Vorweg: ich werde keine Details veröffentlichen, die Rückschlüsse auf einzelne Personen geben könnten. Jedoch erlaube ich mir darüber zu schreiben was privat passiert und was auch aus meinem Arbeitsumfeld herrührt und ggf. private Konsequenzen haben könnte.
Seit Mittwoch den 04. November haben wir in unserer Firma den ersten postiv bestätigten Sars-Cov-2 Befund. Betrachtet mann die Fallzahlen an positiven Testergebnissen im Raum RO so ist dies statistisch erwartbar gewesen. Auch wenn dies konkret hierbei keinen Zusammenhang gibt. Wohl aber bei dem zweiten bestätigten positiven Fall der am Freitag bekannt wurde.
Die Fragen die ich mir jeweils stelle sind folgende: war ich mit der Person überhaupt in Kontakt? Wenn ja, wie war die Fallkonstellation, Zeit, Abstand, Art der Maske etc..
Die zweite Ebene sind dann die Kontakte mit denjenigen Personen die wiederum ggf. mit der positiven Person engeren Kontakt hatten. Also Sekundärkontakte.
Wieso alle Kontaktpersonen 1.Grades bei Fall 1 in Quarantäne geschickt worden sind aber bereits nach maximal 48 h Kontakt intern getestet wurden erschließt sich mir nicht. Quarantäne war o.k., ein Test nach 5-8 Tagen wäre aber sinnvoller gewesen. Wie in einem früheren Blog-Eintrag geschrieben, die Latenzzeit ist Minimum 2,5 Tage, also macht ein Test unterhalb dieser Frist keinen Sinn. Daher war das negative Ergebniss aller Proben auch nicht überraschend. Der zweite Test erfolgte dann am Tag 8 eines möglichen Erstkontaktes. Auch wieder alle negativ.
Beim zweiten Fall ist von meiner Betrachtung aus ebenfalls kein direkter Kontakt gegeben. Auch indirekt nicht plausibel möglich. Ich bin seit geraumer Zeit mit FFP2 Maske im Büro ausgestattet. Nur phasenweise wenn ich allein bin oder beim Essen oder Trinken (immer so kurz wie möglich) ist die Maske mal kurz ab.
Mit meiner FFP2 Maske bin ich aber einer der wenigen. Meine Beobachtung ist ganz vereinfacht, diejenigen die auch immer nur diese schalartigen Tücher hochziehen gehören zu denen, die nicht so recht an die Gefährlichkeit des Viruses glauben und auch sonst alle möglichen Zweifel an diesem und jenem haben. Trotz der eindeutigen Faktenlage, insbesondere hier im Südosten Bayerns mit Inzidenzen bis zu 400 im 7-Tage Schnitt.
Wie lange es dauert bis die Fallzahlen wieder sinken sieht man derzeit am Landkreis Berchtesgadener Land. Dort wurden weit strengere Maßnahmen verhängt wie im Rest der Republik (Schulen und Kitas zu, Ausgang nur mit triftigem Grund etc.) und trotzdem dauert es seit dem 19.10 bis heute (7-Tage Inzidenz 124), also 3,5 Wochen bis dieses Niveau erreicht wird. Und am Ziel die Zahlen unter 50 zu drücken ist mann trotzdem noch weit entfernt.

Das lässt Rückschlüsse auf einen möglichen Rückgang der Inzidenz-Zahlen für ganz Deutschland zu. Hier sind die Maßnahmen bei weitem nicht so streng (Schulen und Kitas offen, nur Restaurants und Kultur ruht). Daher wage ich die Prognose, wenn bei härteren Maßnahmen keine 4 Wochen reichen um 50er Inzidenzen zu erreichen, wird dies Deutschlandweit weit länger dauern. Eine Rücknahme von Maßnahmen halte ich daher auch im Dezember für eher unwahrscheinlich und wenn dann allenfalls in der zweiten Hälfte, ggf. einfach auch aus praktischen Gründen heraus, weil die Politik Weihnachten Deutschland nicht zusperren will.