Bergsommerfrische 2021 Ladis

Nachdem mein Quartier mit dem Hotel Forer in Ladis bereits letztes Jahr meine Unterkunft war und ohnehin in dem letztjährigen Blogbeitrag über den Urlaub vieles beschrieben wurde was ich nicht nochmals wiederholen möchte, sei hiermit auf diesen Beitrag verwiesen:

Daher gehe ich nur auf wesentliche Unterschiede und Erfahrungen hier ein.

Mein Zimmer war ostseitig gelegen (Zi.Nr. 201), im zweiten Stock und hatte einen Gemeinschaftsbalkon der durchgängig war (Typ Kaunergrat). Auf der einen Seite war das Zimmer aber die ganze Woche nicht belegt, sodass es sich doch wie ein Privatbalkon anfühlte. Das Zimmer selbst hatte eine schöne ebenerdige Dusche mit offenem Waschbecken und separatem WC. Schön und praktisch eingerichtet. Einzig der Aufstellort des TV neben dem Bett quasi am Nachtkästchen machte es unmöglich fernzusehen, während mann im Bett lümmelte. Daher musste ich immer den Sessel an das Bett rücken und meine Beine dann so ausstrecken. Nicht ganz ergonomisch.

Seit Juli gilt wohl die Regelung in Österreich, dass in der Hotellerie generell nach Registrierung und Nachweis der 3G-Regel keine Maske mehr getragen werden muss. Maske trug ich nur noch im Wanderbus, an den Liftanlagen beim Anstehen und Einsteigen (drinnen in der Kabine nicht mehr, war auch stets allein…) und beim Einkauf.

Mein großer Tisch für 4 Personen war in einem separaten Raum mit großzügigem Abstand zu den Nachbarn. Hände desinfizieren vor dem Gang zum Buffet war obligatorisch und wurde auch so eingehalten. Auch da war es kein Gedrängel. Das Hotel Forer liegt direkt neben der Bushaltestelle, wenngleich nicht zu allen Zeiten alle Busse dort halten. Zur Sonnenbahn Liftstation sind es ca. 10 Minuten Fußweg. Im Zweifel kommen dort auch die Busse an bzw. fahren dort ab.

Essen, Freundlichkeit des Personals und alles drumherum gab keinen Grund zur Beanstandung. Ich bin eher noch mehr angetan, weil im Vergleich zum Hotel Goies im September 2020 hier überhaupt kein Zwang herrscht. Der Sommelier dort ist zwar nett, mir reicht aber einfach ein Radler zum Essen und sonst nichts. Kein Wein, kein Edelwasser aus Südafrika und kein Espresso zum Dessert. Bin eben bäuerlich geprägt. 5-G zum Abendessen, also immer reichlich, wenngleich die Portionen natürlich keine Bauernportionen sind (Achtung: politisch nicht korrekter Sprachgebrauch!!).

Kosten für die Übernachtung mit Halbpension inkl. der SuperSommerCard: 86 Euro + 3 Euro Kurtaxe

Die Bergbahnfahrt am letzen Tag von Ried hoch zur Sattelklause kostete 21 Euro. Dies als Hinweis, welchen Wert die SuperSommerCard eigentlich hat.

Touren insgesamt: 3 Radtouren und 3 Bergtouren (den einen Spaziergang und das Abschreiten des Höhenweges zähle ich nicht dazu).

Radtouren:

Kaunertaler Gletscherstraße:

https://www.quaeldich.de/paesse/kaunertaler-gletscherstrasse/

Durchgeführt am Samstag den 07. August, dem Tag der Anreise.

Start in Feichten im Kaunertal um ca. 9:45 h. Es war recht frisch beim Start, das Kaunertal erhält recht spät morgens Sonne, sodass meine Kleiderwahl die Nicewin Hose unten und obenrum das Karlsfeld Trikot mit den Ärmlingen war. Dazu hatte ich die Windweste dabei, die ich dann oben am Ziel anzog und runterwärts bis an das Ende des Gepatsch-Stausees trug. Kleiderwahl war in Ordnung, da es raufwärts ordentlich zu treten gab wurde mir schon warm.

Da ich gut ausgeruht war lief es rund und auch mit wenig Verkehr bis an die Anhöhe bei der Gepatsch Hütte. Dort konnte der weitere Verlauf mit vielen Kehren eingesehen werden und nötigte mir Respekt ab.

Dieser Abschnitt fuhr sich aber trotzdem sehr flüssig. Oben angekommen geht es erstmal kurz fast flach ins Tal hinein. Da dachte ich mir, so hart wie beschrieben ist das alles nicht.

Allerdings ist mann da bereits auf ca. 2200 Meter Meereshöhe und die letzten ca. 500 Höhenmeter haben es in sich. Es geht dann ohne Pause hoch und wo das Ziel eigentlich liegt ist nicht auszumachen. Es zieht sich noch gewaltig hin und die Steigung bleibt dann konstant hoch. Ich hatte keine Motivationsprobleme und meine Form stimmte auch. Zum Glück war der Verkehr überschaubar beim Hochfahren und die Straße ist insgesamt recht breit.

