Mindestlohn in Thailand

Ab ersten Januar gibt es auch in Thailand einen Mindestlohn. Dieser beträgt 300 Baht pro Tag, was umgerechnet 7,50 Euro sind.

Dies wiederum führt nun dazu, dass Unternehmer in Thailand ihre Produktion ins billigere „Ausland“ verlagern.

„…Nach 32 wirtschaftlich erfolgreichen Jahren sagt der Unternehmer nun seinem Heimatland ade und verlagert seine Betriebe ins benachbarte Kambodscha. Der Grund: Thailand führt zum 1. Januar einen gesetzlichen Mindestlohn von 300 Baht am Tag ein, umgerechnet sind das ca. 7,50 Euro. In Kambodscha muss Thaveekij seinen Näherinnen nur 51 Baht zahlen – etwa 1,25 Euro. Die thailändische Wirtschaft warnt – wie überall auf der Welt, wenn es um Mindestlöhne geht – vor einem „Schock“, so sagt das Somsajee Siksamat von der Bank of Thailand. Die Preise würden steigen, viele ihren Job verlieren, die Inflation galoppieren. Doch die Regierung von Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra zeigt sich entschlossen, endlich eines ihrer wichtigsten Wahlversprechen umzusetzen.

Firmenchefs wie Thaveekij wollen nicht warten, wie sich die thailändische Wirtschaft entwickelt. Er rechnet kühl vor: „Die Investition in Kambodscha lohnt sich allein deshalb, weil die Mindestlöhne um ein Vielfaches niedriger sind als bei uns. Wir werden dadurch sogar gegenüber Ländern wie China wieder konkurrenzfähig.“ Und er werde die Produktion noch ausweiten: Von derzeit rund 500.000 auf eine Million Teile monatlich. 60 Prozent können dann nach Thaveekijs Kalkulation dank der geringen Stückkosten und der Zollfreiheit in Kambodscha zu Billigpreisen wieder in den Export gehen, nach Japan, in die USA, nach Europa, auch nach Deutschland. …“

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