Islam – wirklich eine friedliche Religion?

  • Beitrags-Autor:
  • Beitrags-Kategorie:Politik

Mehrere kritische Artikel bzw. Kommentare befassen sich mit dem Islam im Angesicht der Terroranschläge von Paris vor einigen Tagen.

Ein Kommentar von Henryk M. Broder hat mir bisher gefehlt. Jetzt hat er treffend geliefert:

„…

So ähnlich verhält es sich auch mit dem Islam. Al-Qaida, Boko Haram, der Islamische Staat und die Taliban haben mit dem Islam nichts zu tun. Das Regime der Ajatollahs hat mit dem Islam nichts zu tun. Die blutigen Kämpfe zwischen Schiiten und Sunniten haben mit dem Islam nichts zu tun. Wenn in Saudi-Arabien Gotteslästerer ausgepeitscht und Ehebrecherinnen gesteinigt werden, hat das mit dem Islam nichts zu tun.

Die Attentäter von „9/11“ hatten mit dem Islam nichts zu tun. Auch das, was in London, Madrid, Mumbai, Bali, Boston, Sydney, Brüssel und Toulouse geschah, hatte mit dem Islam nichts zu tun. Denn Islam meint „Frieden“, und Dschihad, so hören wir es immer wieder, bedeutet nicht „Heiliger Krieg“, sondern „innere Anstrengung“, wozu auch immer. In jeder Religion gibt es Fanatiker, aber in keiner anderen wird dermaßen hartnäckig darauf bestanden, dass sie nichts mit der Religion zu tun haben, auf die sie sich berufen.

Die Unterscheidung zwischen dem guten Islam und dem bösen Islamismus ist, nüchtern betrachtet, so willkürlich wie die zwischen dem Sozialismus an sich und dem real existierenden Sozialismus. Inzwischen wird sogar noch weiter differenziert. Es gibt auch „moderate“, „streng gläubige“ und „fanatische“ Islamisten. Allein diese Nuancierung zeigt, dass der Islamismus nicht das Gegenteil vom Islam ist, sondern eine seiner Spielarten.

Es mutet seltsam an, dass noch niemand auf die Idee gekommen ist, zwischen Kapital und Kapitalismus zu unterscheiden, um damit die Ehre des Kapitals zu retten und alle negativen Begleiterscheinungen dem Kapitalismus in die Schuhe zu schieben. Es gäbe dafür eine Menge guter Belege. Hatten die Fugger nicht ein Herz für die Armen und Bedürftigen? Haben die Krupps nicht eine der ersten Arbeitersiedlungen gebaut? Sorgt Wolfgang Grupp (Trigema) nicht rührend für seine Mitarbeiter?

Wir sehen: Das Kapital ist gut, der Kapitalismus ist böse. Diese Botschaft müsste nur richtig kommuniziert werden. Wie wäre es mit der Parole „Vom Islam lernen heißt siegen lernen!“? „

Man kann zu Dieter Nuhr stehen wie man will, seine Programme mögen oder nicht, aber er hat sicher hiermit Recht:

„…Bei „Religiösen“ sei es mit Witzen und Kritik immer schwierig, sagte Nuhr. Dabei dürfe man allerdings „die graduellen Unterschiede“ nicht vergessen, betonte der Kabarettist. „Wenn sich irgendein Bischof im Ortsteil der Zeitung über Gotteslästerung beklagt, ist das sein gutes Recht.“ Das sei schon allein durch die Meinungsfreiheit gedeckt. „Aber er sprengt sich und andere nicht in die Luft deswegen“, so Nuhr. „Das macht ihn mir dann schon wieder sympathisch.“

„Schon vor den Anschlägen von Paris habe man den Islam mit Samthandschuhen angefasst, beklagte der Kabarettist. „Wer heute im Fernsehen einen Witz über Mohammed macht, muss damit rechnen, getötet zu werden. Da ist die Freiheit schon lange den Bach runter.“ Islamkritiker würden „mit Etikettierungen außer Gefecht gesetzt, dann ist man wahlweise islamophob, neoliberal, rechts oder sonst was“. Das Internet trage seinen Teil dazu bei, Andersdenkende pauschal zu verurteilen. Dort könne sich jeder äußern. „Das hat das Niveau der Diskurse nicht gehoben, da wird es oft sehr schnell primitiv und beleidigend.“ …“

Und zu guter Letzt ein Kommentar von Ayaan Hirsi Ali.

„…

Es gibt im Koran zahlreiche Aufrufe zu einem gewaltsamen Dschihad. Aber der Koran steht da keineswegs allein da. In zu großen Teilen des Islam ist der Dschihad ein durch und durch modernes Konzept. Die „Bibel“ des Dschihads im 20. Jahrhundert – und ein inspirierendes Werk für viele islamistische Gruppen heute – ist „Das Koran-Konzept des Krieges“, ein Buch, geschrieben Mitte der 1970er-Jahre vom pakistanischen General S. K. Malik. Er argumentiert, weil Gott – Allah – selbst jedes Wort im Koran geschaffen hat, sind die Regeln des Krieges im Koran von höherem Gewicht als die Regeln, die von Sterblichen aufgestellt wurden.

In Maliks Analyse der Strategie des Koran ist das Zentrum des Konflikts die menschliche Seele – und nicht irgendein physisches Schlachtfeld. Der Schlüssel zum Sieg, so habe es Allah durch die militärischen Aktionen des Propheten Mohammed gelehrt, sei es, die Seele des Feindes zu treffen. Und der beste Weg ist der Terror. Terror, so schreibt Malik, ist „der Punkt, an dem sich die Mittel und das Ziel treffen“. Terror, ergänzt er, „ist nicht das Mittel, um dem Feind eine Entscheidung aufzuzwingen. Er ist die Entscheidung selbst.“

Die Verantwortlichen für das Gemetzel in Paris – genauso wie der Mann, der 2004 den niederländischen Regisseur Theo van Gogh ermordete – wollen uns Terror oktroyieren. Und jedesmal, wenn wir uns auf ihre Sicht einer berechtigten religiösen Gewalt einlassen, geben wir ihnen genau, was sie wollen.

Wie wir auf diesen Angriff reagieren, wird weitreichende Folgen haben. Wenn wir die Haltung einnehmen, dass wir es hier mit einer Handvoll mörderischen Gangster zu tun haben, ohne Verbindung zu dem, was sie lautstark von sich behaupten, dann ist das keine Antwort. Wir müssen erkennen, dass die heutigen Islamisten von einer politischen Ideologie angetrieben werden, einer Ideologie, die in den grundlegenden Texten des Islam eingebettet ist. Wir können nicht länger so tun, als sei es möglich, die Taten zu trennen von den Idealen, die sie inspiriert haben.

Das muss der Ausgangspunkt sein für den Westen, der auf die dschihadistische Gewalt zu oft mit Appeasement geantwortet hat. Wir geben den muslimischen Regierungschefs nach, die uns drängen, unsere Presse zu zensieren, unsere Universitäten, unsere Geschichtsbücher, unsere Lehrpläne. Sie bedrängen uns, und wir machen das mit.

Wir geben den Führern muslimischer Organisationen in unseren Gesellschaften nach. Sie bitten uns, Gewalttaten nicht mit der Religion des Islam in Verbindung zu bringen, weil sie uns versichern, dass er eine Religion des Friedens sei. Und wir machen das mit. Und was bekommen wir dafür? Kalaschnikows im Herzen von Paris. Je mehr wir nachgeben, je mehr wir uns selbst zensieren, je mehr wir herunterspielen, desto dreister wird der Feind. …“