Oben angekommen ist es natürlich eine andere Welt inmitten der Flachlandtiroler (Auffahrtszeit: 2:08 h). Es war dann aber schon frisch und auch mehr Wind, der das ganze nicht wirklich warm machte.

Daher blieb ich auch nicht so arg lange oben. Bilder geknipst, Pause und wieder runter. Sehr kontrollierte Abfahrt.

Es wurde dann immer windiger und ich fuhr daher sehr vorsichtig bis ich einmal sogar anhielt, weil ich dachte es weht mich von der Straße. Ohne Wind wäre sich sicher schneller gewesen, weil die Straße eigentlich gut geteert ist und auch übersichtlich ist. Nervig trotzdem das Stück auf der vergleichsweise schmalen Uferstraße am Stausee entlang, weil einige Motorradfahrer und einige Autofahrer ohne jegliche Rücksicht unterwegs sind. Letztlich war ich nach knapp über einer Stunde wieder in Feichten (was zeigt, dass die Abfahrt der 27 Kilometer gemächlich verlief).

Fazit: meist angenehmer Verkehr und gute Straße, nach oben hin Durchhaltevermögen angesagt. Keine absoluten Hammerrampen, mit guter Einteilung und entsprechender Form fein.

Landeck – Imst – Pillerhöhe:

Die zweite Radtour fand am Mittwoch den 11. August statt. Die Strecke führte mich nach der Abfahrt nach Ried erstmal nach Landeck. Da die Bundesstraße zwischen Fließ und Landeck gesperrt ist musste ein Umweg auf der Westseite des Inns genommen werden. Diese Straße war so eng und unübersichtlich zu fahren, dass ich Angst hatte an irgendeiner Ecke auf eine Motorhaube zu enden. Nach Landeck bis Zams bin ich dann die reguläre Straße gefahren und mit meiner guten Vorbereitung habe ich vor der Überquerung des Inns nahtlos wieder in den Innradweg gefunden. Die folgenden Kilometer geht es ein enges Tal entlang, bevor sich dieses Richtung Imst weitet. In Imst dann trotz verwirrender Verkehrsführung sofort auf die Brücke über den Inn Richtung Pitztal gefunden.

Allein dieses Schild hat schöne Erinnerungen an die gemeinsamen Urlaube hinten in Plangeross mit den beiden alten Rackern geweckt. Über Arzl geht es dann aufwärts bis Wenns. In Wenns zweigt die Strecke dann Richtung Piller Höhe ab:

https://www.quaeldich.de/paesse/piller-hoehe/

Bis Piller rollte es gut bergan, zum Schluß hin wird es steiler und bleibt auch konstant so, aber immer noch gut fahrbahr. Der Ausblick vom Gacher Blick ist phänomenal:

Die Abfahrt nach Kauns ist teilw. steil aber relativ verkehrsarm. In Kauns bin ich dann Richtung Kaunertal links abgebogen und diese Variante entpuppte sich als landschaftlicher Glücksgriff:

Über die Straße aus dem Kaunertal hinaus nach Prutz ging es, einen Tunnel durchfahrend wieder retour. Zum Schluß wartete wie gewohnt der Anstieg von Ried nach Ladis auf mich, dieses Mal mit einer Baustelle am Beginn. Blöd an einer Steigung einzuklicken inmitten einer Schlange von Autos. Daher bin ich dieses Mal auch nur ein einziges Mal diese Strecke gefahren.

78 km in 3:44 h

Reschensee:

Gleich am nächsten Tag Donnerstag den 12. August ging es wieder aufs Rad. Dieses Mal den fast schon Klassiker an den Reschensee. Gewohnte Strecke über Martina und dem Aufstieg zur Norbertshöhe.

Wieder schön zu fahren und oben angekommen auf dem vielfrequentierten Radweg von Nauders bis ans Ende des Reschensees. Von dort dann noch weiter am Radweg entlang bis an das Ende des Haidersees.

Im Hintergrund thront der Ortler (3905 m)

Bergtouren:

Hexenkopf (3035 m):

Die Tour auf den Hexenkopf fand am Montag den 09. August statt. Startpunkt war die Bergbahnstation Lazid. Von dort erst den schon bekannten Weg bis zur Station Scheid. Von dort dann den Schmugglersteig bis zum Arrezjoch (2587 m). Alternative wäre die breite Schotterstraße gewesen, die jedoch landschaftlich kein Vergleich war und auch erst mit einem Abstieg und Wiederaufstieg zum Joch versehen ist. Der Steig hingegen verläuft meist am Hand flach entlang und nur zum Schluss gibt es einen Anstieg zum Joch.

Blick vom Arrezjoch bis zum Startpunkt Lazid
Blick vom Arrezjoch zur Hexenseehütte und dem Hexenkopf (höchste Erhebung im Gratverlauf rechts)

Der Weg führte dann wiederum weiter am Schmugglersteig zur Hexenseehütte. Die Zeit von Lazid zur Hütte ist mit 3 h für Normalos angegeben, 2 h für schnelle Wanderer und ich benötigte 1:40 h.

