Hochzeit Janika & Simon: Eine Verneigung

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Gestern fand in Forchheim die Hochzeit meiner Nichte und ihres jetzigen Ehemanns statt. Die kirchliche Trauung fand in der Johanniskirche in Forchheim statt.

Die Zeremonie war schön und soweit modern-konventionell. Eine Handlung jedoch überstrahlte den Gottesdienst als inhaltliche, intellektuelle und rhetorische koronar Erscheinung.

Es war die Ansprache eines 88 3/4 jährigen Pfarrers i.R., der auch eingeladen war und der den Schluss- und gleichzeitig Höhepunkt des Gottesdienstes setzte. Die Tiefe, die Intensität, das Gewicht und die Präzision der gewählten Worte suchen seinesgleichen. Wie er es verstand die Namen der Brautleute ethymologisch in den Kontext biblischer Bilder zu setzen die präzise, prägnant und persönlich gemünzt waren sucht seinesgleichen.

Eine persönlichere, humorvollere, auf den Kulminationspunkt sprachlicher Kunst gepaart mit religiöser Inbrunst gebrachte Hochzeitsansprache war mir bislang in meinem auch nun schon sechs Jahrzehnten währenden Leben bislang nicht vergönnt gewesen beizuwohnen.

Mir erschien es so, als sei hier ein bislang schon herrvorragend mundender alter Kultwein durch noch weitere Feinreifung noch zu einem Feinschliff an expressiven Feinnuancen herangereift, die keine Steigerung mehr zulassen und schlicht ein Monument hinterlassen.

Und das was es umso mehr schätzenswert macht ist die Tatsache, dass ich jenen Menschen als meinen Vater kennen darf.

Und weil ich nun fest der Überzeugung bin, alles was nun noch wann auch immmer an Hochzeitsansprachen kommen mag und deren ich beiwohnen kann/darf/muss, ich selbst werde nicht kühn Anlass geben für epigoneske Lebensbuchkapitel.