Neuer alter Führerschein

  • Beitrags-Autor:
  • Beitrags-Kategorie:Privat

Heute war es endlich soweit. Mein Termin bei der Führerscheinstelle der Stadt RO stand an. Die Hinfahrt und damit die pünktliche Ankuft wäre fast durch die depperten Bauernproteste ins Wanken geraten. Warum dürfen diese Honks auf einer öffentlichen Straße eine Nötigung begehen? Wer genehmigt hier eine öffentliche Straße als Demonstrationsort? Warum sollen/müssen Bauern nicht einfach auf einem Volksfestplatz mit Plakaten demonstieren und mir und anderen nicht auf den Keks gehen?

Gerade so rechtzeitig kam ich noch kurz vor 12:15 h an. Zunächst muss man den in der Terminbestätigungs Email verzeichneten QR Code scannen um sozusagen „Hallo ich bin hier“ zu vermelden. Ein Zettelchen kommt aus dem Automat und flugs saß ich im ersten Stock im Wartezimmer (nüchtern, sowohl das Interieur als auch der Patient, pardon..Kunde). Am Digitaldisplay wurde dann meine Nummer angezeigt und recht pünktlich wurde ich aufgerufen bzw. besser formuliert: angezeigt.

Eine Maid mit falschen langen Wimpern begrüßte mich oder war es anders herum? Ich hatte mich schon darauf gefreut, mich in irgendein Sitzmöbel zu flezen, Altherrenwitze abzusondern, aber die Behörde bietet hier nur die billigste Kategorie der Optionen, nämlich die der Stehplätze an. Nicht gut für meine Krampfadern und natürlich ein Trick, weil jeder nach 15 Minuten vom linken auf den rechten Haxn tänzelnd das Schauspiel freiwillig abbricht.

Gut vorbereitet brachte ich meine 4 Girls generierten Passbilder, den Antrag, den Führerschein und den Reisepass an die Dame. Nach wenigen Minuten Geklimper von ihr ward ich angewießen, im Erdgeschoss den Zahlungsvorgang zu veranlassen. Den Zahlungsvorgang per EC-Karte nicht vorfindend musste ich die Reste meiner Falschgeldvorräte aufbrauchen um den Automaten zur Herausgabe einer Quittung zu knebeln. Stolz mit Hühnerbrust ging es erneut in den ersten Stock und der Vorgang wurde weiter bearbeitet.

Interessanterweise wurde nicht ansatzweise daran gezweifelt, dass mein Führerschein aus Forchheim irgendeiner Bestätigung der dortigen Behörde bedurfte. Es lief wie am Schnürchen. Weil ich die offizielle Umtauschfrist mit 19. Januar überschritten hatte, gab es als Goodie die Privatnummer der Maid heute nicht für mich, im Gegenzug verweigerte ich ihr aber die Souvenirjagd nach meinem Führerscheinbild, ein schnuckeliges Frühwerk an Fotokunst, an dem sich schon Generationen von Jungfrauen gelabt haben. Eine Gedenktafel erinnert nicht daran.

Der Führerschein wird mir direkt von der Bundesdruckerei zugesandt, sodass mir ein weiterer Wimperklimper Kontakt erspart bleibt.