Von der Hütte bis zum Gipfel und retour begegnete ich nur 2 Personen. Die Tour ist ab da wirklich einsam. Ab der Hütte wird mit 2 Aufstiegsstunden kalkuliert, ich benötigte 55 Minuten. Nur so war die Tour überhaupt an einem Tag mit Start um kurz vor 10 h und Erreichen der letzten Gondel möglich.

Der Weg nach der Hütte geht noch eine Weile sanft ansteigend weiter bevor er in felsiges Gelände abbiegt und dies so bis zum Gipfel bleibt. Die Markierungen sind gut, aber die Hände müssen schon hie und da eingesetzt werden. Nicht wirklich schwierig, aber auch kein Wanderweg mehr.

Blick vom Gipfel zur Hexenseehütte

Die kniffligste Passage sind die letzten 20 Höhenmeter zum Gipfel in einer Art Rinne. Und zwar nicht aufwärts, sondern abwärts. Wie immer macht es mir mehr Probleme wenn es vorwärts nicht abzuklettern geht dies rückwärts zu tun.

Gipfelrinne (Schlüsselstelle)
Blick vom Gipfel Richtung Furgler und Rotpleiskopf
Blick auf den Gmairersee
Ziemlicher Schuttberg der Hexenkopf
mein Freund das Murmeltier – fast handzahm

Glockspitze (2846 m)

Die Tour zur Glockspitze hatte ich bereits 2020 im September unternommen. Unterschied dieses Jahr (am Freitag den 13. August) war der Anstieg vom Kölner Haus anstatt des Startpunkts Lazid. So kamen etwas mehr Höhenmeter zusammen, aber die Strecke ist horizontal wohl etwas kürzer.

Technische Probleme gab und gibt es keine. Die letzten Meter ab der Glockscharte sind auch hier keine Wanderweg mehr, aber doch harmloser als beim Hexenkopf. Der Rückweg erfolgte dann wiederum über den Blankasee, den Furglersee hinüber zur Station Lazid.

Blick von unterhalb des Urgjochs Richtung Furgler und Glockspitze (ganz rechts)
Blick vom Gipfel zum Rotpleiskopf

Mittagskogel – Roter Schrofen (2702 m)

Die Tour zum roten Schrofen unternahm ich am Samstag den 14. August, meinem Rückreisetag. Damit nutzte ich die 8 Tage wirklich voll aus. Da ich keine SuperSommerCard mehr hatte machte es an diesem Tag Sinn Geld für eine Bergbahn in einer anderen Region zu investieren. Da ich die Kaunergrat Zimmerversion bewohnte und jeden Tag Ausblick auf den Kaunergrat hatte, war es Zeit dem Massiv auch näher zu kommen.

Ich hatte im Vorfeld auch die Besteigung der Feichtner Karlspitze ins Auge gefasst, diese Tour ist jedoch sehr anspruchsvoll, u.U. sogar noch schwieriger als der Hexenkopf und ich nahm dann doch davon Abstand.

Die Wahl fiel daher auf den Roten Schrofen. Das Auto habe ich in Ried an der Talstation der Bergbahn Ried-Fendls geparkt. Mit einer Gondel geht es hinauf nach Fendels und von dort mit einer Sesselbahn hinauf zur Sattelklause.

Die Tour verlief dann als Rundtour. Von der Sattelklause über den Ochsenkopf ging es gemäßigt aufwärts. Dann geht es stets am Grat hinauf zum Mittagskopf. Das ist teilw. steil, aber insgesamt unschwierig. Das Gipfelplateau ist großzügig. Was sofort auffällt, diese Bergseite bei Fendls ist touristisch deutlich ruhiger als die Region SerfausFissLadis. Bis auf ein wenig Betrieb an der Sattelklause ist es sehr ruhig. Auf der Tour habe ich insgesamt nur 5 Personen getroffen.

Blick vom Mittagskogel zum Gipfel des Roten Schrofen

https://www.kaunertal.com/de/Ihr-Kaunertal/Tourenportal/Ochsenkopf-2.153-m-und-Roter-Schrofen-2.702-m_t-14861

Vom Mittagskogel führt der Weg erst in eine Senke etwas hinab, nur um von dort in leicht felsigem Gelände zum Gipfel des Roten Schrofen empor zu führen.

Blick vom Roten Schrofen zum Gepatschstausee und dem Gepatschferner
Blick zur anderen Seite des Kaunertals

Der Abstieg ist zwischendurch nicht ganz einfach zu finden, wenn mann weiss es geht eigentlich in Falllinie Richtung Sattelklause hinab ist es gar nicht so schwer. Steil, geröllig aber mit Vorsicht insgesamt nicht schwierig bei etwas Achtsamkeit. Unten bei der Bergstation des Sesselliftes geht es auf einem breiten Weg in langen Abwärtsgeraden hinab bis zur Sattelklause.

direkte Falllinie von der Sattelklause zum Roten Schrofen

Eine schöne Bergtour zum Urlaubsabschluss.