Wie bereits beim letzten Urlaub 2022 in Asien werde ich einige Ereignisse der drei Urlaubswochen hier stichpunktartig aufbereiten.
Es war der dritte Urlaub dieses Jahr nach einer Woche im Sommer in den Bergen und 10 Tagen Ende September in Ägypten. Und es war die zweite Fernreise in den Nach-Corona Jahren, dieses Mal ohne irgendwelche Restriktionen und auch ohne das Tragen einer Maske zu irgendeinem Zeitpunkt.
Es waren 21 Tage Urlaub und 20 Übernachtungen.
Flug:
Das erste Mal mit Finnair. Einige Infos hatte ich bereits hier zusammengestellt.
In den Tagen vor dem Flug hatte ich noch einiges negatives über Finnair gelesen, von vertauschten vorgebuchten Sitzplätzen bis zu Gepäck was nie pünktlich ankam und den schlechten Service.
Somit war meine Erwartungshaltung arg gedämpft.
Der Flug MUC Helsinki war dahingegend schon ein Tiefpunkt, da die Temperatur im Flieger sich stark den Temperaturen in Finnland anzunähern schien. Kühlschrank war ich von den Arabern schon gewohnt, aber das hatte nochmal eine andere Dimension. Noch nie saß ich in einem Flieger mit Jacke und Kapuze über den Öhrchen und fühlte mich unkomfortabel. Muss das wirklich so ein Gefrierschrank sein, macht der Temperaturunterschied zum Wohnzimmer wirklich monetär soviel aus, dass eine Fluglinie seine Gäste so leiden lässt?
Da mich Finnair nach der Reise freundlicherweise um Feedback bat habe ich ihnen auch gerne schriftlich mitgeteilt, dass ich die Bedingungen an Körperverletzung grenzend ansah.
Der Flug nach Helsinki hatte deutlich Verspätung, sodass der Anschluss nach Bkk trotz theoretischer 2,5 h Umstiegszeit auf fast 0 schrumpfte. Zumal ich in Helsinki fast den ganzen Flughafen zu durchqueren hatte, inkl. nochmaliger Passkontrolle.
Der Platz 52 A bzw. 52 L (beim Rückflug) war sicherlich der beste Platz in der Holzklasse. Beinfreiheit maximal. Am Rückflug war sogar der Nebensitz frei, also wirklich optimal. Der Service von Finnair beschränkte sich beim MUC Flug auf ein Becherchen Blaubeersaft und auf dem 12 h Flug nach Bkk gab es ein mittelgroßes Abendessen und ein sehr dürftiges Frühstück. Nur ein alkoholisches Getränk. Nachts gab es nur Wasser und zum Frühstück nichmal Saft. Qualitativ war das Essen ok.
Am Rückflug nach Start um 8 Uhr hoffte ich auf ein gescheites Frühstück, aber bekam nur einen Schnitz Kartoffel und Rührei. Auch dürftig. Vor der Landung gab es Abendessen was wiederum ok war.
Erwähnung soll noch die Transferzeit beim Rückflug finden. Geplant war Ankunft um 15.35 h und Weiterflug um 16:20 h, also nur 45 Minuten Transferzeit. Im Vorfeld hatte ich die historischen Ankunftszeiten recherchiert und die waren eigentlich alle ca. 15 Minuten verspätet. Dazu kommt die Zeit bis ich aus dem Flieger überhaupt bin und dann muss ich noch zum anderen Gate, wobei das Boarding auch mindestens 15 Minuten vor Abflug geschlossen wird. Letztlich war es dann so, der Flug war exakt pünktlich bei Ankunft, was mich eigentlich entspannt hatte. Aber womit ich nicht gerechnet hatte, was, dass ich zwar eigentlich nur von Gate 40 zu 36 gehen musste, ich aber trotzdem nochmal durch den Sicherheitscheck und die Passkontrolle musste, Schlangen inkl.. Das mit einem entsprechenden langen Umweg, sodass es in richtige Hetzerei ausartete.
Ich kam dann zwar rechtzeitig zum boarden an, war mir da aber nicht sicher ob das auch für das Umladen meines Koffers reichen würde, den dummerweise hatte ich den Hausschlüssel im Koffer, da ich vergaß diesen aus dem Ersatzbrillenetui ins Handgepäck zu befördern. Ich erinnerte mich dann aber auf dem Flug, dass ich den Drittschlüssel im Auto hatte, den ich faktisch sonst nur für die Tiefgarage nutze.
Letztlich kam ich pünktlich in München an und auch mein Koffer war da. Transfer mit Park&Ride München nach Mintraching klappte auch wieder hervorragend und mein Auto war überraschenderweise auch Schnee- und Eisfrei.
