Gesten Abend gab es in der heimischen Hütte einen großartigen DVD Abend.
Gezeigt wurde Michael Hanekes Film „Liebe“.
Ein rührendes 2-stündiges Kammerspiel zweier alter Menschen die mit dem Ende konfrontiert werden. Wie wir alle. Daher ist dieser Film ein Muss für alle.
Jedenfalls ist es kein Zufall, dass Michael Haneke gerade in dieser letzten Phase seines Schaffens, die mit dem „weißen Band“ begann, nun einen frappierenden Schub der Anerkennung erfährt. Die zweite Goldene Palme in Cannes in nur drei Jahren, der Golden Globe und zahllose weitere Filmpreise, jetzt kommt vielleicht noch der Oscar dazu, außerdem eindrucksvolle Zuschauerzahlen: Der Einzige, der da vielleicht noch Einwände erheben würde, ist Michael Haneke selbst – in einer zwanzig Jahre jüngeren, radikaleren Inkarnation.
„Ich hatte es immer als obszön empfunden, einem mit darstellerischem Furor gestalteten Leiden oder Sterben zuzusehen – es bestahl die tatsächlich Leidenden und Sterbenden um ihr letztes Gut: die Wahrheit“, schrieb er einmal Mitte der Neunzigerjahre. Nun, man muss sagen: Dieser Film ist mit Furor gestaltet – auch wenn dieser Furor leise, fast unmerklich brennt. Er leitet den Zuschauer mit jedem Bild, jeder Kadrierung, jeder Geste seiner Schauspieler – wie die Meister des Films das eben tun. Und was er zeigt, ist Kino; die Wahrheit des Leidens und Sterbens – die kennt dann doch nur das Leben selbst.“