Adel verpflichtet

So lautet der Titel eines britischen Spielfilms aus dem Jahre 1949. Jahrzehnte später sieht die Situation im Jahre 2011 wie folgt aus:

Ein gar nicht unbekannter Freiherr, der sich als der Politikshootingstar der letzten Jahre erwiesen hat und derzeit das Amt des Bundesverteidigungsministers inne hat, fühlt sich vielen Dingen verpflichtet:

Der Lüge, des Betrugs, der Feigheit.

Doch der Reihe nach. Es fing vor nicht einmal einer Woche mit „abstrusen“ Vorwürfen zum Zustandekommen der Dissertation von Herr zu Guttenberg an.

Zunächst sah es nach einigen kleinen Flüchtigkeitsfehlern aus. Die Netzgemeinde hat allerdings gründlich gearbeitet und bis heute auf insgesamt 286 Seiten (entsprechend 73 Prozent der Seiten) Plagiate gefunden. Es ist völlig unstrittig, dass dieses Werk unter Vorsatz so geschrieben worden ist wie es ist. Ein Werk voll von Plagiaten.

Die vollständige Chronologie der Ereignisse kann nachgelesen werden.

Es macht einen Bürger wütend, wie jemand hier mit der Wahrheit umgeht. Und es geht um einen Minister, der einen ganzen Wertekanon wie eine Monstranz vor sich hergetragen hat. Prinzipienfestigkeit, klare Werte, Verantwortung, Verpflichtung. Alles nachzulesen auf der Hompage von Guttenberg.

„Ich will auch unbequemen Fragen nicht aus dem Weg gehen“

Dazu passt dann exakt die Ankündigung, morgen im Bundestag selbst keine Stellung zu beziehen, sondern einen Staatssekretär an die Front zu schicken. Guttenberg verhöhnt das Parlament und die Bürger. Das war der Stand am Nachmittag. Am Abend scheint der Protest Wirkung zu zeigen und Guttenberg erwägt ggf. doch persönlich Stellung zu beziehen. Er lässt sich herab, hochwohlgeboren.

Mehr Dreher hat schon lange keiner mehr in so kurzer Zeit auf dem politischen Parkett hingelegt. Opernball ist auch bald, vielleicht wäre das dort das geeignetere Parkett für den Minister?

Das Medienecho ist verherrend, nur einige Schlagzeilen:

Die Lüge ist ministrabel geworden

Fünf Tage, drei Statements, zwei Guttenbergs

Das neueste Bekenntnis von Verteidigungsminister Guttenberg beweist: Er hat gelogen

Das lustigste zu diesem sonst traurigen Thema ist folgendes Bild:

Guttenberg entlarvt

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