Halt auf freier Strecke

Ohne zunächst nur irgend etwas zu erwähnen, hier der Trailer:

Ich habe den Film leider im November 2011 verpasst, weil ich im Urlaub weilte. Es ist ein Film von Andreas Dresen, jenem Regisseur der u.a. auch den Film Wolke 9 oder Sommer vorm Balkon schon gemacht hat.

http://halt-auf-freier-strecke.pandorafilm.de/

„…Wie inszeniert man das? Wie spielt man einen Mann, der sein Todesurteil empfängt? Frank und seine Frau Simone (Steffi Kühnert) sehen sich nicht an, als sie die Diagnose hören. Sie blicken stumm geradeaus, Simones Mundwinkel zucken. Franks Augen, ohnehin vergrößert hinter einer Brille, werden noch weiter und dunkler, er sucht einen Fixpunkt für seinen Blick. Der Arzt bekommt einen Anruf, Krankenhausroutine. Schon ist das Leben weitergegangen, über Frank und sein Todesurteil hinweg. Die Kamera aber bleibt bei dem Ehepaar, ohne Ausweg, ohne Ausflucht; es dauert lange, bis sie den Arzt in einem Gegenschuss in den Blick nimmt. Auch der sucht nach Worten, tastet zögernd den Raum ab, den seine Diagnose eröffnet hat.

Wie Andreas Dresen, der große Realist im deutschen Kino, diese erste, wuchtige, fast acht Minuten dauernde Sequenz inszeniert, erzählt viel über seine Haltung gegenüber dem Thema und seinen Glauben an die wahrheitsstiftende Kraft des Kollektivs. Der Arzt ist ein „echter“ Chefarzt einer Klinik für Neurochirurgie, der wohl auch deshalb so glaubhaft wirkt, weil er ähnliche Szenen erlebt hat. ..“

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