Nun ist sie also bereits wieder Geschichte, die eine Woche Bergsommerfrische in Ladis im Hotel Forer.
Die Woche ist insgesamt wie im Flug vergangen, angefüllt mit herrlichen Erlebnissen, Touren und war insgesamt sehr erholsam, weil phasenweise eben anstrengend. Dieses Paradox verstehen viele nicht, die Urlaub nur dann als erholend ansehen, wenn die Beine mehr ruhen als bewegt werden. Zunächst zum Hotel Forer.
Das Hotel liegt am Ortseingang vom Inntal hochkommend und hat ****. Parkplätze sind direkt vor dem Hotel und waren immer reichlich vorhanden, wenngleich meine Karre bis auf einen Ausflug am Freitag den 14.08.2020 immer am gleichen Platz stand. Das Hotel hat meiner Zählung nach 36 Zimmer, wovon in der Woche maximal ein Drittel belegt waren. Das war natürlich auch der Grund, weshalb überhaupt kein Gedränge war, weder beim Ein- und Auschecken noch bei den Buffets. Maske tragen wird von den Gästen nicht verlangt, das Personal trägt Maske oder Visier. Das ist fast immer konsequent gemacht worden, meiner Beobachtung nach allerdings wurde die Maske von einer Bedienung auch nur wenn sie Gäste bedient hat gegtragen und dann wieder runtergezogen. Mann kann das lang und breit diskutieren, dass so natürlich deren Atemluft ungefiltert im Innenraum umherwabert, jedoch im direkten Gästekontakt besteht keine Gefahr, zumal dieser Kontakt um z.B. einen Teller zu servieren nur Sekunden dauert. Frühstück gibt es als Buffet und da ich stets zur Eröffnung um 7:45 h dort aufschlug war ich immer der erste und meist waren bis ich ging nur zwei weitere Hanseln dort, also überhaupt kein Problem. Das Buffet war in einem schmalen Schlauch/Nische aufgebaut, was prinzipiell bei Vollbelegung ggf. zu Staus führen könnte. Abends gab es dort auch das Salatbuffet, wobei ich anmerken möchte, die Gäste nahmen gegenseitig immer viel Rücksicht, also keine Drängler. Auch dort war ich somit fast immer alleine in der Ecke. Desinfektionsmittelspender standen dort, aber auch beim Hoteleingang zur Benutzung.

Der Rest des Abendessens wurde am Tisch serviert. Es gab ein 5-Gänge Menue, beim Galadinner am Sonntag sogar 7-Gänge. Einmal Fondueabend den ich jedoch nicht nutzte. Frühstück war gut und reichlich und jeden Tag gab es eine Spezialität, z.b. Kuchenstücke, Waffeln, Croissants, spezielle Käse, extra Joghurts etc.. Es war also alles vorhanden, wenngleich einzig Gebäcksstücke und Kuchen ich mir täglich gewünscht hätte. Aber das ist nur eine Winzigkeit.
Das Zimmmer- die Juniorsuite Schönjoch – war mit 33 Quadaratmetern im zweiten Stock westseite schön groß. Der Balkon fast nochmal genauso groß. Mit zwei Stühlen und zwei Relaxliegen gut ausgestattet. Das Hotel hat zwei Gebäudehälten, einen alten Teil und einen Neubau, der irgendwann angebaut wurde. Dort war mein Zimmer. Im alten Teil gibt es einen durchgehenden Balkon, im neuen sind es Privatbalkone. Aufzug ist vorhanden. Den Wellnessbreich habe ich nur von aussen gesehen, ansonsten ist Wellness für mich der Aufenthalt in der guten Bergluft. Um das Hotel gibt es kein Grünflächenareal, also keinen Außenbereich. Neben dem Hotel, also südlich davon werden aktuell zwei neue Hotels gebaut, was tagsüber an Werktagen natürlich zu Baulärm führt. Da ich jedoch tagsüber immer unterwegs war keine Störung für mich.
Zu den Kosten: 88 Euro mit Halbpension pro Nacht. Da ist dann die Super Sommer Card der SerfausFissLadis Region inklusive und das ist eine fantastische Sache. Insbesondere die freie Nutzung aller Bergbahnen und des Wanderbuses. Rechnet mann so täglich 20 Euro dafür (was bei meiner Nutzungsintensität eher zu gering geschätzt ist) und für das Abendessen 25-30 Euro so ergibt sich eine reiner Übernachtungspreis von 38-43 Euro. Das ist extrem fair für ein 4-Sterne Hotel.

