Die visuelle Hölle – Komm und Sieh

Gestern Abend sah ich zum dritten Mal „Komm und Sieh“ von Elem Klimov.

Mehrere Einträge sind bereits hierzu von mir verfasst worden:

Unverändert ist die Intensität des Films so, dass hierbei oft die Grenze des Ertragbaren erreicht ist. Der Sog der Bilder ist von Beginn an so stark, dass mann sich wünscht der Albtraum möge bald enden, aber er tut es nicht und wirkt noch lange nach.

„Gott mit uns“ steht auf dem Koppelschloss des Wehrmachtsoldaten das Florja aus dem Sand ausgräbt.

Ein kurze fast schon paradiesische Szenerie erschließt sich, als Florja mit Glascha von den Partisanen abgelehnt zurück in ihr Dorf wollen. Da sind die Farben des Waldes so grün, die Vegetation so üppig und das Sonnenlicht das durch die regennassen Bäume bricht ist so unwirklich verzaubernd, das es so kurz andauert, weil das Paradies kein Platz auf Erden ist.

In früher Jugend wurde mir das Buch von Paul Carell „Verbrannte Erde“ zugetragen. Es rekuriert auf den Rückzug der deutschen Wehrmacht, die nichts als „verbrannte Erde“ zurücklies. Aber das ist verharmlosend. In hunderten Dörfern in Weissrussland ist genau das passiert was im Film minutiös dargestellt ist. Die Bewohner wurden zusammentrieben wie Vieh, in ein Gebäude gepfercht, das Gebäude wurde in Brand gesetzt und die Menschen sind bei lebendigem Leib verbrannt.

Keiner zweifelt daran, dass dies ein barbarisches Verbrechen war.

Heute: die USA bombardieren in Minab eine Mädchenschule und töten 170 unschuldige Kinder. Wo bleibt der weltweite Aufschrei dieses Kriegsverbrechen als solches zu benennen und die verantwortlichen Täter zur Rechenschaft zu ziehen? Der gesamte Angriff auf den Iran seitens der USA und Israels ist ein völkerrechtswidriger Krieg. Es liegt kein Mandat der UNO vor. Wieso schweigt der Bundeskanzler zum Bruch des Völkerrechts?