Interessant wie groß die Diskrepanz zwischen allgemeinem Getöse und Fakten ist. Eine auch medial aufgebauschte Debatte und eine an- bzw. aufgeheizte Bevölkerung macht sich größte Sorgen wie der Winter 2022/23 energetisch und finanziell überstanden werden soll.
Dazu ein paar Streiflichter aus persönlicher Beobachtung:
Im Nachbarhaus stehen in Sichtweite von mir unverändert seit den lauen Sommermonaten beide Fenster im Treppenhaus 24/7 h gekippt offen. Das bei Nachttemperaturen schon unter dem Gefrierpunkt und Tagestemperaturen kaum über 10 °C. Kommt jemand von den Bewohnern auf den Gedanken die Fenster zu schließen und damit zu verhindern, dass das gesamte Gebäude auskühlt? Nein…
Hier in meinem Haus bin ich tätig geworden und habe das Fenster geschlossen.
Im Fernsehen beklagt sich in einem Beitrag eine dreifache Katzenmutti über die stark gestiegenen Preise allüberall. Dabei weiss jeder und jede, dass ein Privatzoo ein Finanzgrab ist. Aber selbst bei sich mal das sparen anfangen, ach nö…
Die durchschnittliche Leistung von neu zugelassenen PKW beträgt in Deutschland 160 PS. Braucht es diese Leistung? Nein, selbst ein Twingo von 1995 konnte mit den 54 PS maximal ca. 150 km/h fahren. Für die durchschnittliche Fahrt, die bekanntlich überwiegend alleine durchgeführt wird braucht es diese Leistung überhaupt nicht. Und ein Motor mit weniger Leistung hat auch generell einen geringeren Durchschnittsverbrauch. Nicht jeder kutschiert im Anhänger Rennpferdchen durch die Lande (Finanzgrab Pferd). Ist dies also beim Neuwagenkauf Kriterium Nummer 1? Wohl kaum…
Vergleiche ich beim meinem PKW die Angaben zu den Verbräuchen anderer Fahrer, so schneide ich besser ab als der Durchschnitt. Es scheint also am Fahrverhalten zu liegen. Und exakt das Fahrverhalten lässt sich jeden einzelnen Tag beobachten und da lässt sich feststellen, spirtsparende Fahrweise ist bei weitem kein generell angestrebtes Verhalten. Rummaulen aber schon…
Zum Stromverbrauch:
Meine aktuelle Konditionen bei Naturstrom:

Meine letzte Anpassung bzgl. Abschlagszahlung war übrigens seine Senkung um 2 Euro wg. des Entfalls der EEG Umlage. Mein Verbrauch betrug zuletzt 640 kWh/Jahr. D.h. wer als Single deutlich mehr verbraucht hat sicher ein erhebliches Einsparpotential. Und die Angaben lassen sich einfach hochskalieren auf Mehrpersonenhaushalte um Ableitungen über Sparpotentiale zu treffen.
Es gibt Haushalte, da ist das ganze Haus erleuchtet wie ein Weihnachtsbaum. Da werden großvolumige alte Gefrierschränke so betrieben, dass die ganze Front in der Ostukraine den Winter über mitversorgt werden könnte. Jeder Betrieb eines elektronischen Geräts von den hunderten Millionen im Lande verbraucht Energie. Ließe sich hier etwas einsparen? Aber selbstverständlich…
Mein freitäglicher Einkauf im Discounter meines Vertrauen ging mit einem Bezahlbetrag von 52,14 Euro zu Ende. Das ist ziemlich so wie immer und mein Warenkorb war auch in etwa so wie immer. Ich würde zwar aussagen, so 10-20 Prozent Preissteigerung kann auch ich feststellen, sodass mein Warenkorb jetzt im Vergleich der Vorjahre von 50 auf ca. 60 Euro gestiegen ist, aber von der sprachlich völlig abwegigen Aussage einer „Preisexplosion“ ist das meilenweit entfernt. Auch habe ich gerade vorhin einen Salat zu mir genommen, auf dem prangte „-30 Prozent“. War er schlecht nur weil das MHD der 31. September war? Mitnichten…