Es beginnt alles damit, dass sich ein Krokodil in sein angestammtes Revier, den sumpfigen wässrigen weiten eines Flusslaufes schleicht. Umgeben und eingerahmt von einer immergrünen saftigen und schier vor Vitalität strotzenden Natur. Erst später kommt der Mensch in Form eines genuinen Volksstammes ins Bild. Das ist die Schöpfung.
„Wir waren eine Familie. Wir mussten uns trennen und zu Feinden werden. Nun standen wir einander unversöhnlich gegenüber… rauben uns gegenseitig das Licht… Wie kam es, dass wir das Gute verloren, das uns gegeben war?… Dass wir es uns entgleiten liessen?… Es unachtsam verstreuten… Was hält uns davon ab, die Hand nach dieser Herrlichkeit auszustrecken?“
Es bedurfte einer Handvoll Sichtungen zum in mir zu begreifen, dieser Prolog aus „Der schmale Grat“ ist das Paradies.
Und der Film endet mit einem dürren Baum, dem Baum der Hoffnung. Ein Baum am Meer.
Ein Baum der einem schlagartig als eine bildliche Wiedergeburt des vertrockneten Baumes erscheint, den Alexander zusammen mit seinem stummen Sohn am Meer in Andrej Tarkowskis „Opfer“ planzt und der dann ritualisiert nach einer alten Geschichte eines Mönches so lange gewässert wird, bis er zur Blüte kommt.
„Wir schauen nur aber wir sehen nicht“, dieses großartige Zitat von Andrej Tarkowski wird stets von dem Filmkritiker Wolfgang M. Schmitt in seinen Rezensionen am Ende wiedergegeben. Was allerdings nur wenige wissen, es rekuriert auf den zweiten Brief des Paulus an die Korinther, in dessen zweitem Kapitel es im Vers 17 bzw. 18 heisst: