Humor

Humor, so eine der vielfältigen Definitionen ist alles was Lachen hervorbringt.

Daraus folgt, dass bedingt durch die Differenziertheit der Menschen an sich, durch Kulturkreis, Bildung, Sprache etc., eine unterschiedliche Interpretation von Humor vorliegt. Insofern ist es völlig akzeptabel, ja geradezu erwartbar, dass auch humoristische Beiträge hier im Blog nicht jede Person gleichermaßen zum Lachen oder Schmunzeln bringen.

Aussagen wie: „das ist kein Humor“ argumentieren jedoch an der Sache vorbei, weil allenfalls eine Aussage wie „das finde ich nicht lustig“ zutreffend wären, denn wie bereits ausgeführt, es gibt keine allgemein alleingültige Festlegung was Humor ist. Nicht jeder kann es als lustig empfinden, wenn z.B. Kabarettisten Frau Merkel nachahmen und Ihre Eigentümlichkeiten und Schwächen offenlegen. Andere finden es köstlich.

Auch Bemerkungen wie „niveaulos und zweifelhaft“ über bestimmte Beiträge hier im Blog sind völlig in Ordnung, bringen sie die Meinung einer Person zu einer Sache zum Ausdruck. Späße und Witze nehmen in häufigen Fällen bestimmte Gruppen, Personen etc. aufs Korn. Beispiele sind u.a. Blondinen-, Ossi-, Lehrer-, Pfarrer-, oder Österreicherwitze. Und geht man mit hochroter Nase an einem Winterabend in die Kneipe und wird von den Freunden mit „Rudi das Renntier“ begrüßt, so ist auch das Humor. Auch wenn man es selbst möglicherweise nicht komisch findet.

Es gibt auch keine für alle verbindliche Grenze des guten Geschmacks. Natürlich können sich Personen beim Betrachten der Werbebotschaft der Fa. Ultrafilter, die ich hier

http://wordsallerlei.blog.de/2011/11/09/irgendwie-kommt-bekannt-12142354/

wiedergegeben habe in ihren moralischen Wertvorstellungen angegriffen fühlen.

Die Kritik am o.g. Beitrag ist jedoch dahingehend undifferenziert und unreflektiert geäußert worden, als es sich möglicherweise gar nicht um Meinungsbekundungen das Werbemotiv an sich betreffend gehandelt hat. Dieses Werbemotiv wurde vom Werberat gerügt, „diese Darstellung sei für Frauen herabwürdigend und „in Bezug auf ältere Menschen erniedrigend“, so der Werberat.“

http://www.berliner-zeitung.de/archiv/jahresbericht–werberat-kritisierte-100-kampagnen-die-nackte-und-der-elektroschocker,10810590,9983310.html

Der individualisierende Charakter in meinem Beitrag ist es, einen bildlichen Zusammenhang zwischen der abgebildeten Person und einer real existierenden herzustellen. Das ist (subjektiv) pfiffig, spiegelt es doch eine seit langem im familiären Umfeld existierende genaue Beobachtungsgabe von Personen wieder.

Interessant und bezeichnend ist es, das die Person auf die angespielt wird, sich aber weder in Wort, Schrift oder einem Telefonat gegenüber dem Blogschreiber geäußert, geschweige denn beschwert hat. Es kann daher auch sein, das die Person entweder überhaupt keine Kenntnis vom Beitrag hat, oder aber beim Betrachten des Bildes sich ein Lächeln nicht verkneifen konnte. So wie der Blogschreiber.

Die Dreisatzkommentierung des Bildes ist so eindeutig satirisch abgefasst, dass es sogar ohne zusätzlich angebrachtes Smiliesymbol jeder halbwegs sprachbegabten Person ersichtlich sein muss.

Es ist nun interessant, wie mit dem Recht auf freie Meinungsäußerung umgegangen wird. Es werden Forderungen erhoben, den Beitrag zu löschen!

Wir leben gottlob in einer Demokratie, zu der Grundrechte gehören. Hierbei ist das Grundrecht auf Meinungsfreiheit eines. Natürlich gibt es Einschränkungen der Meinungsfreiheit, beispielsweise wenn verleumderische oder beleidigende Dinge geäußert werden. Oder die öffentliche Sicherheit gefährdet wird. Oder rassistische Äußerungen getätigt werden.

Nichts davon betrifft jedoch meinen zitierten Beitrag, zumal überhaupt keine Personennamen genannt werden. Es ist bildlich gesprochen also so, als wenn in der Fußgängerzone ein Plakat mit einer Person klebt, eine Person dieses Plakat betrachtet und in dem Moment eine weitere Person vorübergeht, die der Person auf dem Plakat zum verwechseln ähnlich sieht und die Person dann darauf angesprochen wird. Muss deshalb das Plakat überklebt werden? Nein, natürlich nicht.

In einer Demokratie sollte man mit dem Ruf nach Zensur sehr vorsichtig sein. Wie bereits geschrieben, Äußerungen zum Missfallen eines Beitrages oder einer geäußerten Meinung sind jedoch willkommen und stellen ein regelmäßiges Mittel der Kommunikation zwischen Menschen dar. Eine Löschung des Beitrags ist daher keine Option. Es ist schließlich auch so, dass ich niemanden zwinge oder je gezwungen habe, Beiträge meines Blogs zu lesen, zu kommentieren oder sonst wie zur Kenntnis zu nehmen. Es ist ein Angebot an „die da draussen“, mehr nicht. Kein Zwang zu irgend etwas. Es ist die Freiheit des Individuums ein solches Angebot wahrzunehmen oder eben auch nicht.

Ein „gutes Miteinander“ als Wert an sich? Ist es nicht eher umgekehrt? Gemeinsam getragene Werte als Basis für ein gutes Miteinander?

Meine Lebenserfahrung lehrt mich, dann am meisten zu profitieren, wenn durch einen Diskurs Fragen aufgeworfen werden und dadurch das eigene Sein und Handeln einer Reflexion unterzogen wird. Insofern ist das – flapsig ausgedrückt – im Kreis sitzen, Patscherchen halten und über das Wetter parlieren – kein Wert, für den sich es lohnt langfristig Engagement aufzubringen und Zeit zu investieren.

Um den Bogen nun in die kommende weihnachtliche Zeit zu spannen biete ich daher an, der trauten Runde an Weihnachten im nördlichen Oberfranken fern zu bleiben. Es soll keine Störung des „guten Miteinanders“ durch meine Person erfolgen. Es ist auch nicht zielführend, Dinge temporär für einige Weihnachtsstunden ausblenden zu wollen, die faktisch so sind wie sie sind. Und für Streit und Zank ist mir das Weihnachtsfest zu schade.

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