Letztlich ist der Flug Helsinki Bkk genauso lang wie direkt ab MUC z.B. mit Thai. Da mit der Zusatzoption Platz mit Beinfreiheit aber der Preisvorteil dahin war, würde ich wohl kein zweites Mal mit Finnair fliegen. Jeder Transfer/Zwischenstop hat Nachteile, entweder ist er ein reiner Zeitfresser oder so kurz, dass immer das Risiko besteht den Anschlussflug nicht zu bekommen.
Jetzt noch zu den weiteren Flügen: es gab noch reichlich weitere Flüge, von Bkk nach Phu Quoc (über Ho-Chi-Minh), von Phu Quoc nach Nha Trang (über Ho-Chi-Minh) und von Nha Trang nach Bkk.
Nachdem ein ursprünglicher Direktflug von Bkk nach Phu Quoc schon gecancelt wurde und ich das Geld abschreiben durfte (es gab einen Gutschein von Vietjet, den ich aber nicht nutzen kann), war faktisch jeder sonstige Flug von Vietnam Airlines irgendwie verschoben worden. Letztlich musste ich dann in Bkk ins Vietnam Airline Office und persönlich einen Flug umbuchen. War zwar kostenfrei, aber eben umständlich. Für den Transfer nach Phu Quoc musste ich um 7 h aufstehen und war erst um 19.45 h im Hotel. Ein ganzer Tag nur dafür.
Somit gehen für die Transfers jede Menge Zeit drauf, was kostbare Urlaubszeit ist.
Hotels:
Novotel Phu Quoc
Hier zunächst ein guter optischer Eindruck vom Hotel:
Mit 88 Euro Ü/F pro Nacht ist das Hotel im Vergleich zu den in Hotels La Vela und La Flora in Khao Lak vergleichsweise günstig. Für den gebotenen Standard ist der Preis angemessen.
Das Frühstücksbuffet war von allen 5 Hotels im Urlaub das beste. Sitzplätze gab es sowohl drinnen als auch draussen auf der Terrasse. Einzig störend ist die Geräuschkulisse zur Hauptzeit, also um ca. 9 h. Es geht sehr wuselig zu und erinnert vom Lärmpegel mehr an eine Großkantine. Für Romantiker also eher nicht so geeignet. Ansonsten hat wirklich nichts gefehlt.
Das Superior Double Ocean View Zimmer ist mit 29 qm und einem ca. 8 qm Balkon groß genug. Es ist vergleichsweise neu und wirkt nobel und gut ausgestattet. Auch das Bad ist vom Design schön. Auch der Ausblick auf das Meer kann überzeugen.
Mein Zimmer lag im Hauptgebäude. Daneben gibt es noch Bungalows die im Gartenbereich Richtung Strand verteilt sind. Ohne dass ich in einem solchen gewesen bin fielen mir zwei Dinge auf. Die Lage bedingt dass sie teilw. eingewachsen sind und dadurch bedingt dunkel sind. Auch liegen sie teilw. so, dass der Weg vom Hauptgebäude am Strand an deren Terrasse entlang führt. Also hat man da dann nur eingeschränkt Privatssphäre. Daher war bzw. ist mir mein Zimmer lieber gewesen und ich würde es auch so wieder buchen.
Überhaupt ist die gesamte Hotelanlage sehr gepflegt. Am Strand war es auch überhaupt kein Problem eine freie Liege zu ergattern. Einzig die Tatsache, dass nicht für jeden Liegestuhl (ohne Auflage, daher etwas hart) kein Sonnenschirm zur Vergügung steht ist kritikwürdig. Gestört hat es mich nur deshalb nicht, weil einfach nur kurze Zeit die Sonne zum Vorschein kam. Der Strand ist ausgezeichnet, schön feinsandig und es geht flach ins Meer. Alles ist sehr sauber.
