Mit der heutigen Tour nach Kufstein habe ich die Rennrad Saison 2022 eröffnet. Es ging gemütlich hin und zurück, wobei mit Rückenwind die Strecke hinwärts deutlich entspannter war. Heimwärts merkte ich dann doch, dass die Saison erst in den ersten Zügen liegt.
Es war sonnig und 10-13 Grad warm. Nach ein paar Metern direkt nach dem Start merkte ich, dass ich das Stirnband nicht unter den Helm angezogen hatte. Ich probierte es dann ohne, aber diese Temperatur ist gerade so ohne machbar. Sonst gilt bekanntlich generell die 10 Grad Marke für mich als Temperaturwert, unterhalb dessen mir Rennradfahren draußen nicht Spass macht.
Jetzt schlage ich den Bogen zum generellen Verkehrsaufkommen in diesen Tagen von Rekordpreisen an den Zapfsäulen.
Ohne jetzt direkt Umfragen zu zitieren ist es doch so, dass nahezu jeder die Spritpreise für viel zu hoch hält. Und die meisten plädieren für einen staatlichen Eingriff zum Absenkung der Preise und/oder Entlastung der Bürgerinnen und Bürger. Ebenso antworten erheblich viele Menschen auf die Frage ob sie bei den Spritpreisen ihre Fahrten einschränken werden mit ja.
Jetzt das Paradox: ein sonniger Samstag im Voralpenland ist bzgl. Verkehraufkommen an motorisierten Gefähren exakt so wie immer. Also der Wahnsinn auf 2 oder 4 Rädern. Unwahrscheinlich dass gerade Cabriofahrer alle mit offenem Verdeck zum Arbeitsdienst ins Altenheim oder Krankenhaus fahren. 95 % aller Autofahrten auf exakt jener meiner Strecke sind Spassfahrten am sonnigen Wochenende im Vorfrühling. Nichts dagegen einzuwenden, wenn die Nasen rücksichtsvoll und defensiv unterwegs wären und nicht exakt jene wären, die sich zeitgleich über zu hohe Spritpreise aufregen.
Ich wüsste nicht wieso der Staat die Freizeitaktivitäten an dieser Stelle subventionierten sollte. Denn exakt das ist es, wenn generell der Spritpreis durch einen staatlichen Eingriff gesenkt würde. Es muss definitiv unterschieden werden von Spassfahrten und Fahrten zur Arbeitsstätte. Wobei es hier eben auch nicht schadet, wenn der Druck aufrecht erhalten bleibt, Home Office beständig als ökologische Alternative zum Bürosessel beim Arbeitgeber anzusehen.
Ich schreibe es auch nochmal gerne in die Notizblöcke: es ist eine Win-Win-Win Situation, wenn durch den hohen Spritpreis die CO2 Emissionen verringert werden weil weniger rumgekurvt wird, wenn wir dadurch Putin auf seinem Öl sitzen lassen und wenn weniger Staus auf den Straßen entstehen und Verkehrsteilnehmer nerven.
Nachtrag:
Um wieviel steigen die Gesamtkosten für einen PKW pro Kilometer durch den Preisanstieg bei Benzin/Diesel?
6-7 Prozent. Geht doch. Sagt doch auch niemand das die Kinder explodieren, wenn sie pro Jahr 7 Prozent wachsen!