So so, es soll also der Verkehrssicherheit dienen wenn einen Tag lang Geschwindigkeitskontrollen stattfinden, deren Ort vorher bekannt gegeben wird.
Das gilt zumindest für Bayern.
Jeder notorische Raser wird sich 24 Stunden zusammenreißen. Nein falsch, er wird sich die Stelle (oder die zu pasierenden Stellen) vor der Fahrt einprägen, die vorgeschriebene Geschwindigkeit einhalten, nur um nach dem Passieren dieser wieder Bleifuß zu spielen. Lerneffekt Null. Ganz im Gegenteil. Am Stammtisch wird man prahlen wie man die Polizei wieder einmal an der Nase herumgeführt hat.
Mir erschließt sich nicht im Geringsten, weshalb die Orte der Messung vorab von der Polizei bekannt gegeben werden.
Als „pures Medienereignis“ bezeichnet der Verkehrsexperte der Universität Duisburg, Michael Schreckenberg, den Blitz-Marathon. „Da schleichen die Autofahrer halt mal einen Tag lang“, sagt er, „ein nachhaltiger Effekt wird damit nicht erzielt“. Um die Straßen sicherer zu machen, müssen die Menschen seiner Ansicht nach direkter mit den Gefahren von überhöhter Geschwindigkeit konfrontiert werden.
„Es geht ja nicht nur um die Überschreitung von Tempolimits“, sagt er: „Die Leute müssen kapieren, dass sie ihre Fähigkeiten am Steuer überschätzen und hinter jeder Kurve plötzlich ein Hindernis warten kann.“ Schreckenberg fordert deshalb mehr Kampagnen an den Schulen, „dort, wo die Fahrer der Zukunft sitzen“, und wünscht sich Anreize für Fortbildungen. „Wer ein Seminar zur Verkehrssicherheit besucht, sollte zum Beispiel mit Preisnachlässen bei der Kfz-Versicherung belohnt werden.“ „