Gestern bin ich eingetaucht, in die Welt meiner Zahnzwischenräume. Ich war zum ersten Mal bei einer „professionellen Zahnreinigung“.
Es gab 60 Minuten für 60 Euro. So in etwa sind auch die Preise einer Wohlfühlmassage. Vom Entspannungswert ist letztere wohl vorzuziehen.
Ich lauschte zunächst einem ca. 10 minütigen Vortrag über das Zähneputzen im allgemeinen und meinen individuellen Schwachpunkten im besonderen. Dabei wurde mir klar, ich habe wohl damals bei Mutti die Lehrstunde geschwänzt. Oder musste Holz hacken. Jedenfalls gab es jede Menge neuer Erkenntnisse.
Dann wurde trotz meiner peniblen Vorbereitung auf den Termin noch so viel Material aus meinem Mund befördert, dass ich davon locker ein zweites Frühstück hätte bestreiten können. Tupper hatte ich zu Hause vergessen, sonst hätte ich es mir einpacken lassen…;)
Das ganze ist nicht schlimmer als eine normale Zahnsteinentfernung auch. Also eher schmerzfrei.
„…Früher oder später sagt einem die Zahnärztin oder Prophylaxehelferin: »Sie putzen nur zwei Drittel Ihrer Zähne.« Weil ungefähr 40 Prozent der Zahnoberfläche für die Zahnbürste unerreichbar zwischen den Zähnen liegen. Im Grunde bricht einem in diesem Moment eine Welt zusammen: Der Zahnzwischenraum ist der vernachlässigte Hinterhof der Körperpflege. Man ist ja nie vorm Zubettgehen ins Bad gegangen mit den Worten: »Ich putz mir noch schnell zwei Drittel meiner Zähne!« Man dachte: Zähneputzen ist Zähneputzen. Aber das ändert sich, sobald man den Zahnzwischenraum in sein Leben lässt. Man könnte Zahnseide benutzen, Zahnband, gewachst, ungewachst, eine Munddusche, und überhaupt müsste man die Frage »elektrisch oder manuell?« mal abschließend klären. Elektrisch, rotierend-oszillierend? Manuell, mit weicher Bürste und in Kombination mit Solo-Bürste? Und dazu kommen dann noch die Interdentalbürsten, in all ihren Farben und Größen. …“
nicht umsonst haben die Schweizer bessere Zähne, denn schon im Kindergarten und in der Schule müssen nach jedem Essen die Zähne (ich nehme an richtig) geputzt werden.