Schon vor Weihnachten ging am Landgericht Passau ein Verfahren zu Ende. Es handelt sich hierbei um Immobilienbetrug im großen Stil.
Regelmäßige Leser meines Blogs werden sich den Zusammenhang mit meiner ehemals in OHO bewohnten Hütte konstruieren können.
82 Zeugen wurden befragt, zehn Gutachter angehört, 240 Bankkonten der Familienfirma und kiloweise weitere Akten ausgewertet. Am Donnerstagabend kam die Große Jugendkammer so zum Ergebnis, dass der Vater und beide Söhne von 2006 bis Anfang 2011 als Bande gut davon lebten, in einem Strukturvertrieb vermietete Eigentumswohnungen in ganz Niederbayern überteuert durch falsche Versprechungen an meist verschuldete Käufer arbeitsteilig loszuschlagen.
Nach einem Jahr sind „als Spitze des Eisbergs“, so der Richter, beim Vater und dem jüngeren Spross 15 Fälle mit 670.000 Euro Betrugsschaden übrig, der Bruder hat bei sieben mitgemischt. Das Gericht verurteilte den Vater zu sieben Jahre und sechs Monaten, den jüngerer Sohn zu fünf Jahren und drei Monaten und den älteren Sohn zu vier Jahren und drei Monaten. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der Vater hat schon Revision angekündigt, die Söhne überlegen noch.“
Der Strafprozess war vor über einem Jahr in Passau gestartet. Sage und schreibe 82 Zeugen und zehn Sachverständige wurden vernommen. Das Ergebnis: Vater Manfred S. hatte laut Kammer mit seinen beiden Sprösslingen Markus und Manuel an ingesamt 15 Geschädigte überteuerte Eigentumswohnungen vor allem in der Gegend von Straubing verklopft“. Der Gesamtschaden: ca. 670.000 Euro.
Die Haftstrafen wegen banden- und gewerbsmäßigen Betrugs“: Sieben Jahre und sechs Monate für Vater Manfred S., fünf Jahre und drei Monate für Sohnemann Markus und vier Jahre und drei Monate für Sohn Manuel.
Der Vater und seine beiden Söhne sitzen seit Februar 2011 in U-Haft und werden dort auch bis auf weiteres bleiben. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
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Bereits anhand des Strafmaßes lässt sich feststellen, dass es sich hier um keine „kleinen“ Betrügereien gehandelt hat. Es überkommt einen schon ein wenig Genugtuung, wenn man so erfährt, dass es gelegentlich doch so etwas wie „Gerechtigkeit“ gibt.