Erst gestern musste ich wieder einer Diskussion beiwohnen, wo ein Teilnehmer die These vertrat, die Statistik der Corona Toten sei falsch, weil auch ein Corona positiver Selbstmörder dazu gezählt würde. Ein paar Fakten und eine Anmerkung meinerseits.
Ja es mag tatsächlich Einzelfälle unter der traurigen Zahl von mittlerweile fast 20000 Toten geben auf die das zutrifft. Wenn es z.b. zwei Fälle wären so ergeben sich daraus 0,01 Prozent. Ich kann akademisch über diese marginalie diskutieren, aber er ist lächerlich. Ich erwarte auch von den Verantwortungsträgern in diesem Land das sich um 99,99 Prozent gekümmert wird und nicht um statistisches Rauschen. Wer das nicht begreift sollte besser nirgendwo in Verantwortung für Dritte kommen.
In Deutschland wird unterschieden, ob jemand „an“ oder „mit“ Corona gestorben ist. Beide Fälle fließen in die Corona-Todesfall-Statistik des Robert Koch-Instituts ein. Die Entscheidung, ob jemand „an“ oder „mit“ Corona gestorben ist, trifft jedoch nicht das RKI, sondern die lokalen Gesundheitsämter auf Basis ärztlicher Todesbescheinigungen.
Ob Covid-19 erkrankte Menschen, die bei einem Unfall oder durch Suizid ums Leben kommen, gezählt werden, hängt also von der Entscheidung des jeweiligen Gesundheitsamtes ab. Das RKI geht davon aus, dass die Gesundheitsämter solche Fälle nicht zählen. Ohnehin handelt es sich aber um Einzelfälle, die laut RKI in der Corona-Todeszahlen-Statistik nicht ins Gewicht fallen.
Die amtliche Todesursachen-Statistik des Statistischen Bundesamtes erfasst als Corona-Tote nur Personen, die „an“ Covid-19 gestorben sind, bei denen Covid-19 also ursprünglich verantwortlich für den Tod ist.
https://correctiv.org/faktencheck/2020/04/23/coronavirus-ja-auch-infizierte-die-gewaltsam-sterben-werden-in-die-statistik-aufgenommen/