Mal angenommen, ich hätte meinen eigentlichen Plan umsetzen können, wäre in Begleitung am Makalu Base Camp angekommen, wäre einige Tage dort zur Akklimatisation geblieben und wäre dann von dort aus allein aufgebrochen, was wäre passiert?
Der Weg vom Makalu Base Camp geht zunächst immer leicht ansteigend den Barun Glacier hinauf am Makalu vorbei. Das ist ein mühsamer, aber machbarer Weg, alleine mit ca. 25 kg. Es geht praktisch eine Geröllhalde hinauf.
In einigen Berichten wird dann auf ca. 5200 Metern gecampt, unweit des Abzweigs in das Seitental mit dem East Col am oberen Ende.
http://www.mountainsoftravelphotos.com/Makalu/Makalu%20Base%20Camp%20to%20East%20Col/index.html
Es geht dann weiter hoch, immer im Geröll zum sog. Gletscher Camp auf ca. 5800 Meter. Auch das ist vermutlich ein sehr mühsames Unterfangen, aber machbar.
Die Aussicht muss spektakulär sein, besonders bei Sonnenuntergang oder -Aufgang:
Übrigens, als ich im Frühjahr 1997 dort war, befand sich zeitgleich mit mir eine russische Expedition dort. Dieser gelang damals die erste Durchsteigung der Makalu Westwand.
http://old.risk.ru/eng/mount/himalaya/1997/makal97/randi/index.html
Nach dem Camp betritt man den Gletscher. Ich vermute es gibt keine größeren Schwierigkeiten und auch über Gletscherspalten habe ich nichts gelesen (die können natürlich immer da sein).
Hier ein Bild das den finalen Aufschwung zum East Col darstellt.
Den Verlauf kann man schön sehen, da sich zahlreiche Trekker, Porter und Guides am Weg befinden.
Auf dieser Aufschwung ist wohl sehr kräftezehrend, zumal in der Höhe von über 6000 Meter, aber nicht absolut gefährlich und daher stufe ich ihn als machbar ein.
Oben angekommen ergibt sich folgender Blick und wer da nicht ins Träumen gerät dem ist nicht zu helfen. Allein dafür würde es sich lohnen…
Ab diesem Punkt, also vom East Col an, bin ich mir sicher, wäre mein sicheres Ende gekommen. Ich glaube, dass nich nicht den Hauch einer Chance hätte, allein mit 25 kg am Rücken vom East Col Richtung West Col abzusteigen. Die Lasten werden hier abgeseilt. Wohl auch die Trekker.
Noch steiler und etwas länger ist der Abstieg vom West Col hinunter. Auch das ist unmöglich alleine machbar.
Insofern kann ich im jetzt im Nachhinein viele Jahre später feststellen, dass mein Traum einer Solobegehung des Makal Ice Col Treks eine Unmöglichkeit darstellt. Ich vermute auch, es wurde Solo bislang noch nie gemacht. Nicht weil die technischen Schwierigkeiten guten Bergsteigern es nicht erlauben würden, sondern weil diese Art Bergsteiger dann viel eher einen richtigen Gipfel vorzieht.
Zumal man selbst am Fuße des West Cols sich noch lange nicht in Sicherheit wähnt. Von dor gibt es zwei Varianten um wieder in die Zivilisation zurückzukehren. Entweder geht man über den Amphu Labtsa. Dieser Pass stellt nochmal eine extreme Herausforderung dar, wiederum mit einer Abseilaktion auf der Nordseite.
http://www.legalnomads.com/2011/08/trekking-nepal-makalu-arun-valley.html/attachment/20
Oder man geht über den Mera la und den Zatrawa la zurück nach Lukla. Allein dafür würde man ca. 5 Tage benötigen. Möglicherweise sind mittlerweile einige Teehäuser auf dem Weg entstanden, 1998 als ich dort unterwegs war gab es keinerlei Verpflegungsmöglichkeit, sodass man komplett auf seine eigenen Vorräte angewiesen war.