Barbarisch, Grausam, Unmenschlich: PUTIN

Als hätte es noch dieses Beweises eines Raketenangriffs auf wartende Flüchtlinge an einem Bahnhof in Kramatorsk gebraucht. Putin ist ein barbarischer Schlächter, Kriegsverbrecher und Unmensch. Wer glaubt eigentlich, irgendjemand mit einem Hauch von Anstand und Würde wird sich mit diesem Verbrecher jemals wieder an einen Tisch bei welcher Konferenz, Besprechung auch immer setzen. Undenkbar.

Es ist ein Text veröffentlicht worden in Russland, wohl mit Duldung/Förerung des Kreml, der exemplarisch darlegt was viele einfach nicht glauben wollen. Auszug daraus in einer mittlerweile übersetzen Fassung:

»Die Entnazifizierung kann nur durch die Sieger des Krieges durchgeführt werden, was bedeutet, dass sie 1. die bedingungslose Kontrolle über den Prozess der Entnazifizierung innehaben und 2. die Autorität, um diese Kontrolle aufrechtzuerhalten. Deshalb kann ein Land, das entnazifiziert wird, niemals souverän sein. Der entnazifizierende Staat, Russland, kann unmöglich einen liberalen Ansatz der Entnazifizierung verfolgen. … die Entnazifizierung wird unvermeidlich eine Ent-Ukrainisierung beinhalten … die Entnazifizierung der Ukraine bedeutet ihre unvermeidliche Ent-Europäisierung. … Die … Führung muss eliminiert werden … Der soziale Sumpf, der sie aktiv und passiv unterstützt hat durch Taten oder Passivität, muss die Härte des Krieges spüren … Die Entnazifizierung als Ziel der militärischen Spezialoperation bedeutet den Sieg über das Kiewer Regime und die Befreiung des Territoriums von den bewaffneten Unterstützern der Nazifizierung.«

Und dann schwadronieren Menschen in Deutschland darüber, ob es nicht auch Frauen und Kinder aus der Ukraine gibt, die rein aus wirtschaftlichen Gründen geflohen sind und sich hier nur ein viel besseres Leben aufbauen wollen. Die perfide Argumentation, es gäbe doch schließlich ländliche Gebiete in der Ukraine, da wäre alles friedlich und dorthin könne mann/frau doch flüchten und müsse nicht ausser Landes.

Ich vermute, diese Menschen haben weder Ahnung was Todesangst ist noch haben sie sich jemals mit dem barbarischen Krieg oder je einem Krieg vorher intensiv auseinandergesetzt. Wie heute diese Raketen können sie überall und jederzeit in der Ukraine einschlagen. Und Raketeneinschläge gab es bereits bis nahe der polnischen Grenze. Es gibt keine Garantien für Schutzzonen und selbst wenn es sie gäbe, die Garantien sind bei diesem Diktator nichts wert.

Bezüglich der weit verbreiteten Ansicht, es sei doch deutlich zu unterscheiden zwischen dem Diktator Putin und dem russischen Volk teile ich die Auffassung von Sasha Lobo:

Deshalb ist spätestens mit Butscha klar: Das ist nicht mehr »nur« Putins Krieg. Es ist der Krieg Russlands und auch des wohl größten Teils der russischen Bevölkerung. Die anfänglichen Proteste sind mit großer Radikalität im Keim erstickt worden, und das hat auch deshalb funktionieren können, weil es die Haltung einer Minderheit ist. Auch wenn in der Politik die Sprachregelung »Putins Krieg« bewirken soll, dass die russischen Eliten aufbegehren – es ist mit Butscha nicht mehr als eine diplomatische Formel. Am Tag des Bekanntwerdens des Massakers gab es in Berlin einen prorussischen Autokorso mit laut Polizei mehreren Hunderten Teilnehmenden. Keine Spur von Scham angesichts der Geschehnisse in Butscha, kein Innehalten, kein Überlegen – purer Pro-Putinismus wurde mit Fahnen, »Z«-Aufschriften und in verbalen Äußerungen zur Schau gestellt.

Ich halte es gerade aus deutscher Sicht für essentiell, die russische Bevölkerung nicht samt und sonders aus ihrer Verantwortung rauszuentschuldigen, jedenfalls den putinstützenden Teil. Auch wenn es für sehr viele Menschen im Westen und eben speziell in Deutschland angenehm wäre, wenn es kein Problem gäbe außer eben Putin. Das würde nämlich bedeuten, dass man sich schon unmittelbar nach einem eventuellen Sturz Putins gar nicht mehr um den ganzen Osteuropa-Summs kümmern muss. Ein fataler Irrtum, der den aggressiven, über Jahrzehnte entwickelten russischen Aggressiv-Nationalismus ignoriert, der sich immer wieder in der Breite der Bevölkerung gezeigt hat. Es geht hier nicht um eine Generalverurteilung aller Russinnen und Russen – aber um die Verantwortung der Mehrheit.

Der Ukraine-Überfall 2014 etwa wurde von der Mehrheit der Russinnen und Russen beinahe begeistert begrüßt. Das ist das faschistoide Fundament, auf dem der russische Angriffs- und Vernichtungskrieg ruht. Natürlich muss man – wie ich es hier versuche – die Macht der Propaganda darstellen, erkennen, analysieren und ihre Wirkung auf die Köpfe mitberücksichtigen. Aber niemand wird gezwungen, auf Propaganda hereinzufallen, und ich halte es für falsch, die Bevölkerung eines Landes prinzipiell als arme, uninformierte, naive Hascherln zu betrachten, die gar nichts dafür können, dass sie propagandistisch zur Unterstützung eines offen angekündigten Völkermords getrieben wurden. Im 21. Jahrhundert gibt es nicht nur die Pflicht, sich über die Monstrositäten zu informieren, die im oder durch das eigene Land verübt werden. Es gibt für die meisten Menschen mit dem Internet auch die Möglichkeit dazu.“