„Das Morgen kann die Ewigkeit und ein Tag sein“
Keiner beherrscht die Meisterschaft, in der Sprache der Filmzeit zu schreiben so bravourös wie Theo Angelopoulos. Seine sorgsam choreographierten Einstellungen öffnen uns den Sinn für die Zeit. In der Begegnung des Poeten mit dem Flüchtling macht er deutlich, wie Menschen auf der Flucht sind, die einen vor anderen, die anderen vor sich selber. Was kann er Poet ausrichten, fragt er. Er kann wahrnehmen, aufgreifen, verdichten, kann im Kino die Zeit auf Bilder bringen, der Zeit filmischen Raum geben. Am Ende bleibt alles Projektion. «Die Ewigkeit und ein Tag» ist ein Werk von einer leisen Melancholie, die auch die Melancholie des zu Ende gehenden Jahrhunderts aufgreift und uns sanft von einem Leben träumen lässt, in dem die schönsten Momente nicht immer aufgeschoben werden.
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