The painted Bird

So lautet der Titel eines Filmes aus dem Jahr 2019.

Im Rahmen meiner Recherchen zu „Komm und sieh“ fand der Film in einer Besprechung kurz Erwähnung. Und letzten Samstag lief der Film nach 23 Uhr in 3SAT und ist jetzt auch noch in der Mediathek verfügbar.

https://www.artechock.de/film/text/kritik/p/pabird.htm

Ein Junge hetzt durch den Wald, auf der Flucht, sein weißes Frettchen fest umklammernd. Er wird schließlich von seinen Verfolgern eingeholt, Jungs, kaum älter als er, einer reißt ihn zu Boden, schlägt ihm das Gesicht blutig, die anderen übergießen sein kleines Schoßtier mit Benzin und zünden es an. Unter qualvollen Todesschreien verbrennt es, der Junge kann nur hilflos zusehen. 

Schon die erste Szene in Václav Marhouls »The Painted Bird« ist eine Warnung: Dies ist der Beginn einer entsetzlichen Odyssee von Missbrauch, Versklavung und Gewalt, gefilmt in grandiosen 35-mm-Cinemascope-Schwarz-Weiß-Bildern, die in ihrer formalen Brillanz einen fast obszön wirkenden Kontrast zum Dargestellten bilden. Eine Zumutung. Aber eine, die sich durch das behandelte Thema rechtfertigt? Daran scheiden sich seit der Weltpremiere auf dem Filmfest Venedig vor zwei Jahren die Gemüter.

Fazit: Ein Film, der einem den Glauben an die Menschheit nicht nur austreibt, sondern ihn in den allerschönsten Schwarz-Weiß-Bildern, die man sich überhaupt nur vorstellen kann, regelrecht zertrümmert, zerhackt, zerfickt und dann auch noch die Überreste verbrennt. Ob man das sehen will oder nicht, muss jeder selbst entscheiden – aber kalt lassen wird „The Painted Bird“ wohl niemanden.

https://cuts.podigee.io/123-the-painted-bird