Radtouren:
Zwei an der Zahl. Sonntag den 09. August und Samstag den 15. August. Beide Touren starteten und endeten in Ladis am Hotel. Sonntag ging es über Ried und Prutz nach Materna über die schweizer Grenze. Dann hoch zur Norbertshöhe. Dann über Nauders zum Reschensee, den ich einmal umrundete. Auf der Westseite am Radweg runter und auf der Ostseite wieder hinauf (wobei flach). Das ganze dann wieder retour nach Ladis. 111 Kilometer insgesamt.
Früh um 9.30 h gestartet war es angenehm kühl, natürlich nur, weil ich wusste es würde noch deutlich wärmer. Bei der Kajetansbrücke kurz auf Schotter verfahren und etwas geärgert, weil ich Schotter ungern fahre. In Martina war dann Baustelle und das gleich mit Schotter. Da habe ich dann geschoben bzw. bin auf der geteerten Gegenseite geblieben. Bei der Auffahrt zur Norbertshöhe habe ich zwei Radler auf Trekking Bikes eingeholt und mich hinter den ersten platziert denn er fuhr ein gutes harmonisches Tempo. Klar hätte ich ein wenig mehr drücken können aber der Tag war da noch lang. Also konservative Strategie. Die Serpentinen sind 11 an der Zahl und durchnummeriert. Die Steigung ist moderat sodass ich mehrheitlich mit 36/25 hochgekurbelt bin (2. Gang). Es fühlte sich stets locker genug an. Vor der letzten Kehre war es mir dann doch zu langsam und ich bin vorbei, nur um auf den letzten 200 Metern noch vom zweiten Radler der hinter mir fuhr überspurtet zu werden (und der dann auf der Höhe rechts stehenblieb). Typisch Mann eben. Die Reschensee Umrundung war landschaftlich schön, aber sehr befahren.


Auf dem Radweg der Westlich geteert verläuft ist es teilw. eng und kurvig, also immer Vorsicht angesagt. Was sich als Fehler herausstellte, war ich Ostseite für den Rückweg zu nutzen. Denn dort kam erst ein 400 Meter Schotterstück und dann wieder ein mindestens 1 Km langes Schotterstück. Aber da war es zu spät umzudrehen. Als ich auf die Straße wechseln wollte sah ich einen Tunnel den ich nicht ohne Licht benutzen wollte (und der soweit ich jetzt auch weiss für Fahrräder gesperrt ist), also wieder den Uferweg. Das letzte Stück dann doch Fahrstraße, aber da ist höllische Verkehr, also wenig spassig.
Vor der Auffahrt nach Ladis hatte ich Respekt. Anfangs ist es moderat, aber in der Mitte ziemlich hart. Ich konnte aber noch 2 andere Radler abhängen, sowas motiviert immer.
Während die erste Tour vorab ziemlich genau so geplant war, ergab sich die Entscheidung für die zweite Tour am Samstag kurzfristig. Alternativen grundsätzlich waren die Kaunertaler Gletscherstraße und die Wiederholung zum Reschensee.
Lost ging es wieder am Hotel in Ladis, hinunter nach Prutz, über den Inn und Richtung Landeck. Ein kurzes Schotterstück ca. 300 Meter auch hier. Danach gab es Probleme mit dem Einklicken in die Pedale (Verschleiss bzw. Dreck an den Schuhplatten). Dann kommt auch gleich die Überquerung der Bundesstraße mit dem Beginn der Auffahrt zur Piller Höhe. 7,6 km Nonstop mit 704 Höhenmetern. Da war 28/36 angesagt. Hart und eigentlich keine Verschnaufpause zwischendurch.


