Selten einmütig fordern beide christlichen Kirchen den Ausstieg aus der Kernenergie.
Die ehemalige EKD-Ratsvorsitzende Margot Käßmann sagte in Wien, die Rede von den sicheren Atomkraftwerken sei „einfach Hybris“. Gerade die Situation in einem Land wie dem hoch technisierten Japan zeige, dass die Technologiegesellschaft Demut lernen müsse, denn“ sie beherrscht nicht alles“, mahnte die Theologin.“
Unabhängig von der aktuellen Frage nach der Sicherheit des Betriebs solcher Atomkraftwerke ist eine Frage nach wie vor ungelöst: die Atommüllensorgung bzw. Endlagerung.
Die Komplexizität und der Zeitrahmen den es zu überblicken gilt übersteigt alles was der Mensch verantworten und überblicken kann.
Aus Kernkraftwerken entstammen weltweit jährlich ca. 12000 Tonnen an radioaktivem Müll der entsorgt bzw. endgelagert werden muss. Bestimmte Radionuklide haben Halbwertszeiten von 24000 Jahren (Plutonium 239).
Das sind unvorstellbar lange Zeiträume in denen die Unversehrtheit der Stoffe bzw. der Lager, in denen die Stoffe aufbewahrt werden gewährleistet werden müssten. Wenn man sich allein vergegenwärtigt, was in den letzten 2000 Jahren seit Christi Geburt an Veränderungen auf Erden erfolgt ist so wird klar, haltbare Versprechungen für solche Zeiträume sind von Menschen nicht verantwortbar zu treffen.