Silvester 2024

Nach einem Jahr Pause kehre ich filmisch zurück. Aufgeführt wird ein filmisches Meisterwerk, welches bei intensiver Betrachtung zu immer mehr interessanten Einblicken führt. Der Film ist weit mehr als ein sog. Antikriegsfilm, wobei ich gar nicht sicher bin, ob diese Kategorie jemals passend war. Es ist in weiten Teilen ein religiös-philosophisches Essay über das Leben, den Tod, das Paradies, die Vergänglichkeit und die Ewigkeit.

Die Rede ist von „Der schmale Grat“ bzw. „The thin red line“ von Terrence Malick.

Ein paar Gedanken um diese Sequenz möchte ich anschmiegen. Der Film beginnt mit einer ca. 10 minütigen Sequenz die man als Paradies betiteln kann. Der Mensch in Einklang mit der Natur. Der Mensch in Einklang mit sich. Eine Zeit vor dem Sündenfall.

Witt führt einen Dialog mit Welsh wo dieser ihn darauf hinweist, es gäbt nur diese eine Welt. Witt erwidert, er hätte (noch) eine andere gesehen. Es wird an den letzten Atemzug von Witts Mutter erinnert, die voll innerem Frieden von dieser Welt ging. Was wäre wenn mann wüsste, dieser eine wäre der letzte Atemzug?

Später erfährt bzw. erlebt Witt, dass auch sein Paradies keines ist. Meine Eltern erklärten mir in den 70er Jahren zur RAF, diese würden das Paradies auf Erden schaffen wollen. Unabhängig von der Vereinfachung unter Ausblendung der politischen Hintergründe ein gutes Bild für eine Vorstellung von der Welt und dem Möglichkeitsraum, aber eben auch von den Begrenzungen.

Als Witt sich von seinen Kameraden trennt um diesen den Rückzug zu ermöglichen geht er den Opfergang. Als er auf die grüne Lichtung aus dem Wald tritt und von japanischen Soldaten umstellt wird weiss er, dies ist das Ende. Der Erdkreis an Leben schließt sich. Sein Blick geht weit über das Diesseits hinaus. Er ist ganz ruhig und ganz im Frieden, wohl wissend das es das Paradies auf Erden nicht gibt. Er erinnert sich an den letzten Atemzug seiner Mutter und weiss es. Er hebt sein Gewehr und noch bevor ein Schuss fallen kann setzt die Musik mit dem Meeresrauschen ein, er geht ein in sein Paradies, jene Szenerie mit der der Film beginnt. Nichts kann ihn nun mehr von Gott trennen.

Kulinarisch unterfüttert wird der Genuss von einem ebenfalls monumentalen Schlubberchen:

Quelle: https://www.vinos.de/obsesion-P102063/?q=jumilla%20obsesion&articleNo=39005#zoom=1

Wie flüssiger Samt kommt er ins Glas und begeistert die Nase mit einem Duft von reifen dunklen Früchten gepaart mit würzigen Nuancen von Vanille, Kakao und Zimt. Am Gaumen ist er zupackend, präsent und dabei unvergleichlich harmonisch mit reifen Tanninen und einem langen Finish.“