Die natürlichen Feinde des Rennradfahrers

Sind, unzweifelhaft die anderen Verkehrsteilnehmer. Und diese Liste ist lang.

Ich könnte allein von der gestrigen und heutigen Runde abendfüllende Geschichten erzählen, will mich jedoch auf ein Situation fokkussieren.

Ich fahre auf der Straße, ein Radweg kommt rechts auf den ich auffahren will. Dieser macht an der Stelle eine 90 Grad Kurve, sodass die auf dem Radweg befindlichen Fahrer langsam um die Ecke biegen müssen. Dazu ist viel Vegetation, die es etwas uneinsehbar machen.

Schon bevor ich abbog sah ich einen Vater mit seinem Kind. Ich fuhr nahezu zeitgleich, dennoch leicht hinter dem Kind auf den Radweg. Der Vater stand ca. 20 Meter weiter davor und blickte sich um.

Ich erfasste die Situation, der Bub wolle nach der Kurve erst wieder anfahren und mir war klar das ich da nich überholen konnte. Dennoch rief ich, da fast parallel „Achtung“. Dann noch ein weiteres Mal. Als das Kind dann wieder Schwung hatte noch ein weiteres Mal, bevor ich vorbeiziehen wollte.

Was machte der Bub ohne sich umzusehen und ohne das der Vater auch nur ein einziges Wort von vorne als Hinweis gab? Er zog diagonal nach links und fuhr fast in mich hinein.

Der Vater hat mindestens drei kapitale Fehler begangen:

  1. das Kind immer vor sich fahren lassen um den Überblick zu wahren, wie soll mann wissen was hinter einem passiert?
  2. niemals nebeneinander fahren beibringen, zumal auf einem belebten Radweg und dem Kind beibringen wo rechts und links ist
  3. wenn überhaupt dann muss der Erwachsene auf der Gegenfahrbahn, also links fahren, das Kind muss immer auf der rechten Fahrspur bleiben und darf keinesfalls dazu verleitet werden als Geisterfahrer links unterwegs zu sein.

Jetzt kommt wieder die Besserwisserfraktion von wegen Rücksichtnahme. Aber hallo. Wer hat die Situation komplett erfasst und hat nur durch instinktiv richtiges Verhalten den Unfall vermieden? Genau, während der Vater eigentlich alles falsch gemacht hat was möglich ist habe ich den Crash vermieden. Und nein, mein Rad kann ich schlicht nicht auf der Schulter tragend an so einer Situation vorbeitragen.

Und dies ist ein schöner Beleg dafür, dass eine Radwegsbenutzungspflicht die hier vorlag nicht sinnvoll ist. Obwohl ich an dieser Stelle Schrittgeschwindigkeit fuhr und damit die Geschwindigkeit nicht Entscheidungskriterium ist, es passt einfach nicht wenn solche Anfänger mit mir als Semiprofi gemeinsam auf 2-3 Metern bei entsprechender Geschwindigkeit unterwegs sind. Ich bin auf der normalen Straße viel besser aufgehoben.

Ein weiterer Punkt. Der GröVaz, also der größte Verkehrsminister aller Zeiten, zumindest in punkte Unfähigkeit, Verschwendung von Steuergeldern und sonstiger Inkompetenz hat vor geraumer Zeit die Abstände zum Überholvorgang von Radfahrer vergrößert.

https://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.radfahrer-ueberholen-diese-abstaende-gelten-mhsd.0867dcc3-9c51-4f88-8b80-eaaf0f51a482.html

Diese 2 Meter außerorts werden meiner Kleinstatistik nach von ca. 80 % der Autofahrer definitiv nicht eingehalten. Wo bleibt die Aktionswoche zum Schutz der Fahrradfahrer wo einmal konsequent dieser Verstoß geahndet wird? Fehlanzeige. Heisse Ministerluft die das Papier des Gesetztes (Verordnung) nicht wert ist.