Der Plan war dann, Abfahrt ins Kaunertal und über Feichten vielleicht hoch noch zum Gepatschstausee. Die ursprüngliche Idee ab Prutz die Gletscherstraße zu fahren hatte ich schon aufgegeben, da auf der Landstraße drei dunkle Tunnels zu durchqueren sind und es auch noch aufwärts ginge, also langsam. Viel zu gefährlich, auch wenn ich mir prohylaktisch vorab sogar noch Licht mitgenommen hatte. Unten in Kaunerberg hatte Google Maps (buhhhh) in Vorabrecherche eine Straße über Prantach, Ebele, Grünstein und Nufels nach Feichten angezeigt. Realität war, ich stand an einer Sackgasse kurz hinter Prantach und es ging nur noch ein Wanderweg weiter. Also musste ich umplanen. Ich fuhr dann über Kauns wieder nach Prutz und von dort den Inn hoch bis zur Kajetansbrücke. Dort war ich sogar kurz versucht nochmal die Norbertshöhe in Erwägung zu ziehen, aber es hatte sich bewölkt, einige Tropfen waren gefallen und der Himmel sah uneindeutig aus. Also zurück und nochmal den Anstieg hoch nach Ladis. Das war es aber noch nicht und ich fuhr durch bis Fiss (Fiss und Serfaus liegen gleichhoch, daher habe ich mir die letzten 3 Kilometer bis Serfaus gespart. Das waren dann nochmal 9 Kilometer mit 575 Höhenmetern (18 Minuten bis zum Hotel Forer und 27 Minuten bis Fiss Bushaltestelle). Beine waren top in Schuss.
Bergtouren:
Alle großen 3 Ziele, Furgler, Planskopf und Frommeskreuz habe ich erreicht.
Auf der Tour zum Reschenpass bin ich beim Versuch einzuklicken abgerutscht und habe mir den Knöchel leicht am Pedal angeschlagen. Daher habe ich beschlossen nicht gleich am Montag den Furgler (3004 Meter) anzugehen.
Die erste Tour am Montag den 10. August war von der Bergstation der Schönjoch Bergbahn am Fisser Joch (2440 m) startend den ganzen Bergkamm von dort über den Oberen Sattelkopf, den hinteren Brunnenkopf, den vorderen Brunnenkopf, das Brunnenjoch hoch zum Planskopf (2804 m). Zwei Stellen im Abstieg waren seilversichert aber kurz.




Das war auch Premiere für meine neuen Adidas Terrex Agrarvic Boa. Vom Planskopf ging es ein Stück sehr steil hinab Richtung vom Urgjoch zum Blankasee. Da ich noch nicht das Zutrauen zur Rutschfestigkeit der Schlupfen hatte war ich da sehr vorsichtig. Über die Glockhauserseen ging es hinab zum Furglersee.