Die Lage mit nur 10 Fahrminuten vom Flughafen ist günstig. Grundsätzlich hat der Bereich des Küstenstreifens südlich vom Flughafen aber folgende Eigenheit. Es ist ein Küstenstreifen, der in den letzten Jahren für den Tourismus erschlossen wurde. Davor gab es dort schlicht nichts. Das hat zur Folge, dass neben den 4 und 5-Sterne Hotels in diesem Bereich, die sich großzügig am Strand verteilen im Hinterland wenig los ist. Es gibt in ca. 400 Metern Luftlinie eine kleine Fußgängerzone mit Essensangeboten, vorzugsweise Seafood. Dort sitzt man draußen und es ist vergleichsweise belebt am Abend zur Hauptzeit. Daneben gibt es dort in diesem Bereich noch einige Geschäfte wie z.B. Massageläden (nicht genutzt). Außer dieser kleinen Zone gibt es jedoch nichts. Daher ist auch kein Nachtleben vorhanden, es gibt außer den Hotelbars nichts wo es sich am Strand bei einem Cocktail oder einem Bier wie z.B. in Khao Lak abhängen ließe. Daher war für mich auch stets früh Zapfenstreich. Also atmosphärisch fehlt eindeutig etwas das Flair. Das hat prinzipiell aber nichts mit dem Hotel zu tun, sondern mit der Situation an dem ganzen Strandbereich. Ob es in Phu Quoc weiter nördlich so etwas mit Anschluss an ein traditionelles Fischerdorf gibt weiss ich nicht genau.
Außer dem Hotel und zwei Läufen die mich jeweils einige Kilometer nord- und südlich des Hotels entlang der Küste führten habe ich nichts von der Insel gesehen.
Havanna Nha Trang
Das Hotel liegt direkt an der Strandstraße von Nha Trang. Es handelt sich um ein 40-stöckiges Hochhaus, welches ca. 1000 Zimmer beinhaltet. Damit ist es schon ziemlich groß.
Mein Zimmer lag im 20. Stock und hatte einen super Ausblick über den Strand und das Meer. Das Zimmer hatte ca. 40 qm, also recht geräumig und einen schönen Sessel direkt am Fenster. Das Bad ist vielleicht nicht das designschmuckstück an sich, aber es hat alles gut funktioniert.
Das Frühstücksbuffet findet im 2. Stock statt und ist sehr umfangreich. Es gibt viele warme Speisen und eine spezielle Ecke für koreanisches Essen. Das zeigt, dass die Gästestruktur auch auf Personen aus Korea speziell ausgerichtet ist. Viele westlichen Ausländer habe ich nicht gesehen.
Es gibt im 5. Stock einen Pool, der aber sehr windig gelegen ist. Der Hotelstrand ist durch eine eigene Straßenunterführung zu erreichen. Liegen und Handtücher sind inkl.. Leider war das Wetter insgesamt immer bewölkt und windig, weshalb immer die rote Flagge aushing und baden somit prinzipiell nicht erlaubt war. Allenfallls einige Meter durfte mann ins Wasser um sich dann um Wasser umspülen zu lassen. Ich hätte mir schon zugetraut unter den Wellen durchzutauchen, aber sicherlich hätte der Badeaufseher Ärger bekommen und mich zurückgepfiffen.
Die 6 Aufzüge haben mich immer ohne lange Wartezeiten transportiert.
Der Club in der obersten Etage namens Skylight kostet 200000 Dong Eintritt, inkl. eines Freigetränks (ca. 8 Euro). Auch da war das Wetter so, dass der Außenbereich nicht besetzt war. Drinnen lief gute Musik, aber so richtig gefetzt hat es auch nicht.
Am Hotel gab es so nichts auszusetzen, Nha Trang an sich ist aber nicht so ein Stimmungsnest, dass ein Besuch unbedingt anzuraten ist. Der Stadt fehlt das gewisse etwas. Selbst wenn das Wetter richtig sonnig und für Ausflüge geeignet gewesen wäre, es gibt nicht so richtig Plätze zum abends abhängen.
Was aber besonders schön war sind die vietnamesischen Massagen. Ein Hot Stone -hot Oil Massage kostete ca. 12 Euro für eine Stunde und war sehr angenehm. Die Anzahl der Sehenswürdigkeiten ist aber vergleichsweise begrenzt und in einem Tag zu bewerkstelligen. Wie gesagt, wären wetterbedingt Ausflüge zu den umliegenden Inseln möglich gewesen, vielleicht wäre mein Fazit von Nha Trang insgesamt positiver ausgefallen. So ist die Stadt eigentlich keine Reise wert, kulturell gibt es mit Hoi An, Da Nang und Hue sicher hochwertigere Ziele.
Klima/Wetter:
In Bkk jeden Tag sonnig, heiter und kein Niederschlag. Heiss mit knapp über 30 Grad Celsius tagsüber und Nachts super angenehm bei ca. 28 Grad.
Auf Phu Quoc war teilw. heiteres teilw. bewölktes Wetter, kein durchgängig schönes Urlaubswetter, trocken und ca. 28 Grad (Wasser ca. 27 Grad).
