Wer will schon mit einem Vorhang reden?

  • Beitrags-Autor:
  • Beitrags-Kategorie:Politik

Ich nicht, Du nicht und Hendryk M. Broder auch nicht. Ich will ihn auch nicht sehen. Nicht hier im Lande. Und auch nicht in einer von meinen Gebührengeldern finanzierten Sendung der öffentlich-rechtlichen Fernsehsender.

Das findet übrigens auch Hendryk M. Broder so:

„…Schon lange habe ich mich über ARD und ZDF geärgert und trotzdem meinen Rundfunkbeitrag bezahlt. Doch damit ist jetzt Schluss. Über Folter und Ehrenmorde gibt es nichts zu diskutieren, Frau Will!Aber jetzt ist Schluss. Ich zahle nicht mehr.

Am Sonntagabend saß bei Anne Will eine vollverschleierte Frau, die als Frauenbeauftragte des Islamischen Zentralrats der Schweiz vorgestellt wurde. Eine Frau ohne Gesicht. Sie redete nur Unsinn, verteidigte das Tragen des Nikab als normatives Gebot und die Anwerbung junger Rekruten durch den Islamischen Staat (IS) als eine gottgefällige Tat.Das kann sie meinetwegen auch tun. Bei sich daheim, in der Frauengruppe des Islamischen Zentralrats der Schweiz oder im Programm des saudi-arabischen Fernsehens. Aber nicht vor meiner Tür und nicht auf meine Kosten….

Nein, Frau Will, so ist es nicht. Zu unserem Werteverständnis gehört, dass wir über vieles nicht diskutieren, weil es zum Kanon der Selbstverständlichkeiten gehört.Über Folter, Prügel- und Todesstrafe gibt es nichts zu diskutieren, auch nicht über Ehrenmorde und den sexuellen Missbrauch von Kindern. Die Debatte über das Für und Wider der Kinderehe ist uns im Zuge der Zuwanderung aufgezwungen worden. Wir reden darüber, so wie wir vor 15 Jahren über das Dosenpfand geredet haben.

Auch über das Tragen des Nikab oder der Burka kann es keine Debatte geben, schon gar nicht über das alberne Argument, ein Burka-Nikab-Verbot würde es den betroffenen Frauen unmöglich machen, „am sozialen Leben teilzunehmen“. Um was für ein soziales Leben geht es? Mit wem möchten diese Frauen denn gerne kommunizieren? Eingepackt in einen Nikab oder eine Burka?

Zum Kanon der Selbstverständlichkeiten gehört, dass ich sehen kann, mit wem ich es zu tun habe. Das ist die minimale Voraussetzung für jede Art von Umgang miteinander. Darauf basiert mein Werteverständnis. Und deswegen verweigere ich die Zahlung der Zwangsgebühr. Ab sofort müssen ARD und ZDF ohne meine 17,50 Euro auskommen. „