Makalu Base Camp Trekking

  • Beitrags-Autor:
  • Beitrags-Kategorie:Berge / Privat

Heute habe ich mir mein Tagebuch der Trekking Tour von 1997 durchgelesen, viel Lesestoff. Hier etwas thematisch zur Auffrischung.

Das Tagebuch steht unter dem Titel „Bis ans Ende“.

Es waren absolut intensive Wochen die ich damals vor 27 Jahren erlebt habe. Und mit die lehrreichsten Wochen für meine späteren Touren im Himalaya. Die Grundlage von Erfolgen sind oft Misserfolge, so war es auch bei mir. Die damals erreichte Höhe von ca. 5100 Metern war eigentlich lächerlich, bereits 1993 war ich am Kilimandscharo auf fast 6000 Metern und 1996 bin ich nur durch logistische Probleme bei der Besteigung des Stock Kangri, eines 6000 Meter hohen Berges bei Leh in Ladakh gestoppt worden.

Was mir beim Tagebuch lesen auffiel, die Etappen waren teilweise enorm lang, 9 bis 12 Gehstunden waren da dabei. Und ich war damals sicher auch nicht ein Trödler. Später, also z.B. 1998 waren manche Tourtage Richtung Gokyo richtig kurz, einfach aufgrund der Höhenmeter die ich da pro Tag Aufstieg und die schnell erreicht waren und es dann teilw. früh um 10 Uhr hies, angekommen, Schluss für heute. Das war damals bei der Tour nach Dole so. Das System der Akklimatisation habe ich aber auch perfektioniert, auch wiederum so, dass ich erstmal Fehler machte, indem ich zu viel Höhenmeter an einem Tag machen wollte. Geht aber physiologisch nicht gut. Ab Herbst 1998 wusste ich dann wie mein Körper damit umzugehen hat und es hat dann eigentlich immer perfekt funktioniert.

Damals am Makalu Base Camp war ich zusammen mit einer russischen Expedition unter Sergei Efimov. Details der Expedition in diesem Bericht:

Eines Abends, es war schon dunkel und ich lag im Zelt, kam ein Bergsteiger der Expedition vom Berg herunter und da mein Zelt vor deren Zelten lag und mein Zelt recht nahe am Weg stand und die Abspannschnüre fast bis zum Weg reichten dachte ich, der Bub wird schon gleich über meine Schnüre stolpern. Er hatte offendundig gute Laune und ich hörte irgendwas von „Disco Dancing“ singen. Da es ansonsten mucksmäuschenstill war außer den Windgeräuschen war dies schon von Ferne zu hören.

In einer anderen Nacht gab es merkwürdige Geräusche gleich neben meinem Zelt. Das Zelt stand neben einem Felsen der einen kleinen Überhang hatte und in den versteckte ich meine aufgegessenen Lebensmittelreste bzw. -Packungen. Als Nahrung hatte ich Pemikan dabei, abgepackt in Alubeutel. Es war seltsam die Geräusche keiner Erklärung zuführen zu können aber obwohl nicht wirklich logisch, mein Zelt diente mir als eine Art Schutzwall gegen das draußen. Es war so eine Art Tiergeräusch, aber ich konnte es einfach nicht zuordnen. Am nächsten Tag stellte ich fest, dass die Alubeutel aufgepickst waren und Reste der Verpackungen verstreut umher lagen. Vermutlich waren es Vögel, so eine Art Raben die Nachts ihr Unwesen trieben.

Was mir auch beim Lesen auffiel, was das Wetter anbelangte waren es sehr wenige Tage mit wirklich durchgängig gutem Bergwetter. Oft regnete es, zwar nicht durchgängig, aber doch so häufig, dass auch die Wege oft nicht einfach zu begehen waren. Unten in Tumlingtar hatte ich mit nervigen Moskitos zu tun.

Am Shipton-La gab es dann am Rückweg noch mit heruntergelassenen Hosen die legendäre Begegnung mit dem Schneeleopard.

Und dazu noch einige weitere erzählenswerte Geschichten rund um die einzigartige Trekkingtour zum Makalu Base Camp.

Hier eine Einordnung meiner Leistung. Ein kommerzieller Anbieter einer Tour plant folgendes:

Quelle: https://nepalgatewaytrekking.com/makalu-base-camp-trek

Meine damaliger Tagesabschnitt umfasste beide hier dargestellten Tage in einem einzigen und dazu zusätzlich den Startpunkt am Lagerplatz unten am Barun River und damit hoch zusätzlich 300 Höhenmeter Auftstieg und ca. 1 Stunde. Das bedeutet es wären lt. diesen Angaben 12 Gehstunden. Gedacht für Otto Normaltrekker und nicht für einen Solotrekker mit 22 kg Gepäck.

Und 12 Gehstunden sind Gehstunden ohne jegliche Minute einer Rast.

Gemacht habe ich das ganze allein mit 22 kg Gepäck am Rücken in arktischen Verhältnissen (durchgängig Schnee von ca. 3500 Meter in Mumbuk bis hinunter nach Kauma auf ca. 3000 Meter, mit Überquerung von 2 Pässen jenseits der 4000) in insgesamt 11 Gehstunden.

Und musste ich wie die SUB 30 Generation alle 15 Minuten an einer Trinkflasche nuckeln? Sicher nicht, ich hatte eine 1 Liter Trinkflasche dabei, im Schnee gab es keine Option auf Flüssigkeitsnachschub und unterwegs gab es keine Lodge mit Imbisswagen und kulinarischer Vollverpflegung. Geschafft habe ich es trotzdem.

Das sollte für den „EhrenReinhold“ reichen.