Sport und Gesundheit

Gerade wieder selbst erlebt: leichtes zwicken im untern Rücken vor dem Lauf. Nach 5 Minuten Lauf war das zwicken wie weggeblasen bzw. -gelaufen. Es sind auch gelegentlich die unwissenschaftlichen aber praktisch belegten Erfahrungen die zeigen, wie sinnvoll Bewegung ist. Vom weiter am Stuhl und Sofa sitzenbleiben würde es immer noch zwicken, soviel ist sicher.

Natürlich geht es auch wissenschaftlich um zu zeigen, wie sachlich falsch, irreführend und verhängnisvoll der Satz „Sport ist Mord“ ist:

https://www.ahajournals.org/doi/10.1161/CIRCULATIONAHA.121.058162

Das es aber nicht zwangsläufig lebensverlängerd ist, zeigt aber auch eine andere Studie. Wobei es allerdings auch weithin unstrittig ist, dass Faktoren wie Ernährung und Stresslevel einen wesentlichen Einfluss auf Lebensalter und -qualität haben.

https://www.tagesspiegel.de/sport/langer-leben-durch-sport–nicht-unbedingt-8518807.html

Die eigentlich viel interessantere Frage ist doch, selbst wenn mir Sport und Bewegung regelmäßiger Art keinen einzigen Lebenstag statistisch mehr bescheren, mir aber mit hoher Wahrscheinlichkeit ein „sorgenfreieres“, weil z.B. schmerzärmeres Leben auch im Alter mit viel mehr Aktivitätsoptionen eröffnen, warum sollte ich die Option nicht wahren?

Viele kommen mit Beispielen wie Helmut Schmidt (Kettenraucher) und Winston Churchill (Alkoholiker), die beide über 90 Jahre alt werden argumentativ an. Dabei sind beide genau jener Beleg für die geltenden statistischen Zusammenhänge von Rauchen und Lungenkrebs und Alkoholkonsum und Leberzirrhose. Daher geht es bei einer Statistik, der Interpretation und Schlussfolgerung nie um ein Individuum. Bei jeder statistischen Verteilung gibt es Extreme auf beiden Seiten der „Normalverteilung“, also jenen Kettenraucher der 95 Jahre alt wird ohne jemals an Lungenkrebs zu erkranken, wie auch jene Person die nie geraucht hat, aber mit 30 Jahren an Lungenkrebs erkrankt und stirbt. Interessant ist aber lediglich, was der „Bauch“ der statistischen Normalverteilung an Aussage zulässt, also die Frage beantwortet, wie wahrscheinlich es ist, dass ein starker Raucher im Gegensatz zu einem Nichtraucher an Lungenkrebs erkrankt.

Die Wahrscheinlichkeit, an einem Lungentumor zu erkranken, ist bei einem Raucher 7 Mal höher als bei einem Nie-Raucher. Die Wahrscheinlichkeit, an einem Bronchialkarzinom zu erkranken, nimmt mit der täglich gerauchten Zigarettenmenge, der Inhalationstiefe, dem Teergehalt der Zigarettensorte und den Raucherjahren zu. Nur bei weniger als 10% der Patienten kann kein Zusammenhang mit dem Rauchen hergestellt werden.

Dazu kommt als Überlegung dann noch für Sparbrötchen wie mich, dass ich meinen statistisch erwartbaren Schaden auch noch selbst bezahle. Während es früher das Asbest wenigstens gratis vom Arbeitgeber gab, zahle ich als Raucher auch noch mein eigenes Lungenkrebsgrab.

P.S. Eine Patientenverfügung ist sicherlich oft sinnvoll, jedoch wissen die wenigsten, dass z.B. bei einer Urlaubsreise nach Guatemala oder auf die Fidschi-Inseln im medizinischen Notfall die dort geltenden Regeln und Gesetze zur Anwendung kommen, egal ob ein deutsches Papierchen existiert oder nicht.