Chris Marker ist tot

Den wenigsten Menschen wird der Name Chris Marker überhaupt etwas sagen. Nicht jedoch denjenigen, die jemals in ihrem Leben seinen 1983 entstandenen Film „San Soleil“ zu Deutsch „Ohne Sonne“ gesehen haben.

Einer der eindrücklichsten Filme die ich je gesehen habe. Voller bildvoller Rätsel und einem schier endlos monotonen Erzählstrom.

Fritz Göttler hat in der Sueddeutschen heute einen Nachruf verfasst:

„…Sans Soleil“ aus dem Jahr 1983 ist der Wendepunkt im Werk von Chris Marker, und ein Wendepunkt im modernen Kino. Eine Bewegung geht von dem Film aus, die in die Zukunft wie in die Vergangenheit weist. Man kann nicht mehr Filme machen wie man es bislang tat und man kann nicht mehr auf die Filme schauen in der vertrauten Manier. Es ist, als wäre man selbst in eine Spirale versetzt wie der zeitreisende Held in seinem Film „La jetée“, aus dem Jahr 1963, in dem er nachwies, dass nicht der Fluss der Bilder im Kino zählt, sondern das was sie zum Stocken bringt. Die Kunst der Evasion in höchster Vollendung. Der Film besteht aus kristallisierten Einzelmomenten, in denen das Kino der Gegenwart zu entfliehen versucht, durch die gerade aber Realität ins Kino eindringt. …“

Hier noch ein kleiner Ausschnitt aus dem Film:

Aus jenem Film stammt auch einer jener Sätze die ich seit damals verinnerlicht habe: „die Zeit heilt alles – nur nicht die Wunden“

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