Der kleine Racker heisst EBV

  • Beitrags-Autor:
  • Beitrags-Kategorie:Medizin / Privat

Heute früh bin ich wieder im medizinischen Etablissement vorstellig geworden. Prinzipiell habe sich nichts verändert, so meine Aussage. Frau Doc konterte mit dem Faktum, die Laboriumsdiagnostik hätte eindeutig ergeben, dass aus serologischer Sicht der Befund mit einer frischen oder kürzlich durchgemachten EBV-Primärinfektion zu vereinbaren sei. Es stand also 1:1. Dann hat sie aber noch einen Punkt ergattert, indem sie in meinem Schlund hinabsah, jedenfalls soweit wie möglich. Der Schamott sah unverändert aus, was auch symptomatisch in Einklang mit meinen unveränderten Halsschmerzen/Schluckbeschwerden ist. Allerdings hätte sie eine Besserung dahingehend eigentlich erwartet, da ich parallele Streptokokkeninfektion durch das Penicillin eigentlich vorüber sein müsste. Da sie mit ihrer kleinen Petzl-Gedächntis Stirnlampe nicht so weit sehen konnte wie ein HNO-Experte, wurde mir ein Bonusbesuch beim Spezialisten offeriert. Also 2:1 für sie. Ach so: eine Vampirette hat mir dann auch noch Blut abgezapft. Damit soll überprüft werden ob die Leberwerte sich bereits auf dem vermuteten Wert der Besserung befinden.

In wirklich vorbildlicher Art und Weise hat sich dann die Praxis um einen Termin für mich beim HNO-Arzt bemüht. Und hat gleich einen ergattert. Hier:

HNO Zentrum Mangfall-Inn, Standort Rosenheim

Da die Praxis mitten in der Stadt liegt hat mich erstmal die Parkplatzsuche genervt. Später habe ich herausgefunden, es gibt wohl ein Parkhaus direkt unter dem Gebäude. Da ich keine Ahnung von der Praxis hatte war ich über die Größe überrascht. Es herrschte viel Betrieb. Alles machte aber einen professionellen und durchdachten Eindruck. Es kam dann immer so ein junger Schnösel in das Wartezimmer und holte seine Opfer ab. Da ahnte ich noch nicht dass auch ich 30 Minuten später dazugehören sollte. Und es sich, wie ich dann erst wieder zu Hause durch Recherche herausfand, um Prof. Dr. med. K. Stelter handelte. Ich wurde dann mit einer professionellen Petzl-Stirnlampe mit Lupenfunktion ausgeleuchtet. Keine geschwollenen Mandeln. Die Beläge korrelieren eindeutig mit EBV-Symptomatik. Sonst keine weiteren Auffälligkeiten. Dann fing er an mit einer Pinzette hinten rumzufummeln und ich muss sagen, da wurde ich leicht renitent und ging in Abwehrhaltung über. Das war ziemlich ekelig und wenn jemand sadistisch aktiv werden will, soll er das genau so machen.

Zur Beruhigung der Oldies habe ich dann noch, wie auch schon bei meiner Hausärztin, nach meiner Teilnahme am großen Fest gefragt. Dies sei überhaupt kein Problem, alle anwesenden Gäste inkl. des Jubilars seien statistisch ohnehin damit infiziert („… Die Durchseuchung mit EBV in der Bevölkerung ist sehr hoch (>98%), …“).

Bekommen habe ich dann noch Salviathymol zum spülen. Ansonsten bleibt es bei der Medikation mit Penicillin (bis Sonntag dann ist Feierabend) und Ibuprofen soweit ich es nehmen möchte. Mehr kann mann medizinisch nicht machen, der Rest ist Geduld und Schonung. Prof. Stelter meinte noch, es könne bis zu einem vollen Jahr dauern bis die volle Leistungsfähigkeit auch in sportlicher Hinsicht wiederhergestellt ist. Da aber solche Verläufe immer individuell sind kann niemand darüber eine verlässliche Prognose abgeben.