In Nha Trang war es bedeckt oder stark bewölkt und windig. Nur ganz wenige Aufheiterungen. Einige Schauer abends. Am letzten Abend dann regnerisch und am Abreisetag Dauerregen bei ca. 27 Grad. Wassertemperatur auch ca. 27 Grad, aber baden war durch die hohen Wellen bedingt nicht möglich. Kein Wetter für euphorische Urlaubsstimmung.
Koffer:
Hat in Bkk den Schlappmann gemacht und das kam so.
Der Teleskopgriff erschien mir nach Ankunft in Bkk ein wenig schwergängig, also wollte ich hier Abhilfe schaffen. Dabei bewegte ich den Griff mit meiner unbändigen Kraft so stark, dass er beim herunterschieben so heftig den unteren Kofferbereich berührte, dass ein Riss nahe der einen Transportrolle an der Ecke entstand.

So geschehen war ich mir nicht sicher, ob der Riss sich durch die vielen noch bevorstehenden Transfers und das damit verbundene unsanfte Umgehen mit dem Gepäckstück nicht zu einem völligen Aufreisen der dünnen Kunststoffwand führen würde.
Ich schwankte zwischen Neukauf und Reparatur, als anerkanntes Sparbrötchen und Inscheniör entschied ich mich für den Rettungsversuch. Dazu musste ich erst lernen, dass ein Baumarkt englisch Hardware Store heisst und suchte dann einen entsprechenden mit allen elektronischen Helferlein die es heutzutage so gibt.
Der Shop den ich fand hatte dann allerdings wenig mit einem Obi zu tun, sondern es handelte sich um eine buddhistische Reinkarnation von Lengnings Kurt lengendärem Ladengeschäft in Hutschdorf Oberdorf, nur dezimiert um die noch lengendärere Bückware und Aldi Konserven. Jedenfalls bin ich aufgrund der Sortimentsfülle und der Ladenenge nicht in jene hinteren Geschäftsviertel vorgedrungen, wo sich möglicherweise noch ein Treppenabgang zu einer chinesischen Spielhölle oder einem Bordell mit B-Schwalben (einer asiatischen Vogelart) befunden haben könnte.
Die Beratung war excellent und neben einem Klebeband mit dem ich ebenfalls Kidnapping mit Maulsperre hätte betreiben können (und immer noch kann, den die Abrolllänge des Bandes erreicht fast die Länge der Seidenstraße von Taschkent bis Ulan Bator) fand sich im Warenkorb auch noch ein Kleber (kein Claus) ein.
Das Klebeband wickelte ich dann bondagegeschult so gekonnt, raffiniert und kunsthandwerklich geschmeidig an und ums filigrane Kunststoffausenhäubchen der Transportbox, sodass ein Josef Beuys Gedächtnis würdiges Documenta 16 Opus das Licht der Siamsonne erblickte.
Allein dadurch bedingt wurde das Stück fortan bei allen Transfers faktisch mit mit weissen Brauthandschuhen befingert und ein weiterer Schaden blieb dem Köfferchen erspart.
Fazit:
Auch dieser Urlaub wird nicht in die TOP 10 meines Reiselebens eingehen. Vietnam mit seinen beiden bereisten Destinationen hat mich nur bedingt überzeugt.
Wenn ich Strandurlaub machen möchte dann entweder so wie in Ägypten, wo ich weiss wenn All Inkl. dann existiert ausser dem Hotel nix anderes oder aber so wie in Khao Lak mit Strandflair am Abend mit Restaurants, Flaniermeile und Bars zum Abhängen.
Nha Trang als Stadt hat mich nicht überzeugt, weder was das kulturelle Angebot anbelangte noch das Abendprogramm. Die Rooftop Bars haben nicht das gehalten was ich z.B. aus Bkk von solchen Örtlichkeiten kenne. Es fehlte abends auch hier das gewisse Etwas. Möglicherweise wären die Ausflüge zu den Inseln im Umkreis etwas gewesen was einen positiven Impuls gegeben hätte.
Von den 5 Hotels hat keines enttäuscht. Dennoch muss ich auch bzgl. Frühstücksbuffet sagen, nach einigen Tagen stellt sich auch hier ein gewisser Sättigungseffekt ein und ich bleibe dann oft doch bei meinen bevorzugten Essenselementen.
Die Transfers sofern sie Flüge beeinhalten kosten stets eine Menge Zeit. Die Zeit zum Flughafen, die Wartezeit bis zum Flug, der Flug selbst, Wartezeit beim Umsteigen und dann am Zielort wieder der Transfer ins Hotel. Eigentlich vergurkt mann so immer fast einen Tag, es sei denn mann möchte sehr zeitig früh los oder kommt spät abends an.