Am vergangenen Wochenende fand mein zweites Sommerwanderwochenende statt. Diesmal in Leutasch (Österreich).
Logiert habe ich in einer kleineren Pension namens Lehnerhof. Bezeichnenderweise auch im Ortsteil Lehner gelegen. Die Übernachtung kostete im Einzelzimmer 46 Euro mit Frühstück.
Ich bin sehr zufrieden mit der Unterkunft, eine sehr freundlich-rührige Hausdame. Ein schönes Zimmer zur Westseite mit Balkon, Sofa und einem neuen Bad. Einzig ein Duschbad hat mir gefehlt. Insgesamt wirkt alles rustikal aber frisch renoviert. Das Frühstück bietet alles was zu erwarten ist.
Die Lage ist sehr ruhig, fast schon am Ende es Ortes gelegen. Durchgangsverkehr gibt es praktisch nicht.
Am Freitag war es recht frisch bei der Ankunft mit 16 Grad Celsius. Dennoch bin ich gleich losmarschiert. Jedoch stoppte einsetzender Regen meinen Plan ein wenig des Weges Richtung Meilerhütte zu gehen. Es regnete nicht lange, blieb aber frisch.
Samstag war das Wetter deutlich besser. Wobei ich insgesamt sagen muss, mir ist es heisser lieber. So war es morgens frisch und ich ging im Fleecepullover los. Auch oben auf der Gehrenspitze war es kühl und da zu dem Zeitpunkt keine Sonne schien hielt ich es nicht lange dort aus.

Ziel war zunächst der Aufstieg direkt von der Unterkunft durch das Puittal Richtung Scharnitzjoch. Ein sehr schöner Aufstieg. Nach ca. 45 Minuten verlässt man den Wald und erreicht das Hochtal. Bald danach zweigt der Weg östlich Richtung Söllerrinne ab.

Es geht aber freundlich und nicht zu steil hinauf zum Scharnitzjoch (2045 Meter, 1:45 h).
Von dort oben geht dann der Weg über die Erinnerungshütte hinauf zur Gehrenspitze (2367 Meter, 45 Minuten Auf- und Abstieg). Der Weg ist schmal und zieht sich um einige Vorgipfel herum auf der Südseite entlang. Nicht technisch schwierig, dennoch ist besonders beim Abstieg dann stete Konzentration notwendig.


Interessanterweise waren hier schon einige kurze Passagen leicht schlammig. Das sollte sich im weiteren Wegverlauf noch intensivieren. Von wochenlanger Trockenheit kann hier in dem Gebiet nicht die Rede sein.
Vom Scharnitzjoch ging es hinab zum Punkt Scharnitztal (1710 m). Da ich doch nicht schon um ca. 15 h wieder in der Unterkunft sei wollte ging ich den Wegverlauf zur Rotmoosalm an. Bisschen Anstrengung schadet nicht.
Es wurde dann ein Weg mit etlichen schlammigen Passagen, ohne dass ich jedoch Lust verspürte ein Alpenwellnesschlammbad nehmen zu wollen. Der Weg am Hang entlang mit einigem Auf und Ab zieht sich lange dahin. Es dauerte 1:30 h bis ich an der Rotmoosalm 2030 Meter) ankam.

Nachdem ich bis dato asketisch von einigen Schlucken Bergsteigerbrause (legendär) gezehrt hatte, gab es nun eine ausgiebige Jause. Das Wetter war nun auch endlich angenehm warm und heiter.


Als Abstieg wählte ich dann den Weg Richtung Hämmermoosalm. Kurz davor dann einen Abzweig zum Parkplatz Salzbach. Dann folgte ein langer langer Hatsch durch ganz Leutasch. Es zog sich gewaltig und ich war ganz schön paniert und froh als ich die Unterkunft endlich erreicht hatte (2:15 h ab der Rotmoosalm bis Lehner).
Die Gesamtgehzeit betrug 7.00 h.


Sonntag früh war die Muskulatur zwar gezeichnet von der Tour, aber ich traute mir noch ein kleine Wanderung zu.
Dazu fuhr ich zum Parkplatz an der Talstation der Rauthütte. Steil ging der Weg hinauf, zuerst auch begleitet von einigen Regentropfen, die ich jedoch bald abschüttelte. Ich schaltete den Turbo zu und erreichte die Hütte bereits nach 35 Minuten (ca. 450 Höhenmeter). Nicht schlecht für Opi.
Oben machte ich mich bei einem Holzkreuz auf der Bank breit und genoss den fantastischen Ausblick hinüber zur Gehrenspitze aber auch hinauf zur Hohen Munde.

Der Abstieg ging im Bogen zurück zum Auto. Ein schönes erholsames und eindrückliches Bergwochenende ging damit zu Ende.
P.S. Während des Aufstiegs durch das Puittal am Samstag ging mir eine Stelle aus Psalm 31 durch den Kopf: „…du stellst meine Füße auf weiten Raum…“. Berge haben unverändert etwas majesttätisches für mich, etwas, was Anatoli Boukreev einmal mit „Mountains are Cathedrals – grand and pure – the Houses of my Religion“ beschrieben hat.