Alle schlechten Dinge sind 3

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Das ist jetzt faktisch das Update zum Update. Eine weitere Mitarbeiterin bei uns wurde positiv getestet. Bekannt ist es seit Donnerstag. Was insgesamt scheinbar mittlerweile ganz gut funktioniert ist der Meldeweg des Ergebnisses innerhalb kurzer Zeit. Also 24 h als Hausnummer.

Natürlich weiss ich es nicht, aber die Kollegin hat sich ggf. bei Kollegin Nr. 2 angesteckt. Kollegin Nr. 3 sitzt räumlich etwas näher, insofern ist hier das theoretische Risiko nicht 0. Bei solchen Kontakten ist immer auch die Frage zu stellen, macht es eigentlich einen Unterschied ob 15 Minuten an einem Stück (Maske und Abstand mal aussen vor) oder 5 x 3 Minuten Kontakt an einem Tag?

Zum Thema Kontaktnachverfolgung. Hier gibt es die offzielle, die aber ausschließlich auf Angaben der betreffenden Person beruhen. Sagt diese dem Gesundheitsamt x muss es x zur Kenntnis nehmen. Mittlerweile weiss mann auch, dass viele sich entweder nicht erinnern können oder auch wollen oder es schlicht zu komplex ist. Daher wurde auch der Vorschlag mit dem Kontakttagebuch gemacht.

Die inoffizielle wäre aber die firmeninterne. Und hier lässt sich sagen, diese hat es zumindest was mich anbelangt nicht gegeben. Niemand hat mich gefragt ob und wann und wielange Kontakt ggf. Bestand? Wer weiss schon ob ich in der Mittagspause zusammen war, ggf. im Auto beim Supermarkt gemeinsam war, nach Dienstschluss mich am Parkplatz verquatscht habe etc.. Ich hätte wäre es meine Entscheidung gewesen erstens die Personen befragt und die bei denen ein bestimmtes Maß an Kontakt überschritten war in Kurzquarantäne geschickt. Also z.B. 5 Arbeitstage Home Office, was inkl. des Wochenendes dann 8 Tage wäre und dann vor Wiederaufnahme der Arbeit einen Schnelltest (ggf. auch PCR).

Ich denke jeder und jede könnte mehr Prävention betreiben, aber aus verschiedensten Gründen unterbleibt dies und das führte uns in den ganzen Schlamassel aus dem wir so auch nicht wieder herauskommen.

Ich sehe Kollegen die zu zweit im Büro sitzen und keine Maske tragen, weil es nicht erforderlich ist wenn der Mindestabstand eingehalten wird. Ich sehe dass Stoßlüftung nicht gemacht wird weil Fensterbretter mit Krempel vollgestapelt werden und so nur ein Fensterkippen erfolgt. Es ist einfach immer noch nicht bei allen angekommen wie heikel die Situation ist.

Würde sich jeder so verhalten als sei er/sie infektiös und sich bei Kontakt so verhalten als sei das Gegenüber poteniell ansteckend, so würde sich vieles ändern können.

Mann hangelt sich an Hoffnungszeichen, dass die Absolutzahlen der positv getesteten nicht mehr ansteigen. Stimmt, aber sie verharren jetzt auf hohem Niveau. Die Zahl der Covid-19 Fälle die Intensivbetten benötigen steigt weniger steil an. Als ob das reichen würde, die Absolutzahl steigt unverändert an. Irgendwann ist es auch egal ob noch freie Betten vorhanden sind, wenn medizinisches Personal in Quarantäne ist (= im privaten Umfeld sind dies gerade zwei Personen) und damit nicht mehr vor Ort ist.

Der 7-Tage-R-Wert liegt heute lt. RKI bei 1,07. Das bedeutet, die Fallzahlen können gar nicht sinken, schon gar nicht stark. Wenn es gut läuft verändern sie sich nicht wesentlich. Das reicht aber definitiv nicht, weil sich bei Fallzahlen von 15-20 Tsd. pro Tag ein enormes statistischen Risiko auftut, dass die Verbreitung sich doch in Risikogruppen und Risikoeinrichtungen einschleicht. Fälle gibt es hierzu schon. Was aber mich beunruhigt, selbst mit dem harten Lockdown im Berchtesgadener Land wurde es nicht geschafft auch nur näherunsweise zu 50er Inzidenzen zu gelangen. Heutiger Wert: 164!

Und dann diejenigen, die jetzt FFP2 Masken für Risikogruppen fordern. Wer hat seinen Eltern die zu jener Gruppe zählen bereits im März zwei FFP2 Masken organisiert? Es ist doch nicht so dass alle Personen blöd oder dement wären. Die haben sich wenn sie clever genug gewesen sind längst damit munitioniert oder haben eben Leute wie mich im Umfeld die hierbei hilfreich zur Seite stehen. Das ist auch überhaupt keine finanzielle Frage. Die Rentnergeneration kann sich die 1,50 Euro locker leisten.

Wer hat denn, aufgrund seiner mehr als 20 Jahre Erfahrung mit FFP1 und FFP2 Masken bereits im Frühjahr gesagt, glaubt denen nicht die sagen das bringt alles nichts? Mein Beispiel war immer: stellt euch gegenüber, spuckt euch an, einmal so und einmal mit einem Blatt Papier dazwischen. Wer den Unterschied merkt kapiert auch den Schutzmechanismus einer Maske. So einfach ist das.