Nachdem ich heute pflichtgemäß das redliche Trainingstagebuch meines Neffen mit dem Eintrag vom 28.04.2009 gelesen habe, war mir als offiziellem Hobbypsychologen sofort klar:
dies ist der Hilferuf eines Schülers, der im Zwiespalt zwischen Schule und Sport steckt. Und das fest! Dem jungen Mann MUSS geholfen werden. Und zwar schnell, effektiv und kompetent. Anders gesagt: ICH muss ran. Wer sonst.
Also habe ich meine gesamte Mittagspause geopfert und sofort ein Schreiben an die Realschule meines Neffen aufgesetzt.
Nachdem ich es ordentlich ausgedruckt hatte, habe ich neben dem Kuvert auch noch die 55 Cent für die ordnungsgemäße Frankatur des Briefes aufgewendet. Diese Investition ist eine Investition in die Jungend und damit in unser aller Zukunft.
In einer aufregenden Hochgeschwindigkeitsfahrradfahrt bin ich dann unter Mißachtung diverser Regeln der STVO zum nahegelegenen Postkasten gerast, um die Sendung gekonnt in den hinter dem Schlitz gelegenen Raum gleiten zu lassen :yes:.
Hier das Schreiben:

Am nächsten Dienstag ist Elternsprechtag, bei Deinem Einsatz möchte ich Dich doch gleich einladen einfach mitzukommen. Sicherlich sind die Lehrkräfte an Deinen Ausführungen zum Sport interessiert. Unter Umständen gibt es bei der Gelegenheit noch das eine oder andere Wiedersehen mit ehemaligen Lehrern!!! Sollte man nicht mehr lange aufschieben …. sonst sind sie alle im Ruhestand
Das ist fantastisch, das Schreiben ist sicher spätestens Montag in Lehrerzimmer am Aushang!
Aber bestimmt möchten wieder alle so einen tollen Onkel kennenlernen und die ollen Eltern mit den üblichen Kamellen bleiben wieder beleidigt am Flur auf den Holzstühlen und es gibt wie immer kräftig Neid! Weil mein Neffe nämlich durch mein Engagement seinen Abschluss schon so gut wie im Täschchen hat!!!