Sascha Lobo über social Media Verblödung

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Heute hat Sascha Lobo einen unbedingt lesewerten Artikel über die geistigen Ergüsse die in sozialen Medien im Überfluß vorhanden sind geschrieben.

Bonmot daraus:

„…Könnte man Unfug in Energie verwandeln, mit einem deutschen Tagwerk auf Facebook ließe sich Grönland eisfrei fönen.“

Auf den Punkt gebracht:

„…Eine der simpelsten gedanklichen Verknüpfungen, die Kausalität, misslingt regelmäßig. „Es regnet, weil die Straße nass ist“, in den digitalen Fußgängerzonen fände man Aberhunderttausende, die diesen Satz nicht nur unterschreiben, sondern gleich zur Bundestagspetition ausformulieren würden, inklusive der Forderung, Regen zu verbieten und die Straße abzuschieben. Wie soll man mit Leuten, die mit dem Wörtchen „weil“ unzusammenhängenden Quark zur Pauschalbehauptung verbinden, über komplexere Themen diskutieren? Die Antwort macht mich fertig, denn sie lautet: gar nicht. Es geht nicht.

Es fehlt auch jedes Gespür für Verhältnismäßigkeit. Wie kann man ernsthaft von „Merkel-Diktatur“ sprechen, weil einem zwei Regierungsentscheidungen nicht passen? Wer solche absurden Fantastereien ohne jeden ernsthaften Beleg rausknötert, katapultiert sich selbst aus der Sphäre, in der politische Diskussionen stattfinden. Hinein in das Donald-Trump-Universum, in dem ein dumpf bauchgefühlter Halbsatz mehr gilt als 3000 Jahre Zivilisationsaufbau. Was, wenn der (auch von mir) vielbeschriebene „Hass im Netz“ eigentlich kein tief empfundener Hass wäre, sondern nur die dümmstmögliche Reaktion? Wenn also gar nicht die ablehnende Emotionalität das eigentliche Problem wäre, sondern die nicht vorhandene Reflexionsfähigkeit? Und der Hass nur die grausige Folge davon?“

In Gänze:

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/lobo-kolumne-hilferuf-an-die-mindestens-durchschnittlich-begabten-a-1072955.html