Jeff Bezos und Richard Branson haben sich nun also den Spass gegönnt und haben sich gen Himmel katapultieren lassen. Ein Irrsinn. Ökologischer Wahnsinn:
„Trotz der grünen Schwüre der beiden Raumfahrtenthusiasten: Raketenflüge verursachen eine große Menge klimaschädlicher Treibhausgase. Die Trägerraketen und Raumkapseln von Bezos‘ Firma Blue Origin, Bransons Virgin Galactic und Elon Musks Space X sind bis ins kleinste Detail optimiert. Nur die Emissionen, die sie verursachen, sind es nicht.
Beim Antrieb von Bezos‘ Rakete war das CO2 sogar schon in der Atmosphäre, bevor er am Dienstag überhaupt in die Raumkapsel kletterte: Seine „New Shepard“ fliegt mit flüssigem Wasserstoff. Beim Verbrennen entsteht daraus zwar hauptsächlich Wasserdampf.
Allerdings erzeugt die herkömmliche Herstellung dieses Kraftstoffs enorme Mengen an Treibhausgasen: Eine Tonne Wasserstoff verursacht in der Produktion rund zehn Tonnen CO2. Wie viel Wasserstoff die Triebwerke der „New Shepard“ genau verbrauchen, bleibt bisher das Geheimnis der Ingenieurinnen und Ingenieure bei Blue Origin.“
Eigentlich will ich jedoch auf einen anderen Punkt die Aufmerksamkeit lenken: was bringt der Menschheit wirklich die Erforschung einiger naher Planeten, Flüge zum Mond etc.. Dazu ein prägnanter Kurzartikel´:
„Das Space Shuttle hatte eine Nutzlast von ca. 25 Tonnen. Damit es abhob, waren Triebwerke nötig, welche alle 2 Sekunden den Tankinhalt eines Jumbo-Jets abfackelten. Damit konnte gerade mal der Rand des freien Weltraums erreicht werden: Die internationale Raumstation ISS, die 400 Kilometer über unseren Köpfen kreist. Mit anderen Worten: Die ISS ist für die meisten Menschen näher als der nächste Strand. Dort oben existiert sogar noch etwas Luftreibung aus unserer Atmosphäre, sodass die ISS immer mal wieder etwas angeschoben werden muss. Man hat die Erde also noch gar nicht wirklich verlassen. Rein von der Entfernung her könnte man die ISS ohne Probleme an einem Wochenende mit dem Fahrrad besuchen. Das ist der technische Stand bezüglich unserer Fähigkeit, Entfernungen im Weltall zu überbrücken. Noch schwerwiegender ist aber ein zeitlicher Aspekt. Menschen halten es dort oben nur kurze Zeit aus, also weniger als ein Jahr. Von interstellaren Flügen, die 40.000 Jahre allein bis zum nächstgelegenen Stern dauern werden, kann gar keine Rede sein. Zum Vergleich: vor 40.000 Jahren lebten Neandertaler auf der Erde. Last not least ist es eine alberne Vorstellung, dass eine Spezies, die zu bequem ist um auf SUVs, Kreuzfahrtschiffe und Rindfleisch zu verzichten, künftig unter massiven Entbehrungen unter einer Glaskuppel im Sternbild Kassiopeia hausen soll. Ich schreibe dies, weil manche … wirklich meinen, die Zukunft der Menschen läge im Weltall, weshalb man sich schmerzhaften Umweltschutz schenken könne.“
Was leider den Bundestagswahlkampf anbelangt, so ist bei den wenigsten angekommen was global in den kommenden Jahren auf dem Spiel steht. Ich hatte bereits hinlänglich belegt weshalb ich hier pessimistisch bin und hatte es mit dem Kleinstbeispiel belegt, dass es im Familienkreis noch nicht einmal möglich ist und zwar Generationenübergreifend, auf das unsägliche konsumieren von Wasser aus Plastikflaschen zu verzichten (wird bis aus den Vogesen hunderte Kilometer weit kutschiert) und diesen ökologischen Schwachsinn ein für alle mal zu stoppen. Und wenn ohne jeglichen Verzicht und sogar noch mit Kostenersparnis ein allerkleinstes Puzzle zur Stabilisierung des Klimas nicht ansatzweise möglich ist, woher soll der Optimismus herrühren wenn es daran geht notwendige Einschränkungen zu vertreten.
„Die CDU und die FDP geben sich nach meiner Wahrnehmung dabei große Mühe, die Grünen als Verbotspartei dastehen zu lassen. Auf konkrete politische Vorschläge der Grünen wird dann meistens geantwortet, man vertraue lieber auf den Erfindungsgeist der Menschen und die Kreativität des freien Marktes. Dazu möchte ich anmerken: Wenn wir die Erderwärmung auf 1.5°C begrenzen wollen, steht uns ein globales Restbudget von 420 Gigatonnen Kohlendioxid zur Verfügung. Nach Verbrauch dieses Budgets müssen wir global klimaneutral wirtschaften. Je mehr wir aktuell und in den nächsten Jahren von diesem Budget verbrauchen, um so härter wird unsere Vollbremsung danach.
Das bedeutet natürlich: Je träger wir die wirtschaftlichen und politischen Änderungen angehen, desto strikter werden anschließend die Verordnungen und Verbote ausfallen müssen. Das gilt auch für die Marktwirtschaft. Je billiger jetzt die Tonne Kohlendioxid zu haben ist, desto teuerer wird sie später durch die fortschreitende Verknappung des noch verfügbaren Restbudgets. Das ist für mein Verständnis ein einfacher und nachvollziehbarer Zusammenhang. Ich empfinde es als unverschämt, wenn den Grünen in der politischen Debatte vorgehalten wird, ihr Weg würde einen Haufen Verbote und Einschränkungen mit sich führen. Diese Veränderungen kommen aber so oder so. Zur Debatte steht nur die Länge des Bremswegs. Das hat auch das Bundesverfassungsgericht klargestellt. Es ist nicht rechtens, heute große Teile des CO2-Restbudgets zu verbrauchen, und dadurch die immer härter werdende Notbremsung der folgenden Generation aufzubürden. Wir opfern deren Freiheit und Handlungsmöglichkeiten ungerecht zugunsten unserer eigenen. In diesem Urteil wird also auf die unvermeidbar kommenden Verbote konkret Bezug genommen: Weniger Regelungen heute bedeuten mehr Verbote morgen.“