra Koch mit Station für Eierspeisen aller Art.
Nachmittags von 15-17 h gab es ein Vitalbuffet, was ich an 5 Tagen genutzt habe und wo ich versucht habe das Kuchenreservoir zu reduzieren, was aber nicht nachhaltig von erfolg gekrönt war, obwohl ich mein möglichstes gegeben habe.
Abends gab es nicht nur ein 5-Gänge Wahlmenue, nein, oft waren Spezialabende angeboten, von einem Gourmetmenue, über einen Schmankerlabend, eine sensationelles Nachspeisenbuffet und einem Abend mit Vorspeisenbuffet mit Sushi, King Prawns und sonstigen Leckereien.
Das die Bedienungen auch lecker waren möchte ich gar nicht extra erwähnen, zumal der Juniorchef in meiner Ecke auch für die Getränkeversorgung inkl. Beratung zum tonnenschweren Weinbuch zur Verfügung stand. Diskret, aufmerksam, aber niemals aufdringlich. Immer auf zack, kompetent und dennoch zurückhaltend. Das geht nicht besser. Auch die anderen Gäste waren angenehm, die Atmosphäre insgesamt ausgezeichnet. Was im Vergleich zu den Vorjahren auffiel, es gibt keine Corona Restriktionen mehr, mit Ausnahme zweier Exoten habe ich niemanden mit Maske gesehen. Abendessen gab es ab 19 h, was spät ist aber ok, weil wenn nachmittags das Angebot genutzt wird es schon so passt.
Auch sonst ist das Personal von der Rezeption bis zum Zimmermädchen sehr aufmerksam. Als mein Handy streikte konnte ich problemlos von der Rezeption aus telefonieren.
Es gibt Parkplätze direkt vor dem Hotel, unterhalb vom Hotel und eine Tiefgarage. Wobei ich diese nicht nutzte, weil es ein langer Weg in unterirdischen Gängen ist der zurück ins Hauptgebäude führt. Das Hotel besteht prinzipiell aus dem Hauptgebäude mit Rezeption, Restaurant, meinem Zimmer und einem Nebengebäude, der Villa Jesacher.
Direkt neben dem Hotel liegt die Talstation der Bergbahn. Diese führt hoch zur Brunnalm. Die Anzahl der Touren die direkt ab Hotel durchgeführt werden können ist begrenzt. Begrenzt einerseits ab Hotel und andererseits ab Bergstation Brunnalm. Das macht es unumgänglich doch öfters das Auto zu nutzen. Es sind ca. 20 km bis zum Taleingang und 15 km bis hoch zum Staller Sattel. Da ein Erdrutsch am 05.08.2022 auf italienischer Seite den Pass ab dem Scheitel unpassierbar machten, konnte ich auch keine Dolomiten Rundfahrt über den Staller Sattel ins Pustertal und retour über Lienz durchführen. Das hatte ich eigentlich auch definitv vor.
Was generell schön wäre ist die Osttirol-Dolomiten Card in den Hotelpreis zu integrieren, analog wie in Serfaus-Fiss-Ladis mit der Super-Summer-Car. Es gibt mit der Bergbahn hoch zur Brunnalm nur eine einzige Bergbahn im Tal, was einerseits gut ist, aber Touren auf knapp 3000 Meter sind dann vom Tal aus mit 1500 Höhenmetern auch schon anspruchsvolle Bergfahrten. Daher war ich anfangs skeptisch, mich nicht mit einer einzigen solchen Tour für den kompletten Urlaub muskulär abzuschießen. Ansonsten gibt es definitiv noch eine Vielzahl an Touren die es lohnt zu gehen.
Fazit: absolut empfehlenswert, insbesondere für Kulinarik- und Bergliebhaber.
Ein Wort noch zum Wetter während des Aufenthaltes. Entgegen anderen Regionen war das Wetter zwar mehrheitlich gut, dennoch regnete es an vier Tagen. Nicht durchgängig, aber Regen begrüßte mich am Ankunftstag hinter dem Felbertauern, dann regnete es am Sonntag Nachmittag und auch der Montag war trüb, wolkig und nachmittags auch regnerisch. Einen mehrstündigen Landregen gab es auch noch am Freitag den 12. August. Somit war es auch bezüglich Tagesplanung nicht so, dass ich immer alles hätte machen können, den insbesondere ein Schauer oder Gewitterrisiko ist in den Bergen immer nicht ganz ohne.
Mein Handy war ab Montag Nachmittag den 08. August außer Funktion. Auf der Rückfahrt von Kals hat es sich von selbst neu gestartet, was automatisch bedingt, dass die PIN Nummer der Sim-Karte neu eingegeben werden muss. Da ich seit geraumer Zeit das Handy nachts nicht mehr ausschalte und auch seit dem neuen Handy seit einem Jahr eine neue Sim-Karte habe, kannte ich weder die PIN noch habe ich sie mit mir geführt. Daher hatte ich drei Versuche die ich alle versemmelt habe und dann kommt die Abfrage der PUK. Natürlich habe ich auch diese Nummer nicht parat gehabt. Also Ende der Funktion.
Ich überlegte dann ob ich die 160 km retour nach RO fahren sollte, also 6 h Fahrtzeit an dem trüben Montag Nachmittag. Rechnete dann auch mit ca. 150 Euro Kosten und verwarf letztlich den Plan, zumal ich ansonsten am nächsten Tag den ganzen Tag hätte opfern müssen. Im nachhinhein sicher die richtige Entscheidung, denn so ganz ohne geömmel ist es auch sehr entspannt. Natürlich wären einige Recherchen bzgl. Wetter, Touren etc. ganz gut gewesen, aber es ging eben auch ohne. Einiges an Vorbereitung hatte ich ohnhin gemacht und im Kopf. Dazu hatte ich für Bilder noch die Digicam, sodass die Dokumentation gewährleitstet war.