Heinrich Bedford Strohm im Gespräch mit Islamwissenschaftler

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Kürzlich fand ein Gespräch zwischen Heinrich Bedford-Strohm und dem Islamwissenschaftler Mouhanad Khorchide statt. Thema:

Gewalt im Namen Gottes

Einige bescheidene Einwürfe zum Inhalt meinerseits.

Khorchide suggeriert, als sei Indonesien ein friedfertiges Land. Das stimmt nicht.

„Im April 2011 wurden bei einem Selbstmordattentat in einer überwiegend von Polizisten genutzten Moschee zahlreiche Menschen verletzt. Im Juli 2009 starben neun Menschen bei zwei Explosionen in US-amerikanischen Hotels in Jakarta.

Eine Reihe von koordinierten Bombenanschlägen kostete im Oktober 2005 in Bali 20 Menschen das Leben. Im August 2003 war wiederum ein Luxushotel in Jakarta das Anschlagsziel mit damals zwölf Todesopfern.Die bis heute fürchterlichsten Terroranschläge in der Geschichte Indonesiens waren aber jene vom Oktober 2002 auf zwei Diskotheken in Bali. 202 Menschen, zumeist Ausländer, starben damals. „

Daneben er jüngste Anschlag im Januar 2016 mit 9 Toten.

Natürlich hat der Islam ein Gewaltproblem. Warum sonst muss ein Mensch wie Hamed Abdel-Samad um sein Leben fürchten und von der Polizei beschützt werden?

Auch die soziale Komponente als Ursache für Terror überzeugt nicht, denn ansonsten müssten sich ebenfalls ausgegrenzte Atheisten, Christen und Buddhisten mit LKWs auf Mörderfahrt oder mit Spregstoffgürteln bewaffnet auf den Weg machen. Tun sie aber eben nicht. Die die es machen bekennen sich eben nunmal zum Islam und rufen dabei „Allahu akbar“ und nicht „Gelobt sei Jesus Christus“.

Ein etwas schwieriges Feld betritt Bedford-Strom bei folgender Passage:

„Es macht mich demütig, wenn Agnostiker oder Atheisten viel überzeugender Gutes tun als Christen, mich eingeschlossen. ­Jesus stellt uns ja ausgerechnet einen barmherzigen Samariter als Vorbild vor Augen und sagt: „So geh hin und tu desgleichen.“

Das klingt überzeugend, weil der Mensch an seinen Taten Worten und Werken gemessen werden soll. Und gute Taten kann jeder Mensch auf Erden vollbringen, unabhängig von einer Mitgliedschaft in einer religiösen Gemeinschaft. Die Crux bei diesem Gedanken als Christ stellt nun aber Johannes 14 Vers 6 dar:

„Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich“

Es klingt fast ein wenig wie ein Wiederspruch von Theorie und Praxis. Die Theorie ist die Beschäftigung mit Glaubenswerken auf Papier, blättern in Schriften und Nachdenken. Die Praxis ist die gute Tat, die Mitmenschlichkeit, Barmherzigkeit und Nächstenliebe.

Auf den Punkt gebracht:

Hätte ich nur eine einzige Stunde Lebenszeit zur Verfügung und wäre im Vollbesitz meiner geistigen und körperlichen Kräfte, wofür sollte ich mich entscheiden: Theorie oder Praxis?