Peter Knauer hat einen interessanten Beitrag zur Theodizeefrage verfasst.
„Die Theodizeefrage lässt sich deshalb nicht beantworten, weil sie von logisch widersprüchlichen Voraussetzungen ausgeht und dadurch unsinnig ist. Sie ist durch die Frage zu ersetzen, was der Glaube für den Umgang mit dem Leid ausmacht.“
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Vielleicht auch hier noch einige Worte zum Ursprung des Wort Gottes, also der Bibel.
„Judentum und Christentum nennen die Bibel auch „Wort Gottes“, „Heilige Schrift“. Das führt manchmal zu dem Missverständnis, Gott habe die Bibel sozusagen Wort für Wort „diktiert“. Die Bibel selbst zeichnet hier jedoch ein ganz anderes Bild. So erzählt z.B. der Anfang des Lukasevangeliums ganz offen von dem komplizierten und offensichtlich nicht immer im gewünschten Maß zuverlässigen Prozess der Weitergabe der Botschaft Jesu, der den Verfasser des Evangeliums dazu gebracht hat, „all diesen Überlieferungen bis hin zu den ersten Anfängen“ selbst „sorgfältig nachzugehen“, um sie dann „in der rechten Ordnung und Abfolge niederzuschreiben“ (Lukas 1,3). Was ist es also, das die Bibel zum „Wort Gottes“ macht?“
Auch wenn das nachfolgende einer Schrift des Erzdiözöse Freiburg entspricht und nicht ganz der Spur des Protestanismus folgt, sei darauf verwiesen, weil die Ausführungen stimmig sind:
http://www.erzbistum-freiburg.de/html/bibel714.html?t=s5m6hm551gisg0vm8irj0ka8h3&tto=dea42edb&&
Hier noch eine Erklärung der evangelischen Kirche in Hessen und Nassau:
„Die Bibel ist tatsächlich kein historischer Tatsachenbericht. Sie wurde von Menschen aufgeschrieben, die von ihrem Glauben, von Sehnsüchten und Ängsten, von Erinnerungen und Hoffnung berichten. Viele der Texte widersprechen einander, so wie sich Menschen widersprechen, die ihre Lebensgeschichten erzählen. Andere Texte sind später mit einer bestimmten Absicht gekürzt, umgeschrieben oder zusammengefasst worden. Auch gehen christliche Theologen davon aus, dass die biblischen Texte nicht wortwörtlich den Verfassern von Gott diktiert wurden (Verbalinspiration). …
„Gottes Wort“ bedeutet also nicht, dass die Inhalte der Bibel die absolute Wahrheit beanspruchen. In dem einleitenden Text „Gottes Wort im Menschenwort“ zur Lutherbibel steht hingegen, wie es zu deuten ist: Die Geschichte der Bibel wurde aufgeschrieben, „weil Menschen in ihr das Wirken Gottes erkannten und weil die Erzählung davon anderen die Augen für Gottes Wirken auch in ihrem Leben öffnen kann.“ „