RoBreRo – Projektwochenende

Das klingt sehr theoretisch im Titel. Faktisch bedeutet es, dass ich Samstag und Sonntag Teile der Strecke abgefahren bin. Zunächst schildere ich die beiden Touren und danach gibt es ein Fazit.

Samstag 20.05.2023

Da ich den Parkplatz Maria Brettfall in Astholz nicht finden konnte (trotz Navi) bin ich in Rotholz bei der Landwirtschaftlichen Lehranstalt bei einem Parkplatz an der Straße fündig geworden.

Die Strecke bis Schwaz ist wellig und wie immer vom Start weg rollt es gut. In Schwaz wechselte ich auf den Innradweg, dem ich bis Wattens folgte. Der Radweg ist okay, einige Bodenwellen sind darinnen, aber das ist fahrbar. In Wattens fuhr ich dann durch den Ort auf die B171 und weiter bis Volders. Im Ort kurz verfahren, aber der Abzweig ist direkt vor der Innbrücke nach links. Ab hier geht es auf schmaler Straße teilw. zackig aufwärts. Man trifft auf die Hauptstr. von Hall kommend und es geht von nun an stetig aufwärts bis Tulfes. Hier werden die Höhenmeter gemacht. Ab Tulfes ist es bis Lans ein stetigs auf und ab, nichts brutales aber auch kein einfaches dahinrollen. Ab Lans steigt es dann wieder kontinuirlich an der Patscherkofel Bergbahn vorbei hoch bis nach Patsch.

Dort machte die kehrt, auch zog es sich schon zu und dunkle Wolken zeigten sich.

Abwärts war das Problem, dass der Abschnitt Aldrans Ampass bis auf weiteres komplett gesperrt ist. Also wich ich Richtung Amras aus und fuhr hinter zwei Einheimischen Rennradlern her, die einen Durchschlupf fuhren und schwups stand ich in Innsbruck in der Wiesengasse am Pradler Friedhof, die Straße die ich ohnehin befahren musste zur Brenner Bundesstraße.

Danach also stadtauswärts über Ampass auf der Römerstraße bis Hall. Dort kurz über die Brücke in die Stadt und über die Fahrradbrücke retour auf den Innradweg. Dann immer am Radweg entlang bis unterhalb von Rotholz und schwups war ich retour.

91,7 km in 3:51 h, Schnitt 23,8 km/h

Sonntag 21.05.2023

Start am Hotel Alphotel Innsbruck. Das Auto konnte ich dort stehenlassen. Check der Strecke über die kleine Innbrücke bis vor Hall, dann wieder retour. Und dann über den Kreisel in die Wiesengasse am Tivoli vorbei bis zum Gasthaus Bierstindl und dort auf die Brenner Bundesstr. (182). Dort dann kontinuierlich aufwärts auf breiter Straße bis mich ca. auf Höhe der Ausfahrt Innsbruck Süd zwei Rennradler dazu verführten Ihnen zu folgen. Ich dachte ist das nett, die zwei Einheimischen zeigen mir einen geheimen Weg den ich selbst nie gefunden hätte abseits der Bundesstraße. Letztlich fuhr ich bis ans Ortsende von Natters wo die Kollegen allerdings Richtung Natterer See fuhren und das war definitiv nicht meine Richtung. Bin dann weiter nach Mutters gefahren und von dort weil es eben doch keine andere Strecke gibt als die Bundesstraße wieder ca. 100 Höhenmeter hinunter zur Bundesstraße.

Die Straße wurde dann enger, schmiegte sich oft an Felsen an und der Verkehr war stellenweise stark. Dazu kamen dann noch drei Baustellen, die zwar wegen des Belags kein Problem waren also lediglich Ampelschaltungen mit einspuriger Fahrbahn, aber den Rhythmus störten. Es war insgesamt einfach nicht so schön zu fahren, weil die Pest in Form der Motorradfahrer und die Cholera in Form der Pkw-Fahrer es mir nicht leicht machten mich auf die Fahrt zu konzentrieren, geschweige denn landschaftliche Ausblicke zu genießen. Österreicher fahren mit noch weniger Abstand am Fahrradfahrer vorbei als Deutsche und bei uneinsehbaren Kurven macht mann sich so seine Gedanken wie jemand hinter einem um die Kurve fährt und wie oft etwas gut geht bevor es einmal nicht gut geht.

Da hatte ich eigentlich schon beschlossen nicht bis zum Brenner zu fahren und letztlich bin ich bis Matrei am Brenner gefahren, wo der Abweig der Strecke auf der anderen Talseite ist (also bergwärts gesehen die linke Talseite). Die Strecke bin ich schon 2018 mit dem Trekking Rad gefahren.

Diese Variante ist landschaftlich und verkehrstechnisch wesentlich schöner, aber auch ein stetiges Auf- und Ab. Also alles andere als schnell zu fahren. Dazu etwas winklig. Dann war ich wieder in Patsch. Von dort bin ich den identischen Weg den ich gestern aufwärts gefahren bin abwärts gefahren, also über Lans nach Tulfes hinunter nach Volders. Von dort dann den Radweg über Hall retour nach Innsbruck. Da heute am Sonntag allerdings jede Menge Betrieb am Radweg herrschte war es auch nicht so entspannend. Krönung war ein Vollhonk, der als schlafmütziger Geisterfahrer mit entgegenkam und mich um ein Haar abräumte.

76,7 km in 3:27 h; Schnitt 22,3 km/h

Fazit:

Kurz nach Ende der heutigen Tour habe ich mich gefragt, ob RoBreRo so noch Sinn macht. Tendenziell ist der andere Verkehrsteilnehmer für mich eine Bedrohung, das ist zwar nicht neu und generell habe ich bislang alle Situationen bei denen es drauf ankam antzipiert, aber ich muss bedenken, dass die Müdigkeit die bei einer solch langen Tour einhergeht, mich vielleicht an der ein oder anderen Stelle unaufmerksam werden lässt.

Prinzipiell ist die Durchfahrt von Innsbruck weniger problematisch als gedacht. Zumal an einem Sonntag wenn kein Berufsverkehr herrscht oder Einkaufsverkehr. Allerdings ist der Durchschnitt der Geschwindigkeit der gesamten Strecke wohl nicht so hoch, weil ich weniger im Fluss bleiben kann. Die Auffahrt über die Brennerbundesstraße ist gefühlsmäßig ausgeschlossen, zumindest an einem sommerlichen Sonntag. Wochentags jedoch dürften dann LKWs vorhanden sein, was die Sache nicht besser macht. Die Auf- und Abfahrt über Tulfes/Patsch ist herausfordernd, nicht flüssig zu fahren und unrhytmisch.