Um nicht zuviel Meter absteigen zu müssen war mein Ziel die Bergstation Lazid. Das war dann letztlich mit einem nochmaligen Gegenanstieg und einem länglichen Weg am Hang entlang hinüber zur Schneid verbunden. Ab dort am Fahrweg zur Bergstation. Diese Tour war mit 4:10 h Gehzeit die Längste, wenngleich ich doch immer wieder betonen muss, meine Gehzeiten sind zwar nicht Trailrunning kompatibel, aber für Hänschen dann doch am oberen Ende der Geschwindigkeitsskala.
Am Dienstag wollte ich eigentlich nur pausieren, aber es kam anders. Mit der Gondel der Waldbahn bin ich hinaufgeschippert auf 1840 Meter. Oben ein Auflauf von Mountainbikern und sonstigen Wandersgesellen, also viel zu viel für mich. Bin dann der Masse folgend zur Möseralm, fast auf gleicher Höhe. Ich liebäugelte dann mit dem Oberen Sattelkopf (2596 Meter), den ich tags zuvor zwar schon überschritten hatte, aber der Tourimassenweg a la Fahrstrasse hinüber zur Schönjochbergbahn Mittelstation Steinegg zog mich nicht richtig an. Ein Schild zeigte den Weg Sattelkopf an, nur fehlte mir der Weg. Also einmal im Kreis alles abgesucht und nix gefunden und frustriert den Kinderwagen und Rollatorspuren hinterher doch zur Bergstation Steinegg. Nach der ersten Biegung kam doch der Reinhold in mir durch und ich folgte meinem Instinkt Richtung Gipfel, dann eben auf einem erstzubegehenden Pfad. Egal. Nun, es endete kurzfristig mit vollverschlammten Tretern, weil das Gebiet moorähnlich und vom Regen der letzten Nacht sehr feucht war. Nach vielleicht 20 Minuten querfeldein fand ich dann mehr zufällig den eigentlichen Weg und ab dort ging es mühlvoll aber problemlos hinauf zum Oberen Sattelkopf.

Vom Gipfel noch auf dem Weg rüber zum Fisser Joch den Zwölferkopf (2596 m) mitgenommen und das war die Tour dann auch schon.
Natürlich übertreffen die Gondelfahren zahlenmäßig die Bergtouren bei weitem. Ich hatte stets eine Privatgondel mit ausgezeichneter Bergluft. Auch das Anstehen war eigentlich nicht gegeben. Einmal vielleicht 2 minuten, sonst Karte zücken, Schranke passieren und einsteigen.

Am Mittwoch den 12. August stand der 3000er Tag mit der Besteigung des Furglers an. Die Wettervorhersage war schon nicht mehr so durchgängig gut, mit optionalen Schauern und Gewittern am Nachmittag. Ursprünglich plante ich die Überschreitung hinauf vom Furglersee und Furglerjoch zum Gipfel und dann hinuter über den Normalweg. Da ich jedoch hierfür mehr Zeit benötigen würde verwarf ich den Plan und wollte nur so schnell wie möglich hinauf und hinab. Daher der Weg über den Lazid und Tieftalsee.

Rauf in 1:30 h und runter in 1:15 h, also wirklich fix. Eine einzige Stelle am Tieftalsee ist bei einer plattigen Stelle mit zwei Eisentrittklammern versichert. Ansonsten ab dem Tieftalsee gute mittelsteile Spur zum Gipfel wie schon vorab hinauf zum See. Keine sonstigen Schwierigkeiten.

Als ich oben ankam war es kühl und es sah nicht allzugut aus.

Ich hatte das Glück das ich nur zwei weitere Kameraden oben antraf, was sich später anders darstellte, den mir kamen jede Menge Wanderer entgegen. Unten am Tieftalsee wurde es dann sonnig und ich verweilte noch etwas.


Am Donnerstag stand dann die vierte Tour hintereinander an. Es ging direkt vom Hotel hoch zum Gipfel des Frommes, auch Frommeskreuz oder Matekopf (2248 m) genannt. Ich stand ob des Wetters etwas unter Druck, denn es war schon früh bewölkt mit Aussicht auf irgendwann einsetzende Schauer. Also fix hinauf in 1:50 h und weil es oben ganz schön frisch war mit kurzer Rast weiter über das Schönjoch zur Bergstation der Schönjochbahn. Letztlich blieb ich trocken. Unten in Fiss besserte sich das Wetter nochmal und ich gondelte hoch zur Möseralm um mich in einer Hängematte zu entspannen.


Freitag war dann Einkaufstag hauptsächlich für die Oldies wo ich alleine die Wurstabteilung plünderte und fast 50 Euro in fettige Ware investierte. Wirklich wa(h)r. Eine kleine Wanderung vorher nach Fiss ging sich trotzdem aus, auch wieder im Turbomodus weil Schlechtwetter nahte.

