Uli Hoeneß: Eigentor

Das ist ein klassisches Eigentor was Uli Hoeneß sich in Sachen Steuerehrlicheit da geleistet hat. Wer hoch zu Roß sitzt kann tief fallen.

Aber zunächst zu etwas Begrifflichem:

Wer immer in seinem Wortschatz den Begriff „Steuersünder“ aufbewahrt sollte ihn sinnvollerweise gegen „Steuerbetrüger“ oder „Steuerhinterzieher“ austauschen.

Steuerhinterziehung ist eine Straftat, keine Lässigkeit. Kein vor dem Abendessen Hände waschen vergessen, kein vor dem zu Bett gehen Zähne nicht geputzt. Wer eine Straftat begeht ist ein Straftäter. Wie ein Einbrecher, Dieb, Schläger. Und wer möchte sich schon mit letztgenannten solidarisieren?

Eine weitere Sache die meiner Meinung nach viel zu wenig kritisiert wird.

In einer Art Ablasshandel kann man sich durch die sog. „strafbefreiende Selbstanzeige“ vor einer eigentlich fälligen Strafe schützen. Man begeht eine Straftat, aber die wird nicht bestraft.

Das gibt es nirgends sonst. Es wäre so, als ob der Ladendieb nach jahrelangem Diebeszug, weil sich die Schlinge zuzieht, kurz bevor er auffliegt seine Diebstähle zugibt, das Diebesgut großzügig zurückgibt aber dafür verlangt, ihn keinesfalls dafür zu bestrafen. Geht es noch?

Oder bei Rot über die Ampel. Wenn zufällig ein Polizeiwagen dabei stand, dessen Besatzung es gesehen hat, na dann zahle ich eben die fällige Gebühr. Aber Punkte in Flensburg und damit Strafe. Nein danke.

Die Sueddeutsche schreibt treffend:

„Hoeneß hat dem Druck jetzt nachgegeben und Selbstanzeige erstattet. Das Schöne für die SPD: Hoeneß ist prominent, CSU-nah, Merkel-Fan, Moralapostel und Steuerhinterzieher zugleich – besser kann es für SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück gar nicht kommen.

Von Hoeneß stammen Sätze wie dieser: „Wir müssen alle begreifen, dass die Spekulation in den letzten zehn Jahren die Welt kaputt gemacht hat.“ Hoeneß hat gar öffentlich immer wieder gewarnt, die Reichen könnten ihr Geld ins Ausland bringen, sollte sich SPD und Grüne mit ihren Forderungen nach höheren Steuern für Spitzenverdiener durchsetzen. In der ZDF-Talksendung Maybrit Illner hatte er bereits 2009 erklärt: „Wenn die Unternehmer alle in die Schweiz gehen, ist auch keinem geholfen. Mit einer Reichensteuer geht es dem kleinen Mann kein Stück besser.“ Zu dem Zeitpunkt soll er bereits Millionen in der Schweiz gebunkert haben. …“

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